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  • Abteilung 8
    09.03.2015
    Landesdenkmalpflege Baden-Württemberg
    Archäologen und Naturwissenschaftler aus Baden-Württemberg starten Untersuchungen mit Hightech-Methoden zu den Trink- und Speisesitten der frühen Kelten
     Fundensemble aus dem Fürstengrabhügel Kleinaspergle
    Wie lassen sich die zahlreichen Funde griechischer Trinkgefäße und Weinamphoren in den frühkeltischen Territorien nördlich der Alpen des 7. bis 5. Jahrhunderts vor Christus erklären? Experten des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Heidelberg und Tübingen sowie des Landesmuseums Württemberg gehen innerhalb des Forschungsprojekts „BEFIM – Bedeutungen und Funktionen mediterraner Importe im früheisenzeitlichen Mitteleuropa“ dieser Frage auf den Grund. Gefördert werden die Forschungen des Projekts bis 2018 mit fast 1,3 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Förderschwerpunkts „Die Sprache der Objekte“.

    Eine gängige Erklärung für die großen Mengen an Keramikfundstücken war bis heute, dass die keltischen Eliten aus Südwestdeutschland, der Schweiz und Ostfrankreich ein besonderes Faible für die mediterrane Trink- und Feierkultur hatten und diese nachahmen wollten. Doch ob die mediterranen Importe wirklich erworben wurden, um damit möglichst authentisch mediterrane Gelage feiern zu können, wird nun im Rahmen des Projektes hinterfragt. Die Forscherinnen und Forscher untersuchen deshalb einerseits die Fundkontexte der Importgefäße und analysieren andererseits Nahrungsreste und Gebrauchsspuren in den Gefäßen. So wird sich zeigen, ob die fremden Gefäße wirklich von lokalen Eliten oder ganz unterschiedlichen Teilen der Bevölkerung verwendet wurden und ob aus der Keramik Traubenwein oder nicht vielmehr einheimischer Honigmet getrunken wurde.

    Den Forscherinnen und Forschern von BEFIM geht es um jene Prozesse, wie vormals fremde Dinge Teil des Eigenen werden und sich in diesem Zusammenhang ihre Funktionen und Bedeutungen verändern. Die Experten gehen davon aus, dass interkulturellen Begegnungen nicht nur in der Gegenwart, sondern auch in der Vergangenheit eine entscheidende transformative Kraft und fremden Dingen hier eine ganz wesentliche Rolle zukam.

    Hintergrundinformation

    Die BEFIM-Kooperation wird von Philipp W. Stockhammer (Universität Heidelberg) zusammen mit Cynthianne Debono Spiteri (Universität Tübingen), Dirk Krausse (Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart) und Thomas Hoppe (Landesmuseum Württemberg) geleitet. Weitere Informationen finden sich unter www.befim.de.

​​Pressestelle

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Katja Lumpp
Pressesprecherin
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Matthias Kreuzinger

Pressereferent
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rps.bwl.de

Désirée Bodesheim
Pressereferentin
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