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  • Abteilung 5
    24.03.2015
    Natur- und Umweltschutz - Regierungspräsidium Stuttgart beseitigt drei Wanderungshindernisse für die Fische in der Fils in Uhingen (Landkreis Göppingen)
    Regierungspräsident Johannes Schmalzl: „Das Land investiert in diese ökologische Maßnahme knapp 300.000 Euro. Durch die Umgestaltung wird die Hochwassersituation nicht verschlechtert“

    Das Regierungspräsidium Stuttgart verbessert weiter die Durchwanderbarkeit  der Fils für Fische und andere Wasserlebewesen: Gestern, am 23. März 2015 wurden die Arbeiten zur Beseitigung der drei kleinen Wehre in Uhingen aufgenommen. Als erste Maßnahme wurde mit dem Abbruch des Wehres im Bereich der Schumannstraße begonnen. Danach soll die Beseitigung der Wehre an der Straßenbrücke Uhlandstraße und im Bereich der Kirchstraße 83 folgen. Dabei werden die dort vorhandenen kleinen Wehre so zu einer sogenannten rauen Rampe umgebaut, so dass sie für Fische und Kleinlebewesen in jeder Richtung  passierbar werden.

    Für den Umbau werden insgesamt 6 bis 7 Wochen Bauzeit benötigt. Die Ausführungszeit wurde so gewählt, dass zum einen die Schonzeit für die Forellen zu Ende ist und zum anderen die im Frühjahr laichenden Fische noch nicht beeinträchtigt werden. Unmittelbar vor Beginn der Arbeiten an den einzelnen Wehren werden die in den Gumpen unterhalb der Wehre vorhandenen Fische durch den örtlichen Fischereiverein abgefischt und an anderer Stelle wieder in den Fluss eingesetzt. Regierungspräsident Johannes Schmalzl sagt: „Das Land investiert in diese ökologische Maßnahme knapp 300.000 Euro.“ Und betont: „Wir legen großen Wert darauf, dass durch den Einbau der Rampen die Hochwassersituation nicht verschlechtert wird.“

    In den vergangenen Jahren wurden insgesamt 14 landeseigene Wehre in der Fils mit Gesamtkosten von 500.000 Euro zu rauen Rampen umgebaut. Derzeit wird noch ein weiteres Wehr in Eislingen durchgängig gemacht. Nach dem Ende der Umbauarbeiten in Eislingen und in Uhingen werden alle landeseigenen Wanderhindernisse in der Fils beseitigt sein. Die Fils wird dann von der Mündung in den Neckar bis zur Stadt Süßen auf rund 30 Kilometern Länge vollkommen ökologisch durchgängig sein. Regierungspräsident Schmalzl: „Ich freue mich, dass die Fils im Regierungsbezirk Stuttgart eines der ersten großen Gewässer im Lande ist, das diese nach  europäischem und deutschem Recht erforderliche Voraussetzung für einen guten Gewässerzustand nahezu vollständig erfüllt.“ 

    Das Regierungspräsidium bittet alle Betroffenen um Verständnis für die zeitweiligen, unvermeidbaren Beeinträchtigungen durch Lärm und Baustellenverkehr.

    Hintergrundinformation:

    Im Fluss vorhandene Wehre und stufenartige Abstürze sind Wanderhindernisse für Fische und Kleinlebewesen. Sie verhindern, dass die Tiere die ihrem jeweiligen Entwicklungsstadium angepassten optimalen Lebensräume und geeignete Laichplätze aufsuchen können. Bei Hochwasser werden Fische, Krebse etc. flussabwärts von der Strömung mitgenommen. Wegen der nicht überwindbaren Wehre und Abstürze können diese Wassertiere nach dem Hochwasser nicht mehr stromaufwärts gelangen.

    Durch den Bau einer rauen Rampe kann die Durchgängigkeit bzw. die Überwindbarkeit an den Wanderungshindernissen wieder hergestellt werden. Dabei wird zur Überwindung des Höhenunterschieds an einem Wehr oder Absturz unter Verwendung großer Steine eine schiefe Ebene mit einem Gefälle von nur 5 Prozent eingebaut. So können die Fische und die an der Gewässersohle lebenden Kleinlebewesen auch den Aufstieg schaffen. Die Beseitigung der Wanderhindernisse in den Flüssen wird in der EU-Wasserrahmenrichtlinie und im Wasserhaushaltsgesetz des Bundes gefordert. An den größeren Flüssen, den sogenannten Gewässern erster Ordnung, ist dies die Aufgabe des Landes, hier des Landesbetriebs Gewässer beim Regierungspräsidium Stuttgart. An den anderen Bächen und Flüssen sind dafür die Städte und Gemeinden verantwortlich.

     

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