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RP Stuttgart, Steuerung, Verwaltung und Bevölkerungsschutz
  • Abteilung 1
    05.04.2020
    05.04.2020 | CORONAVIRUS: Mehrere Corona-Erkrankte in der Landeserstaufnahmestelle (LEA) Ellwangen
    Stadtverwaltung verfügt in Abstimmung mit Land und Landratsamt Ausgangs- und Kontaktsperre für LEA-Bewohnerinnen und Bewohner

    Gemeinsame Pressemitteilung des Landratsamts Ostalbkreis, der Stadt Ellwangen und des Regierungspräsidiums Stuttgart

    Am vergangenen Donnerstag, 2. April 2020, hatte das Regierungspräsidium Stuttgart in einer Pressemitteilung darüber informiert, dass ein 32-jähriger Bewohner der Landeserstaufnahmestelle Ellwangen (LEA) aus Ghana positiv auf SARS-Cov-2 getestet und innerhalb der Erstaufnahmestelle in einem isolierten Quarantäne-Bereich untergebracht wurde. Inzwischen sind sechs weitere LEA-Bewohner an COVID-19 erkrankt und isoliert.

    Auf Empfehlung des Landratsamts Ostalbkreis und im Einvernehmen mit dem Innenministerium Baden-Württemberg sowie dem Regierungspräsidium Stuttgart hat die Stadt Ellwangen deshalb auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes am heutigen Sonntag, 5. April 2020, eine Ausgangs- und Kontaktsperre für die Bewohnerinnen und Bewohner der LEA angeordnet. Die Ausgangssperre gilt seit heute 12:00 Uhr und ist zunächst bis zum 19. April 2020 befristet vorgesehen.

    Bei der Abwägung, welche Maßnahmen zur Eindämmung der Erkrankungen in der LEA erforderlich und angemessen sind, haben Stadt, Landkreis und Land folgende Gesichtspunkte berücksichtigt:

    • Innerhalb kurzer Zeit wurden außer dem Ersterkrankten in der LEA sechs weitere Personen positiv getestet.
    • Die Kontaktpersonen ersten Grades können nicht mehr gesichert ermittelt und Infektionsketten damit nicht lückenlos nachverfolgt werden. 

    Neben der Verfügung der Ausgangssperre hat der Ostalbkreis bereits veranlasst, dass ab morgen, 6. April 2020, auf dem LEA-Gelände Ellwangen Abstrichstellen eingerichtet werden. Innerhalb der nächsten zwei Tage sollen alle rund 200 Beschäftigte der LEA sowie alle 587 Bewohnerinnen und Bewohner mittels eines Abstrichs auf SARS-Cov-2 getestet werden, um eine Masseninfektion auszuschließen. 17 Bewohnerinnen und Bewohner wurden bereits getestet. Die Kreisärzteschaften Aalen/Ellwangen und Schwäbisch Gmünd haben sich dankenswerterweise bereiterklärt, aus ihren Reihen neun Ärzte für diese Tätigkeit zu stellen. Die Einhaltung der Ausgangs- und Kontaktsperre wird von Einsatzkräften der Polizei überwacht.

    INFO:
    Insgesamt sind Stand 5. April 2020 im Ostalbkreis 662 Menschen an Corona erkrankt. 290 sind inzwischen genesen und konnten aus der häuslichen Isolation entlassen werden. Leider muss der Ostalbkreis inzwischen fünf Todesfälle verzeichnen. Aktive Krankheitsfälle: 372

    Von den aktuell 587 Bewohnerinnen und Bewohner der LEA Ellwangen sind 66 Personen weibliche Alleinreisende, 299 männliche Alleinreisende und 222 im Familienverbund. Ein Großteil kommt aus Nigeria, Irak, Syrien und der Türkei.

    Sieben Bewohner der LEA Ellwangen sind positiv auf SARS-Cov-2 getestet worden. Neben dem zuerst an COVID-19 erkrankten 32-jährigen Mann aus Ghana, der sofort in der LEA in Ellwangen isoliert wurde, sind zwischenzeitlich sechs weitere LEA-Bewohner an COVID-19 erkrankt. Dabei handelt es sich um zwei weitere Männer aus Ghana (32 und 26 Jahre), einen 19-jährigen Mann aus Syrien, zwei Männer aus dem Irak (29 und 25 Jahre) sowie einen 26-jährigen Mann, dessen Herkunft derzeit noch geklärt wird.