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  • Abteilung 5
    07.02.2019
    Regierungspräsidium Karlsruhe stellt Ergebnisse der Gewässeruntersuchungen an der Nagold vor

    ​Das Regierungspräsidium Karlsruhe wird am Mittwoch, 20. Februar 2019 um 17:00 Uhr im Landratsamt Calw, Vogteistraße 42-46, 75365 Calw, im Großen Sitzungssaal Raum C 400, die Ergebnisse der Gewässeruntersuchungen an der Nagold und Überlegungen zum weiteren Vorgehen vorstellen. Die Veranstaltung dauert voraussichtlich bis etwa 19:30 Uhr.

    Die Nagold von der Quelle oberhalb der Nagoldtalsperre nahe Altensteig bis zur Mündung in die Enz bei Pforzheim hat einen Handlungsbedarf nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Die Zusammensetzung der Kleintiere im Gewässer, wie zum Beispiel der Anteil der Bachflohkrebse, sowie die Fische zeigen ein ökologisches Defizit an.

    Um die Ursachen dieser Defizite herauszufinden, hat das Regierungspräsidium Karlsruhe, Referat Gewässer und Boden, eine vertiefte Untersuchung der Gewässerbiologie, der stofflichen Einflüsse und eine Analyse der Gewässerstrukturen im Nagoldeinzugsgebiet in Auftrag gegeben. Dabei wurde die Nagold an zehn Stellen untersucht. Weitere sieben Messstellen lagen in den Zuflüssen, wie unter anderem in der Waldach bei Pfalzgrafenweiler, der Teinach bei Neubulach und dem Reichenbach bei Unterreichenbach. Die Fischereibehörde des Regierungspräsidiums Karlsruhe hat  ergänzende Untersuchungen durchgeführt.

    Die Veranstaltung bietet die Möglichkeit, sich über den aktuellen Zustand der Nagold zu informieren und auch die Gelegenheit, eigene Kenntnisse und Erfahrungen der Situation vor Ort einzubringen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger, Wassernutzer, Verbände, Vereine, und Kommunen sind herzlich zu der Veranstaltung eingeladen. 
     
    Ergänzende Informationen:

    Die EU-Wasserrahmenrichtlinie schreibt vor, dass die Gewässer bis spätestens 2027 in einem guten ökologischen Zustand sein sollen. Das beinhaltet sowohl die biologische als auch die chemische Bewertung der Gewässer. Dies erfolgt durch die Analyse und Bewertung  von Qualitätskomponenten, welche jeder für sich in einem guten Zustand sein muss, um das Ziel zu erreichen. Unter anderem fließen folgende Qualitätskomponenten mit ein: Kleinstlebewesen an der Gewässersohle, Fische, Wasserpflanzen, Gewässerstruktur, Mindestwasserführung und Wasserchemie.

    Zur Unterstützung der Zielerreichung wird seit der in Inkraftsetzung der Richtlinie im Jahr 2000 alle sechs Jahre ein Bewirtschaftungsplan für sogenannte Bearbeitungsgebiete aufgestellt. Das zugehörige Maßnahmenprogramm listet detailliert Einzelmaßnahmen an den Gewässern auf, die in einem Begleitbericht, hier für das Teilbearbeitungsgebiet 44, konkretisiert werden. Diese Maßnahmen müssen im jeweiligen Zyklus umgesetzt werden, in Ausnahmefällen kann die Umsetzung bis spätestens 2027 erfolgen.

    Die Nagold mit ihren beiden Wasserkörper (WK) „Nagold WK 44-01 Nagold oberhalb Schwarzenbach“ und „44-02 Nagold ab Schwarzenbach ohne Würm“ gehört zum Bearbeitungsgebiet Neckar. Beide WK verfehlen den guten ökologischen Zustand. Die Qualitätskomponente Fische wird in beiden WK mit mäßig und die Qualitätskomponente Hydromorphologie (=  Summe aus der Bewertung Mindestwasser, Durchgängig, Struktur) mit schlecht beurteilt. Im Bewirtschaftungsplan und Maßnahmenprogramm des Neckars 2015 sind hier bislang keine strukturverbessernden Maßnahmen für die Nagold und deren Zuflüsse ausgewiesen. Aktuell sind in den Plänen hingegen Maßnahmen zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit für Fische, zum Beispiel die Beseitigung von Abstürzen, Maßnahmen zur Verbesserung des Mindestwassers, zum Beispiel ausreichender Abfluss im Mutterbett bei Ausleitungswasserkraftanlagen, sowie auch Maßnahmen an Regenwasserbehandlungsanlagen, zum Beispiel der Neubau von Regenwasserüberlaufbecken, ausgewiesen.

    Das durchgeführte Monitoring zu Ermittlungszwecken mit Defizitanalyse und auch die Vor-Ort-Kenntnisse der Teilnehmer sollen dabei helfen, an der Nagold zielgerichtet erforderliche weitere Maßnahmen für den 3. Bewirtschaftungsplan ab 2021 zu generieren.

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