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  • Abteilung 8
    21.02.2017
    Ein seltener Schatz wird erschlossen und für die Zukunft konserviert
    Studentenworkshop zur Konservierung der Glasfenster in der evangelischen Stadtkirche in Ravensburg
     Fensterverglasungen

    ​Landauf, landab wurden in den 1960er Jahren Fensterverglasungen des 19. Jahrhunderts aus unseren Kirchen entfernt. Unzählige Kunstwerke - zum damaligen Zeitpunkt als wertlos erachtet – sind verloren gegangen.

    In der evangelischen Stadtkirche in Ravensburg wurde ein Großteil der Glasfelder in 14 Holzkisten eingelagert. Bis heute weitgehend unbeachtet und unter konservatorischen Gesichtspunkten problematisch gelagert, haben sich die Glasfelder in einem Nebenraum der Kirche erhalten.

    Unter Leitung des Landesamt für Denkmalpflege Baden Württemberg im Regierungspräsidium Stuttgart, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages und in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde und der Fachhochschule Erfurt, Fachbereich Restaurierung, wird der Bestand nun erschlossen.

    Seit Montag, den 20.02.2017, wird dieser Glasfensterbestand von Studenten der Fachhochschule Erfurt sorgfältig ausgepackt, dokumentiert und umgelagert. So wird zukünftig eine bessere Zugänglichkeit und eine nachhaltige Konservierung des wertvollen Glasfensterbestands gewährleistet. Die genaue Bestandsaufnahme der Felder soll Aufschluss darüber geben, wieviel Originalbestand der Fenster aus der Zeit des 19. Jahrhunderts vorhanden ist. In spannender Detektivarbeit werden Studenten der Fachhochschule Erfurt die vorhandenen Felder der ehemaligen Gesamtverglasung der evang. Stadtkirche in Ravensburg, wo möglich, zuordnen. Die Ergebnisse dieser Bestandsaufnahme werden innerhalb einer Ausstellung in der Stadtkirche vom 20.10.-24.11.2017 in der evang. Stadtkirche Ravensburg und in einem Fachkolloquium Ende November vorgestellt.

    Die Verglasung der evang. Stadtkirche war 1860 bis 1862 von dem berühmten und vielbeschäftigten Glasmaler Ludwig Mittermaier aus Lauingen geschaffen worden. Als diese in den 1960er Jahren nicht mehr dem Zeitgeschmack entsprachen, wurden sie größtenteils ausgebaut und mit neuen Glasfenstern des Esslinger Künstlers H. G. von Stockhausen und seinem Schüler J. de Brauw ersetzt. Stockhausen und auch der Augsburger Archivar Dr. Reinhard H. Seitz setzten sich dafür ein, dass im Zuge der Neugestaltung der Kirchenverglasung die meisten der Mittermaier-Fenster in Kisten eingelagert wurden. Außerdem konnten sie erwirken, dass in der Südkapelle die sieben Reformatorenfenster erhalten blieben. Diese zählen heute zu einer der bedeutendsten und einzigartigsten Glasfenster dieser Art in Deutschland.

    Alle übrigen Fenster, u.a. das Ost- und Westfenster des 19. Jahrhundert, werden vermutlich in den Holzkisten im Keller gelagert. Wie aus Archivunterlagen ersichtlich, handelt es sich bei dem großen 3 teiligen Ostfenster um die Darstellung der Auferstehung Jesu nach Entwürfen des Kartonisten C. Andreä aus Dresden. In insgesamt drei Fenstern sind mittig der Auferstandene, links die zwei Marien und rechts Johannes und Petrus dargestellt. Das große Westfenster, mit der Darstellung des König David, ist ebenfalls nach Kartons von C. Andreä von dem Glasmaler Ludwig Mittermaier aus Lauingen geschaffen worden.


    Fensterverglasungen (Quelle: Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart)

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