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  • Abteilung 8
    05.10.2016
    Landesdenkmalpflege - Mittelalterliche Straßen in der Freiburger Vorstadt
    Erstmals können Teile des Stadtplans nachgezeichnet werden
     Fundamente eines mittelalterlichen Hauses in der Freiburger Vorstadt bei der Freilegung, Quelle: Landesamt für Denkmalpflege

    ​Sehr geehrte Damen und Herren,

    die seit Mitte April durchgeführten archäologischen Ausgrabungen in der ehemaligen Freiburger Vorstadt stehen kurz vor dem Abschluss. Durch den Bau einer Tiefgarage für ein Pflegeheim und Wohnhäuser in diesem Bereich, wurden baubegleitende archäologische Maßnahmen auf einer Fläche von 3.500 m² notwendig.

    Am Dienstag, den 11. Oktober 2016 werden um 13:00 Uhr die großflächig freigelegten mittelalterlichen Baustrukturen an der Deutschordensstraße der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Treffpunkt ist in der Deutschordensstraße, gegenüber der Karlschule. Hierzu lade ich Sie recht herzlich ein.

    Die so genannte Neuburg war eine Stadterweiterung im Norden der mittelalterlichen Stadt Freiburg, die im frühen 13. Jahrhundert entstand. Nach einer planmäßigen Bebauung legte man beim Bau der Festung unter Vauban im 17. Jahrhundert alle Bauten nieder. Eine lockere Bebauung erfolgte erst wieder ab Mitte des 19. Jahrhunderts, so dass archäologische Reste hier weitgehend ungestört erhalten sind. Bislang war die Bebauung dieses Gebietes in erster Linie aufgrund historischer Abbildungen bekannt, erstmals wurden jetzt großflächige Grabungen zur Erkundung der spätmittelalterlichen Bebauung durchgeführt.

    Die markanteste Struktur ist ein aus Geröllen aufgeschütteter Straßenkörper, der auf einer Länge von über 50 m im südlichen Bereich der Grabung freigelegt wurde. An zwei Stellen erkannte man Kreuzungsbereiche mit rechtwinklig dazu verlaufenden Straßen. Die Grundstücke an der Straße waren von Mauern eingefasst. Im Süden lag der ehemalige Friedhof der benachbarten St. Nikolauskirche. Nördlich erstreckte sich eine große Freifläche, die im Sickingerplan als Rebland dargestellt ist. Ferner wurden Fundamente und Keller einiger im 13. Jahrhundert errichteter Häuser erfasst.

    Bei der Grabung wurde die im 13. Jahrhundert planmäßig angelegte Bebauung dokumentiert. Zusammen mit punktuellen früheren Beobachtungen kann nun ein Teil des ehemaligen Stadtplans der Neuburg rekonstruiert werden. Unsere Straße konnte als Closnergasse identifiziert werden.

    Das Landesamt für Denkmalpflege und die Stiftungsverwaltung Freiburg laden sie zu einem Spaziergang auf der Straße aus dem 13. Jahrhundert ein!

    Die Ergebnisse werden vor Ort erläutert von:
    Dr. Bertram Jenisch
    Andreas Gross M.A.
    Inga Willmes
    Abt. 8 – Landesamt für Denkmalpflege beim Regierungspräsidium Stuttgart
    Ref. 84.2, Fachbereich Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit
    Dienstsitz Freiburg
    Günterstalstraße 67
    79100 Freiburg
    Tel.:  0761-208-3587

    Bei Fragen zum Bauvorhaben:
    Peter Mölbert, Projektleiter Stiftungsverwaltung Freiburg
    Tel.: 0761 / 2108-0

    Matthias Kreuzinger
    Pressereferent

    Der Verlauf der im 13. Jahrhundert angelegten Closnergasse zeichnet sich klar ab. Quelle: Landesamt für Denkmalpflege

​​Pressestelle

Ruppmannstr. 21
70565 Stuttgart
Telefon 0711 904-10002
Telefax 0711 7846940


Katja Lumpp
Pressesprecherin
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Matthias Kreuzinger

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Désirée Bodesheim
Pressereferentin
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