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  • Abteilung 1
    11.07.2015
    Gemeinsame Katastrophenschutzübung am Samstag 11. Juli 2015 des Regierungspräsidiums Stuttgart mit dem Landkreis Schwäbisch Hall, Hohenlohekreis und Ostalbkreis erfolgreich beendet
    „Keiner mag daran denken - trotzdem müssen alle vorbereitet sein. Das Regierungspräsidium Stuttgart übt die Steuerung und Koordination des Katastrophenschutzes für die Bevölkerung auf allen Ebenen“, sagt Regierungspräsident Johannes Schmalzl

    ​Am heutigen Samstag, den 11. Juli fand in den Landkreisen Schwäbisch Hall, Hohenlohekreis und Ostalbkreis gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Stuttgart eine Katastrophenschutzübung statt. Bei dieser sogenannten Vollübung hat der Bevölkerungsschutz real die vorgeplante Jodprophylaxe in der Fernzone (25 bis 100 im Radius um das KKW) beübt. Die Versorgung mit Kaliumjodidtabletten ist im Falle eines kerntechnischen Ereignisses eine wichtige Maßnahme zum Schutze der Bevölkerung.

    Dieser praktische Abschnitt verfolgte den Zweck, die Ablauforganisation der Verteilung von Jodtabletten sicherzustellen. Bei der Jodprophylaxe werden im Katastrophenfall in der Fernzone alle Kinder und Jugendlichen bis 18 Jahre und Schwangere mit Jodtabletten versorgt.

    Regierungspräsident Johannes Schmalzl betonte: „Keiner mag daran denken - trotzdem müssen alle vorbereitet sein. Wir üben genau das, woran wir nicht denken möchten, aber woran der Staat denken muss. Er muss präsent sein, wenn die Menschen ihn brauchen und das gewährleistet in einer Katastrophe das Regierungspräsidium Stuttgart.“

    Die drei Landkreise Schwäbisch Hall, Hohenlohekreis und Ostalbkreis führten diesen praktischen Übungsteil mit der Ablauforganisation an den jeweiligen Hauptanlieferungspunkten (HAP) für Kaliumjodidtabletten sowie mehreren Lokalen Anlieferungspunkten (LAP) und Ausgabestellen (ASt) eigenverantwortlich durch.

    Regierungsvizepräsident Dr. Christian Schneider begleitete die Übung und dankte den insgesamt 350 ehrenamtlich und hauptamtlich Tätigen für das hohe Engagement bei der Vollübung: „Die Übung zeigt die Leistungsfähigkeit unserer Katastrophenschutzeinheiten auf der Ebene der unteren Verwaltungsbehörden. Die mitübenden Kreise Schwäbisch Hall, Hohenlohe und Ostalb sind gut aufgestellt. Die Jodprophylaxe in der Fernzone von 25 km bis 100 km des GKN hat reibungslos geklappt. Vom Hauptausgabepunkt im Kreis über die lokalen Ausgabepunkte in den Gemeinden bis hin zu den Ausgabestellen vor Ort hat die Verteilungskette der Kaliumjodidtabletten rasch funktioniert. Insgesamt über 260.000 Tabletten konnten unter Einsatz von 110 Fahrzeugen an die in der Fernzone betroffenen Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sowie Schwangere verteilt werden. Das ist eine große logistische Leistung. Die Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen und kommunalen Einrichtungen klappt. Das ist sehr beruhigend, denn im Ernstfall müssen die Alarmierungsketten, die Einsatzbereitschaft und das Errichten der Ausgabestellen sehr schnell Hand in Hand erfolgen. Ich bin beruhigt, dass die Teams gut eingespielt sind. Ohne das Ehrenamt wäre die staatliche Aufgabe Katastrophenschutz nicht zu stemmen.“

    Landrat Klaus Pavel (Ostalbkreis) sagte erfreut: „Wir sind mit dem Ablauf der Übung im Ostalbkreis sehr zufrieden. Bislang haben wir regelmäßig Übungen auf Ebene des Verwaltungsstabes durchgeführt. Umso wichtiger war es nun für uns, eine Vollübung gemeinsam mit dem technischen Führungsstab im Kreis durchzuführen und das bislang theoretisch geübte Zusammenspiel in der Praxis zu erproben. Die Übung hat gezeigt, dass wir sowohl seitens der Verwaltung als auch von Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk gut gerüstet sind. Ich danke allen, die an der Vorbereitung und Durchführung beteiligt waren, insbesondere dem koordinierenden Regierungspräsidium Stuttgart, den Mitgliedern unseres technischen Führungsstabs, allen Mitgliedern des THW und der Feuerwehren im Ostalbkreis, den übenden Gemeinden sowie meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Bereich der Unteren Katastrophenschutzbehörde.“

