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  • Abteilung 8
    22.06.2015
    Archäologische Denkmalpflege - 3000 Jahre alte Holzbauteile in Oberschwaben bei Oggelshausen am Federsee gefunden
    Wie die Experten des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart forschungsrelevante Erkenntnisse aus diesen Funden gewinnen, soll Mittwoch, 1. Juli 2015, um 10.30 Uhr in Oggelshausen vorgestellt werden

    Bei Entwässerungsarbeiten im Moor bei Oggelshausen wurden zwei bearbeitete Eichenhölzer gefunden, von denen eines sicher aus der Zeit um 1050 vor Christus stammt. Experten des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart berichten weiter, dass es sich um eine große Eichenbohle mit zwei quadratischen Löchern handelt. Die ursprüngliche Funktion stellt die Fachleute noch vor ein Rätsel. Das zweite, knapp 1,5 m lange Objekt ist die Rohform einer Wagenachse, die in einem nur aus Holz gefertigten Wagen verbaut werden sollte. Gut erhaltene Holzgegenstände  und -bauteile aus dieser Zeit gehören zu den ganz seltenen Funden.

    Wie die Archäologen des Regierungspräsidiums den Hölzern forschungsrelevante Daten entlocken, stellen wir Ihnen gerne bei einem Pressetermin vor.
    Kommen Sie

    am Mittwoch 1. Juli 2015,

    um 10.30 Uhr

    zum Rathaus Oggelshausen.

    Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

    Unmittelbar nach der Präsentation der Objekte im Gelände werden sie zur Restaurierung in die Werkstätten des Landesamts für Denkmalpflege nach Esslingen gebracht. Nach ihrer Aufbereitung sollen die Hölzer im Zuge der großen Landesaustellung „4000 Jahre Pfahlbauten“, die von Mitte April bis Anfang Oktober 2016 in Bad Schussenried und Bad Buchau stattfindet, gezeigt werden.

    Ihre Ansprechpartner vor Ort werden Dr. Bodo Dieckmann , Dr. Oliver Nelle und Dr. Richard Vogt vom Landesamt für Denkmalpflege und Bürgermeister Ralf Kriz sein.

    Hintergrundinformationen:

    Die zeitliche Einordnung der Hölzer erfolgte über eine Kombination von C-14 Datierung und Analyse der Jahrringbreiten (Dendrochronologie). Vergleichbare Holzfunde wurden vor über 80 Jahren in der aus der späten Bronzezeit stammenden „Wasserburg Buchau“ geborgen, sie haben sich jedoch nur in geringem Umfang erhalten. Moderne Konservierungsmethoden ermöglichen heute eine dauerhaftere Sicherung

    Auf Grund des Fundzusammenhangs wohl ähnlich alt ist ein noch knapp 1,5 m langes annähernd quadratisch zurecht gehauenes Holzobjekt, das sich zu beiden Seiten hin verjüngt und an den Enden einen nahezu runden Querschnitt aufweist. Die eine noch erhaltene Stirnfläche ist sorgfältig überbeilt.

    Vergleichsfunde, wiederum aus der Wasserburg Buchau zeigen, dass es sich um die Rohform einer Wagenachse handelt. Vergleichbare Wagenachsen dieser Zeitstellung sind in Süddeutschland mit Ausnahme des Federsees bisher nicht bekannt, so dass es gerechtfertigt ist, bei dem Stück aus Oggelshausen von einer sensationellen Entdeckung zu sprechen.

    Beide Stücke lagen in einem alten Spülsaum des Federsees und könnten im Zuge eines Hochwasserereignisses aus der Wasserburg verschwemmt worden sein. Zusätzliche Erkenntnisse werden von einer Rettungsgrabung erwartet, die  vor der geplanten Anlage eines Entwässerungsgrabens stattfinden wird. Dabei sollen weitere Bereiche untersucht werden, die ebenfalls noch Hölzer enthalten dürften.


    Mit freundlichen Grüßen

    Nadine Hilber

​​Pressestelle

Ruppmannstr. 21
70565 Stuttgart
Telefon 0711 904-10002
Telefax 0711 7846940


Katja Lumpp
Pressesprecherin
EMail pressestelle@rps.bwl.de

Matthias Kreuzinger

Pressereferent
EMail pressestelle@
rps.bwl.de

Désirée Bodesheim
Pressereferentin
EMail pressestelle@rps.bwl.de