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  • Abteilung 4
    20.07.2017
    Salzlagerhalle Geislingen an der Steige erhält Deutschen Holzbaupreis 2017 und zwei weitere Auszeichnungen

    ​Die im Auftrag des Regierungspräsidiums Stuttgart realisierte neue Salzlagerhalle in der Straßenmeisterei Geislingen an der Steige wurde jüngst mit gleich 3 Preisen ausgezeichnet.

    Prämiert wurde das Gebäude mit dem renommierten Architekturpreis „Deutscher Holzbaupreis 2017“ und darüber hinaus mit dem Titel „best architects 18 – winner“, welcher für Bauwerke mit herausragender architektonischer Qualität im Europäischen Raum verliehen wird. Aktuell kam nun sogar noch die Hugo-Häring-Auszeichnung 2017 des Bund Deutscher Architekten (BDA) Esslingen/Göppingen hinzu, mit der Architekten und Bauherren für vorbildliche Bauwerke des „neuen Bauens“ gewürdigt werden.

    Regierungspräsident Wolfgang Reimer zeigte sich hoch erfreut über diese ungewöhnliche und hochkarätige Auszeichnung: „Eine Salzlagerhalle würde man nicht auf Anhieb mit einer preiswürdigen Architektur in Verbindung bringen. Aber dass gleich drei Preise auf die Straßenmeisterei in Geislingen herabregnen, macht uns natürlich stolz. Das zeigt, dass Funktionalität und Baukunst sich in optisch ansprechender Weise ergänzen können.“

    Die Landräte Heinz Eininger und Edgar Wolff sind von den Auszeichnungen ebenso begeistert und erklärten gemeinsam: „Wenn Funktionalität und Form zusammenfließen, ist dies immer ein Zeichen guter Architektur. Wichtig ist uns vor allem, dass wir den Neubau überwiegend mit nachhaltigen Materialien aus der Region realisieren konnten.“

    Das Gehöft der Straßenmeisterei befindet sich im Eigentum des Bundes und wird hochbaumäßig vom RP Stuttgart verwaltet. Organisatorisch betrachtet gehört die Straßenmeisterei zum gemeinsamen Straßenbauamt der Landkreise Esslingen und Göppingen.

    In Zusammenarbeit mit dem  Architekturbüro vautz mang architekten bda Stuttgart und dem Hochbauamt Ulm entstand der Entwurf einer Salzlagerhalle in Geislingen an der Steige, die von außergewöhnlichem Charakter ist. Dies kommt in der Würdigung durch die Jury des Deutschen Holzbaupreises zum Ausdruck, in der es heißt:           

    „Im Vergleich zu bestehenden Bauwerken dieser Art geht die Halle für die Straßenmeisterei in Geislingen weit über den gängigen Standard hinaus. Da sich durch eine geänderte Logistik im Streusalzvertrieb die Anforderungen an die Schütt- und Einfahrtshöhe (10m) von Salzlagerhallen geändert haben, wurde ein neuer Gebäudetypus entwickelt. (…)
    Der Entwurf folgt in Bezug auf Material, Form und Maß, konsequent und sorgfältig den konstruktiven und funktionalen Anforderungen der Salzlagerung. Es entsteht ein Betriebsgebäude von außerordentlich hoher gestalterischer Alltagsqualität.“

    Zum Hintergrund

    Mit einer Bauzeit von nur 11 Monaten konnte die Salzlagerhalle bereits im September 2016 in Betrieb genommen und 1.440 t Streusalz und 60.000 l Sole für die Region Geislingen zur Verfügung gestellt werden. Somit ist nun ausreichend Streusalz vorhanden, um das Straßennetz von 380 km eisfrei zu halten und um die 17 steilen Steigungen der Schwäbischen Alb abzusichern.
    Trotz der außergewöhnlichen Architektur liegen die Baukosten mit weniger als 1 Mio. € nicht über dem Wert von gewöhnlichen Salzlagerhallen in konventioneller Bauweise.

    Der Deutsche Holzbaupreis 2017 wurde im Mai dieses Jahres feierlich verliehen. Auch der seit 2005 ins Leben gerufene „best architects 18 – winner“ - Award wurde kurz darauf im Juni vergeben.
    Ebenfalls im Juni bekam die Salzhalle die Hugo–Häring–Auszeichnungen.  Die feierliche Preisverleihung hierzu findet noch im Herbst dieses Jahres statt.
    Außerdem nimmt die Salzlagerhalle im Folgejahr sogar auf Landesebene am Auswahlverfahren zum Hugo-Häring-Landespreis 2018 teil. 

     

    Bilder: Martin Duckek

    Projekt
    Neubau einer Salzlagerhalle für die Straßenmeisterei Geislingen an der Steige

    Bauherr
    Bundesrepublik Deutschland vertreten durch Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur, vertreten durch Land Baden-Württemberg, vertreten durch Regierungspräsidium Stuttgart, vertreten durch OFD Karlsruhe, Abt. Bundesbau – Betriebsleitung, vertreten durch Staatliches Hochbauamt Ulm

    Tragwerk
    Furche Geiger Zimmermann, Köngen

    Tiefbau
    Ingenieurbüro Bürkle, Göppingen

    Firmen
    Blautal Bauunternehmen (Stahlbetonkonstruktionen), Blaubeuren
    Holzbau Rieg (Ingenieurholzbau), Schwäbisch Gmünd

    Ort
    Stuttgarter Straße 350, 73312 Geislingen an der Steige

    Baukosten
    920.000 Euro

    Eckdaten
    Bruttogeschossfläche 546 m², Bruttorauminhalt 5866 m³


    Quelle: vautz mang architekten bda

    Das Gebäude besteht aus einer „Lagermulde“ und einer darauf aufgesetzten „Wetterschutzhülle“. So sind die Bauteile mit direktem Kontakt zum Salz in Holz ausgeführt, da Salz einen konservierenden Effekt auf Holz hat. Zudem stehen die Holzwände schräg in den Raum hinein, wodurch das Salz selbstständig nach unten rutschen kann und den Salzlagerungsprozess optimiert. Für die Statik wird Stahlbeton in ungewöhnlicher Dreiecksform eingesetzt.
    Das Besondere hierbei ist, dass alle Bauelemente vollständig offen und hohlraumfrei konzipiert sind, sodass eventuelle Bauschäden frühzeitig erkannt und beseitigt werden können.

    Das häufigste Problem bei Salzhallen älteren Typs ist, dass das Salz in Konstruktionshohlräume gelangt und dort Bauschäden verursacht. Diesem Problem wird mit der neuartigen Konstruktion und ausgewählten Materialien entgegen gewirkt.
    Die äußere Hülle dient nicht nur als Schutz vor Witterung und Verschmutzung. Sie ermöglicht durch ihre Öffnungen in den Fassadenanschlüssen eine gute Belüftung und fördert durch ihre Transparenz die natürliche Belichtung der Halle.

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