    Michael Knaus, Erster Landesbeamter im Landkreis Schwäbisch Hall, ist beeindruckt: „Dank der hervorragenden Vorbereitung und Organisation sowie der großartigen Unterstützung von mehr als 130 freiwilligen Helferinnen und Helfern in unserem Landkreis konnten wir diese Vollübung abarbeiten und gemeinsam die zahlreichen Herausforderungen meistern. Für das vorbildliche Engagement danke ich allen Beteiligten sehr herzlich. Wir haben gute Erkenntnisse gewonnen, die wir für unsere zukünftige Arbeit gut nutzen können“.

    Gotthard Wirth, Erster Landesbeamter im Hohenlohekreis betonte: „Es ist wichtig, sich regelmäßig durch Übungen für den Ernstfall vorzubereiten. Eine gute Einweisung und Organisation ist notwendig, um im Krisenfall planvoll, schnell und wirksam reagieren zu können. Ich freue mich und bin dankbar, dass wir viele engagierte Helferinnen und Helfer im Hohenlohekreis haben, die heute bei der gemeinsamen Katastrophenschutzübung beteiligt sind.“ 

    Hintergrundinformationen:

    Der Katastrophenschutz (KatS) ist eine landesrechtliche Organisationsform der kommunalen und staatlichen Verwaltungen in den Ländern zur Gefahrenabwehr bei Katastrophen, bei der alle an der Gefahrenabwehr beteiligten Behörden, Organisationen und Einrichtungen unter einheitlicher Führung durch die örtlich zuständige Katastrophenschutzbehörde zusammenarbeiten.

    Die Katastrophenschutzbehörden haben die Aufgabe, die Bekämpfung von Katastrophen vorzubereiten, Katastrophen zu bekämpfen und bei der vorläufigen Beseitigung von Katastrophenschäden mitzuwirken (Katastrophenschutz). Sie haben dazu die Maßnahmen zu treffen, die nach pflichtmäßigem Ermessen erforderlich erscheinen.

    Die Katastrophenschutzbehörden in BW sind dreigliedrig organisiert:

    1. Untere Katastrophenschutzbehörden sind die Landratsämter und die Bürgermeisterämter der Stadtkreise als untere Verwaltungsbehörden.
    2. Höhere Katastrophenschutzbehörden sind die Regierungspräsidien.
    3.  Oberste Katastrophenschutzbehörde ist das Innenministerium.


    Die unteren Katastrophenschutzbehörden sind in der Regel für den Katastrophenschutz zuständig. Sie können auch in den Fällen, in denen die höhere oder die oberste Katastrophenschutzbehörde sachlich zuständig ist in ihrem Bezirk betraut werden.

    Die höheren Katastrophenschutzbehörden sind sachlich zuständig für den Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen sowie für Katastrophenschutzaufgaben, die sich über den Bezirk einer unteren Katastrophenschutzbehörde hinaus erstrecken.

    Als vorbereitende Maßnahmen haben die Katastrophenschutzbehörden insbesondere regelmäßige Übungen unter einheitlicher Führung durchzuführen. Zur Sicherstellung einer effektiven und effizienten Bekämpfung von Großschadensereignissen und Katastrophen sind Übungen unerlässlich.

    Das Regierungspräsidium Stuttgart führt als höhere Katastrophenschutzbehörde regelmäßig Übungen in den unterschiedlichen Zuständigkeitsbereichen durch, wie bspw. Tierseuchen- oder Hochwasserübungen, gemeinsame Übungen von Feuerwehr und Rettungsdiensten bei Großschadenslagen oder wie im konkreten Fall Krisenmanagementübungen am Gemeinschaftskraftwerk Neckarwestheim.

    Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Regierungspräsidiums Stuttgart unter
    https://rp.baden-wuerttemberg.de/Themen/Sicherheit/Seiten/Katastrophenschutz.aspx

    Allgemeine Informationen zum Katastrophenschutz erhalten Sie über die Internetseite BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz- und Katastrophenhilfe).

    Informationen zum Kernkraftwerk Neckarwestheim erhalten Sie vom Betreiber EnBW unter www.enbw.com/neckarwestheim.

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