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  • Abteilung 9
    01.07.2014
    Pressekonferenz des Landesgesundheitsamts Baden-Württemberg: Gut vernetzt für mehr Gesundheit im Land
    Vorstellung des Jahresberichts 2013

    Anlässlich der heutigen Veröffentlichung des Jahresberichts 2013 des Landesgesundheitsamtes (LGA) verweist Regierungspräsident Johannes Schmalzl auf die wichtige Funktion der landesweit tätigen Fachbehörde in Baden-Württemberg. „Durch die Integration in das Regierungspräsidium Stuttgart sind die behörden-internen Abstimmungswege bei den vielfältigen Aufgaben mit Gesundheitsbezug vereinfacht und erleichtern die Gesundheitsvorsorge, die Anerkennung von Berufsqualifikationen im Gesundheitsbereich oder den Infektionsschutz. Auch wenn das LGA meist für den Bürger nicht erkennbar ist, würde ein Fehlen bald wahrnehmbare Folgen für ihn haben. Viele Dienstleistungen der Gesundheitsämter in den Stadt- und Landkreisen wären fachlich erschwert und weniger abgestimmt oder würden wegfallen müssen."

    Drei gesundheitsbezogene Schwerpunkte rücken derzeit verstärkt in den Vordergrund des LGAs:

    Im Bereich der chronischen Erkrankungen zählt Diabetes mellitus Typ 2 zu einer der derzeit häufigsten chronischen, lebensstilbedingten Erkrankungen in der Bevölkerung mit erheblicher volkswirtschaftlicher Bedeutung. Fast jeder 10. Mensch in Baden-Württemberg ist Schätzungen zu Folge von einem erkannten (diagnostizierten) oder noch unerkannten Diabetes mellitus Typ 2 betroffen. Etwa jeder vierte über 65-Jährige leidet daran. Zunehmend sind auch Jüngere und sogar Jugendliche betroffen. Durch eigenes Zutun, insbesondere mehr Bewegung und bewusstere Ernährung, lässt sich vielfach das Erkrankungsrisiko senken bzw. der Erkrankungsverlauf günstig beeinflussen. Deshalb ist „Diabetes mellitus Typ 2 Risiko senken und Folgen reduzieren" vorrangig unter den acht Gesundheitszielen in Baden-Württemberg. Zweifellos kann die Umsetzung nur gelingen, wenn sich alle gesellschaftlichen Gruppierungen einbringen. Das LGA unterstützt die Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema, zum Beispiel über Risikofragebögen und die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen.

    Ein zweiter Schwerpunkt ist die Anerkennung ausländischer Fachkräfte im Gesundheitswesen Viele Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sind schon heute auf ausländische Fachkräfte angewiesen. Die gezielte Anwerbung führt zu einer anhaltend hohen Nachfrage nach möglichst zeitnaher Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen. Nachdem ein Bundesgesetz die Prüfung der Gleichwertigkeit der Berufsqualifikationen in den Gesundheitsberufen in der Regel innerhalb von drei Monaten garantiert, übernimmt das Landesprüfungsamt im LGA ab 01. Oktober 2014 dies auch für alle nicht-akademischen Gesundheitsfachberufe. Zusammen mit dem IQ-Netzwerk Baden-Württemberg und anderen Institutionen hat das LGA zudem einen Vorbereitungskurs für ausländisches Arztpersonal entwickelt und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung im Raum Stuttgart und Umgebung. Der erste Kurs hat gerade mit 25 Teilnehmern begonnen. Dieses Angebot mit abschließender Kenntnisprüfung ist bisher einmalig in Deutschland. Infolge des demografisch bedingten Rückgangs der Erwerbsbevölkerung ist auch die Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland ein Lösungsansatz im Gesundheitswesen.

    Ein besonders sensibles Thema ist das schnelle Einschätzen und Managen von Gesundheitsrisiken durch kaum bekannte oder neue hochansteckende Krankheitserreger wie zum Beispiel Chikungunya bei Touristen aus der Karibik, Verdacht auf MERS-CoV-Virusinfektion bei Reisenden aus dem Mittleren Osten, der Ebola-Ausbruch in Westafrika oder unbekannte Erkrankungen von Reiserückkehrern aus fernen Ländern. In manchen Erdteilen sind auch fast ausgelöschte Krankheiten wie Kinderlähmung wieder auf dem Vormarsch. Fragen hierzu stellen die Gesundheitsdienste, Krankenhäuser und Ärzte unversehens vor große Herausforderungen. In Baden-Württemberg bringt das Kompetenzzentrum Gesundheitsschutz des LGA seit über zehn Jahren seinen breiten fachlichen Sachverstand zur Abklärung und zum Management solcher Gesundheitsbedrohungen ein und unterstützt die Pandemieplanung im Land. Deutschlandweit ist es eines von acht ähnlichen Zentren für das gesundheitsbezogene Management von Verdachtsfällen auf hochansteckende Erkrankungen. Verdachts- oder Erkrankungsfälle aus Baden-Württemberg können in der Sonderisolierstation am Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart medizinisch versorgt werden. Das LGA übernimmt die Beobachtung des Infektionsgeschehens und unterstützt die Diagnostik im eigenen Laborbereich. Als besonders wichtig wird die Erarbeitung und Weitergabe spezifischer Kenntnisse und Weiterbildungen der Mitarbeiter sowie Übungen mit anderen Institutionen wie zum Beispiel Rettungsdiensten, Feuerwehren und Flughäfen gesehen. Das Kompetenzzentrum Gesundheitsschutz ist rund um die Uhr für Gesundheitsämter und ausgewählte andere Institutionen erreichbar.

    „Viele Aufgaben lassen sich nur in einem interdisziplinären fachlichen Netzwerk aus Experten und Institutionen bewältigen. Das LGA hat sich darin zu einer fachlichen Leitstelle des Öffentlichen Gesundheitsdienstes in Baden-Württemberg in der Schnittstelle zwischen Gesundheitspolitik, Gesundheitsverwaltung und Gesundheitswissenschaften weiterentwickelt", so der LGA-Präsident Prof. Dr. Günter Schmolz. „Mit unserem Blick auf die Gesundheit der ganzen Bevölkerung ergänzen wir die individualmedizinische Versorgung. Krankheitsprävention und Gesundheitsschutz gewinnen als Standortfaktoren für Baden-Württemberg immer größere Bedeutung."

    Der LGA-Jahresbericht 2013 kann im Internet unter www.gesundheitsamt-bw.de einsehen werde.

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