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  • Abteilung 5
    05.10.2016
    Naturschutzgebiet Eichenhain - anstehende Pflegemaßnahmen erfordern Baumfällungen am Südhang
    Biologische Vielfalt und die Besucher des Naturschutzgebietes profitieren langfristig von den Pflegemaßnahmen
     Die Bäume am Südhang des Eichenhains werden in den kommenden Tagen reduziert. Foto: Wolfgang Wagner/Stadt Stuttgart

    In den kommenden Tagen, voraussichtlich ab Freitag, 07. Oktober 2016,  finden erneut Pflegemaßnahmen im Stuttgarter Naturschutzgebiet Eichenhain statt. Das Regierungspräsidium und die Stadt Stuttgart haben die Arbeiten miteinander abgestimmt und ein Unternehmen mit der Durchführung der Pflegemaßnahmen beauftragt. Im vergangenen Winter waren die Schlehen- und Hartriegelgebüsche gelichtet worden. Die kommende Maßnahme befasst sich mit der Pflege des Magerrasens am Südhang des Eichenhains, auf welchem sich Bäume ausgebreitet haben. Diese Bäume stehen teilweise zu dicht, werfen zu viel Schatten und verdrängen deshalb die seltene Flora am Boden.

    Dass die Bäume jetzt gefällt werden hängt damit zusammen, dass längere Zeit kaum ausgelichtet wurde und das Gelände erst seit letztem Jahr wieder wie früher mit Schafen beweidet wird. Büsche und Bäume breiteten sich jahrelang weiter aus und verdrängten die offenen Magerrasenflächen immer mehr. Die Magerrasenflächen sollen durch die anstehenden Pflegemaßnahmen wieder offener und größer werden, damit die spezialisierte Tier- und Pflanzenwelt Licht und Luft bekommt. Die biologische Vielfalt und auch die Besucher des Naturschutzgebiets werden davon profitieren. Der Hutewald mit den alten Eichen, welcher oberhalb am Spazierweg liegt,  ist von den Pflegemaßnahmen nicht betroffen

    Die Gehölzpflege im Eichenhain führt immer wieder zu Diskussionen in der Bürgerschaft. Viele Besucher nehmen das schleichende Zuwachsen des Eichenhains nicht wahr und sind dann erstaunt, wenn Bäume gefällt werden. Der Eichenhain hat jedoch mehrere Schutzzwecke: Sowohl der Erhaltung des ehemaligen Weide- oder Hutewalds mit seinen markanten Einzelbäumen als auch die Halbtrockenrasen oder Magerrasen mit ihrer charakteristischen Pflanzen- und Tierwelt sind schutz- und pflegebedürftig.

    Werden keine Pflegearbeiten durchgeführt, würde der Eichenhain entgegen dem Schutzzweck zu einem dichten Wald zuwachsen mit der Folge, dass viele seltene Arten aussterben. Aus diesem Grund ist es auch kein Widerspruch, im buchstäblichen „Eichenhain“ einige Eichen und andere Bäume, die den Magerrasen zunehmend beschatten, sorgsam zu entfernen.

    Hintergrundinformation:

    Der Eichenhain ist keine ursprüngliche Natur, sondern eine alte Kulturlandschaft: Er ging aus einem Hutewald hervor, einer Waldweide. Schweine, Schafe und Fohlen weideten in dem lichten Wald und fraßen Gras, Eicheln und Bucheckern. Da sich der Boden durch den Viehtritt immer mehr verdichtete und kaum mehr junge Bäume nachwuchsen, entwickelte sich an dem ohnehin trockenen, sonnigen Hang ein Halbtrockenrasen. Dieser beherbergt eine besondere Pflanzen- und Tierwelt mit seltenen, schutzwürdigen Arten. Sonnenröschen, Golddistel, Heidekraut und sogar Orchideen kommen hier vor. Vor allem Insekten, von Schmetterlingen über Heuschrecken bis zu Wildbienen, sind hier heimisch. Aber auch viele Vögel und Fledermäuse, die sonst nicht überall zu beobachten sind, haben hier ihr Revier.

    In einem Pflege- und Entwicklungsplan der Naturschutzbehörde ist festgelegt, wie das Gebiet gepflegt und entwickelt werden soll. Darin werden verschiedene Teilflächen abgegrenzt, wie Magerrasen, lichter Eichenwald und Sukzessionswald. Ein wichtiges Ziel ist die Erhaltung der weitgehend offenen Magerrasen mit wenigen Einzelbäumen und Einzelgebüschen. Dazu soll auch eine Beweidung mit Schafen und Ziegen beitragen mit einer anschließenden Nachpflege von Hand, um Gehölzaufkommen zu beseitigen. Zudem soll verhindert werden, dass sich der Sukzessionswald (aufkommende Bäume und Gebüsche) weiter ausbreitet.


    Auf dieser Luftaufnahme sieht man gut, wie die offenen Magerrasenflächen immer mehr zuwachsen. Früher war der Eichenhain am Hang bis links hinunter zum Bach nahe der Straße fast völlig baumfrei. Foto Stadtvermessungsamt Stuttgart 2015



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