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  • Abteilung 1
    26.03.2015
    Bombenentschärfung Stuttgart bei Botnang
    Der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Regierungspräsidiums Stuttgart entschärft am Donnerstag, 26. März 2015, erfolgreich eine US-Fliegerbombe GP 500 lbs
     500 ibs US Bombe mit Herrn Peterle

    Am Donnerstag, 26. März wurde in Stuttgart Botnang im angrenzenden Wald im Rahmen einer gezielten Kampfmitteluntersuchung eine Fliegerbombe gefunden. Die Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes des Regierungspräsidiums Stuttgart entschärften gegen 12:00 Uhr eine US-Fliegerbombe vom Typ GP 500 lbs, die rund 250 Kilogramm schwer ist. Die US – Fliegerbombe war mit einem britischen Kopf-Aufschlagzünder versehen.

    Zuvor waren die Fundstelle im Wald in einem Radius von ca. 300 Metern von der Polizei abgesperrt worden.

    Regierungspräsident Johannes Schmalzl zeigte sich nach der erfolgreichen Entschärfung erleichtert: „Ein großes Lob geht an alle Beteiligten, die diese Bombenentschärfung unter Einsatz ihres Lebens ein weiteres Mal bravourös gemeistert haben! Meinen herzlichsten Dank für dieses auch 70 Jahre nach Kriegsende wichtige und notwendige Engagement.“

    Die Luftbildauswertung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes hatte den Fundort als Verdachtspunkt identifiziert. Dieser Verdachtspunkt hatte sich nach Grabungsarbeiten bestätigt.

    Generell werden aufgrund der derzeit regen Bautätigkeiten verstärkt Kampfmittel gefunden. Allein im Jahr 2014 wurden 25 nicht detonierte Bomben mit mindestens 50 Kilogramm Gesamtgewicht (2010: 13; 2011: 20; 2012: 17; 2013: 19) gefunden und vom Kampfmittelbeseitigungsdienst entschärft.

     

    Hintergrundinformation:

    Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Munition der verschiedensten Kaliber, Patronen, Granaten und Panzerfäuste in aller Eile vor dem Zugriff der nachrückenden alliierten Truppen beseitigt. Die Munition wurde in Depots oder auf Sammelplätzen – vielfach nur lose aufgehäuft – gesprengt, in Bombentrichtern vergraben, auf dem Grund von Gewässern versenkt oder einfach planlos weggeworfen. Bei Sprengversuchen war dabei der größte Teil der gefährlichen Munition ohne zu detonieren in weitem Umkreis um die Sprengstelle verstreut oder im Sprengtrichter von der Druckwelle in die Erde gepresst worden.

    Hinzukommen Bomben, die über den Industriezentren Baden-Württembergs wie Stuttgart, Mannheim, Karlsruhe, Heilbronn, Friedrichshafen und Ulm abgeworfen wurden, aber nicht detoniert sind.

    All diese Kampfmittel stellten – und stellen bis heute – eine erhebliche Gefährdung für die Bevölkerung dar. Wann immer Blindgänger gemeldet  werden oder Bauvorhaben auf Geländen anstehen, die über die Luftbildauswertung als besonders gefährdet für diese Altlast gelten, kommt der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) zum Einsatz.

    Der KMBD ist eine landesweite Aufgabe des Regierungspräsidiums Stuttgart. Das dortige Referat 16 ist zuständig für alle Regierungsbezirke in Baden-Württemberg. Zurzeit sind 33 Mitarbeiter beim KMBD beschäftigt ­– drunter acht Feuerwerker, vier Munitionsvorarbeitern, zehn Munitionsfacharbeiter und sechs Luftbildauswerter. Die Leitung hat derzeit Ralf Vendel.

    Leider blieben die Sprengkommandos von schweren Unfällen mit Munition nicht verschont. So wurden seit Kriegsende bei den oftmals lebensgefährlichen Arbeiten 13 Mitarbeiter tödlich verletzt. Für das Jahr 2014 sind keine Unfälle beim KMBD zu verzeichnen.

     

    Bombenentschärfung
    Bombenentschärfung

    Bombenentschärfung
    500 ibs US Bombe

    engl. Kopfzünder No. 44 mit Bodenschraube
    engl. Kopfzünder No. 44 mit Bodenschraube



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