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  • Abteilung 5
    07.08.2017
    Hochwasserschutz - Land fördert den Ausbau des Dünsbachs in Kleinforst in Gerabronn (Landkreis Schwäbisch Hall) mit rund 530.000 Euro
    Umweltminister Franz Untersteller und Regierungspräsident Wolfgang Reimer:
    „Vom Starkregen Ende Mai 2016 waren neben Braunsbach wei-tere Kommunen betroffen. Das Land unterstützt selbstverständlich auch diese, damit bei vergleichbaren Abflüssen zukünftig weniger Schäden entstehen können.“

    Regierungspräsident Wolfgang Reimer hat den Förderbescheid für den Ausbau des Dünsbachs in Kleinforst in Gerabronn (Landkreis Schwäbisch Hall) unterzeichnet. Ein Betrag von rund 530.000 Euro aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg sollen verhindern, dass bei Abflüssen erneut enorme Schäden entstehen, wie Ende Mai 2016 geschehen. Die Ausbaumaßnahme berücksichtigt bereits, dass als Folge der Klimaänderung die Abflüsse im Gewässer in den nächsten Jahren zunehmen können. Ausgelegt sind die Maßnahmen auf ein Hochwasser des Dünsbachs, das statistisch einmal in hundert Jahren auftritt.

    Umweltminister Franz Untersteller erinnerte daran, dass die Hochwasser im vergan-genen Monat in Berlin, im Harz und im Südosten Niedersachsens gezeigt haben, dass ein solches Ereignis jederzeit auftreten kann. „Die extremen Regengüsse haben uns einmal mehr eindrucksvoll vor Augen geführt, welch dramatische Auswirkungen ein Hochwasser für Leib und Leben, für unsere Umwelt und für die Wirtschaft haben können,“ sagte der Minister. „Um die Risiken zu minimieren und drohende Schäden zu begrenzen, ist es enorm wichtig, dass sowohl das Land als auch die Kommunen in Maßnahmen zum Hochwasserschutz investieren.“ Ein vollständiger Hochwasserschutz sei technisch und ökonomisch zwar nicht zu machen, erklärte Untersteller. Aber was getan werden könne, müsse auch getan werden. Er fügte hinzu: „Die Landesregierung unterstützt die Kommunen daher gerne bei der Finanzierung von Maßnahmen zum Hochwasserschutz.“

    Regierungspräsident Reimer ergänzte, dass solche Hochwasser uns deutlich vor Augen führen, wie anfällig wir nach wie vor für Hochwasserereignisse sind. „Der Hochwasserschutz hatte im Land bereits in der Vergangenheit hohe Priorität. Nicht nur im Landkreis Schwäbisch Hall wurden und werden erhebliche Mittel investiert“, sagte Reimer. „Wir werden auch zukünftig den Schutz der Bürger verbessern und Standortvorsorge für Industrie und Wirtschaft betrieben. In den nächsten Jahren wird das Land weitere Mittel bereitstellen, um die Hochwasserschutzvorhaben im Land fortzuführen.“

    Bürgermeister Christian Mauch zeigt sich erfreut, dass die erste Hälfte der beantragten Maßnahmen jetzt bewilligt wurden: „damit können wir die geplanten Arbeiten in Kleinforst angehen und hoffen auf einen ebenso positiven Bescheid für die Maßnahmen in Dünsbach.“

    Hintergrundinformationen

    Am 29 Mai 2016 sorgte das Sturmtief „Elvira“ in weiten Teilen Süddeutschlands mit extremen Starkregenereignissen für starke Schäden. Auch die Stadt Gerabronn mit den Teilorten Kleinforst und Dünsbach war betroffen.
    Der Dünsbach beförderte große Mengen Geröll in das Jagsttal bei Kleinforst. Dabei wurden Wohn-, Wirtschaftsgebäude und Fahrbahnen beschädigt sowie Schutt ange-lagert. Der bestehende Bachlauf wurde vollständig zerstört, die Hang- und Sohlbefestigungen wurden durch die Flut weggespült.

    Ziel der Planung ist ein gebirgsbachartiger Ausbau des Baches mit einer Erhöhung der hydraulischen Leistungsfähigkeit auf einen Abfluss, der statistisch alle 100 Jahre einmal überschritten wird. Die durch den Klimawandel zu erwartende Abflussverschärfung ist dabei berücksichtigt. Gefördert wird der Ausbau bzw. der Erosionsschutz am Dünsbach zum Schutz der Bebauung von Kleinforst gewässeraufwärts bis zu der Stelle, an der die Planung einen Geschiebefang vorsieht. Der Förderbescheid umfasst den Geschiebefang selbst nicht. Hierüber kann erst zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden, wenn die noch fehlenden Grundlagen zu dessen Bemessung und Erstellung vorliegen.

    Zur Sicherung der bebauten Ortslage ist eine Ufersicherung auf einer Strecke von 145 m vorgesehen. Die Blocksteinmauer wird hierbei nur halbseitig bis zur Gelände-oberkante hochgezogen, um den bestehenden Feldweg zu sichern. Das gegenüber liegende Ufer wird flacher ausgebildet, sodass dem Bach dort Retentionsraum bei Hochwasser gegeben wird. Im Bereich der angrenzenden Fahrbahn/Bebauung muss die Absicherung durch ein Trogbauwerk aus Stahlbeton mit einer Länge von ca. 80 m erfolgen. Das Trogbauwerk erhält eine Strukturschalung, wodurch eine raue und strukturreiche Oberfläche geschaffen wird, die eine Ansiedlung von Pflanzengesellschaften wie Flechten und Moose und somit eine Besiedlung durch Kleinstlebewesen ermöglicht. Die zuwendungsfähigen Ausgaben für den Ausbau des Dünsbachs betragen 756.000 Euro, bei einem Fördersatz von 70,0 Prozent ergibt dies eine Förderung von 529.300 Euro.

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