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  • Abteilung 4
    29.07.2015
    Infrastruktursanierung und -ertüchtigung sind eine Mammutaufgabe
    Baustellentour 2015 im Regierungsbezirk Stuttgart mit Verkehrsminister Winfried Hermann und Regierungspräsident Johannes Schmalzl sowie Abgeordneten

    ​Verkehrsminister Winfried Hermann bereiste mit Regierungspräsident Johannes Schmalzl sowie den verkehrspolitischen Sprechern der Fraktionen Baustellen im Regierungsbezirk Stuttgart. Gemeinsam wurden Straßenbaustellen im Landkreis Göppingen, Esslingen, Böblingen sowie auf der Gemarkung der Stadt Stuttgart besichtigt. Dabei konnten geplante bzw. sich im Bau befindende Maßnahmen mit einem Volumen von über 100 Millionen Euro besichtigt werden.

    „Neubau, Ausbau, Ersatzausbau und Sanierungsmaßnahmen – wir haben uns die große Vielfalt der Bauprojekte des Regierungspräsidiums Stuttgart vor Ort angese-hen. Die Ertüchtigung und der Erhalt unserer Infrastruktur sind eine Mammutaufgabe. Das Regierungspräsidium Stuttgart stemmt diese Aufgabe bravourös. Es geht um die Sicherung von Mobilität im Zeichen der Nachhaltigkeit“, sagt Verkehrsminister Winfried Hermann und betont: „jedes Jahr setzt die Straßenbauverwaltung im Regierungsbezirk Stuttgart etliche hundert, sehr unterschiedliche Projekte um. Es freut mich, dass ich heute diesen beeindruckenden Ausschnitt der Leistung unserer Verwaltung besichtigen konnte.“

    „Mit Hochdruck ertüchtigen und erneuern wir die Infrastruktur in unseren RP Bezirk. Dabei wurden im vergangen Jahr fast 400 Millionen Euro Investitionen in diesem Bereich getätigt. Die Maßnahmen, die Sie heute gesehen haben sichern und steigern die Mobilität im Ballungsraum Stuttgart. Ich freue mich, Ihnen heute einen Teil davon zeigen zu können“, sagt Regierungspräsident Johannes Schmalzl und fügt hinzu: „die Belastung unserer Mitarbeiter bei der derzeitigen Personaldecke sowie den großen zu verbauenden Summen ist immens. Die von Verkehrsminister Winfried Hermann zur Verfügung gestellten Stellen zeigen eine erste entlastende Wirkung. Vielen Dank für die Bereitschaft, die Straßenbauverwaltung personell zu stärken.“

    In einer straff organisierten Baustellentour wurden folgende Baumaßnahmen besichtigt:

    • B 466 Ersatzneubau Brücke Nenningen
    • B 466 Neubau der OU Süßen / B10 OU Gingen
    • L1192 Knotenpunktumbauten zwischen A 8 / B 10 („Drechsler Knoten“ / Schwarze Breite“ / „Festo - Nellinger Linde“)
    • T&R-Anlage Denkendorf
    • A8 Überführung "Rotes Steigle" im Sindelfinger Wald
    • A 8 Verflechtungsstreifen AK Stuttgart – AS Leonberg/Ost
    • Abbruch und Neubau der Überführung des Weges Maichingen - Vaihingen "Rotes Steigle" über die A 8
    • Problematik des offenporigen Asphalt bei der A8 / A81 Leonberger Dreieck
    • L1182 Tunnelvortrieb OU Darmsheim


    Weitere Details zu den Maßnahmen finden Sie am Ende der Pressemitteilung.

    Das Regierungspräsidium Stuttgart zeigte sich darüber hinaus erfreut über die kürzlich erfolgten Baufreigaben: 

    • B 10 Süßen – Gingen
    • B 14 Nellmersbach Backnang
    • B 14/B 19 Weiler Tunnel Schwäbisch Hall
    • B 29 Essingen – Aalen


    „Diese wichtigen Projekte realisieren wir gerne. Das Regierungspräsidium Stuttgart steht in den Startlöchern und wird Teile dieser Maßnahmen dieses Jahr noch aus-schreiben bzw. beginnen. Auch diese Projekte dienen der Mobilität im Großraum Stuttgart“, sagt Schmalzl. „Wir verstehen uns als Dienstleister für die Bürger und wer-den diese Projekte zügig ausführen.“

    Hintergrundinformationen zu den besuchten Projekten:

    B 466 Ersatzneubau Brücke Nenningen

    Das Regierungspräsidium Stuttgart erneuert zum Beginn der Sommerferien die Lau-terbrücke in Nenningen am Ortsende in Richtung Weissenstein.

    Nachdem im Oktober 2014 bei einer Bauwerksprüfung zahlreiche Schäden am Na-tursteingewölbe der aus dem Jahr 1850 stammenden Brücke festgestellt wurden, musste die zulässige Tragfähigkeit des Bauwerks reduziert werden. Weitere Untersuchungen des Bauwerks ergaben, dass eine Instandsetzung unwirtschaftlich ist. Ein Neubau wurde daher unausweichlich. Die Bundesstraße stellt in diesem Bereich eine wichtige Schwerlaststrecke dar, die danach wieder befahren werden kann.

    Das alte Bauwerk wird ab dem Beginn der Sommerferien am 30.07.2015 abgebro-chen und durch einen Bachdurchlass aus Stahlbetonfertigteilen ersetzt. Damit kann eine möglichst schnelle Bauabwicklung erreicht werden. Die Bundesstraße wird dann bis zum Ende der Sommerferien am 12.September zumindest wieder halbseitig für den Verkehr freigegeben werden.

    Die Gesamtkosten für die Baumassnahme belaufen sich auf rund 600.000 Euro und werden vom Bund getragen.

    B 466 Neubau der OU Süßen / B10 OU Gingen

    Der insgesamt über 11,5 Mio. € teure und gut 2 km lange, 2-streifige Bauabschnitt beinhaltet sechs Brückenbauwerke, darunter eine Filsbrücke und eine Bahnüberführung über die B 466.
    Die Zielsetzung der Maßnahme ist die Entlastung der OD Süßen um über 67% des bisherigen Verkehrs sowie der Abbau von Kapazitätsengpässen und der Stärkung einer wichtigen Verkehrsachse durch zweistreifigen Neubau.

    Der Spatenstich für den Streckenabschnitt fand am 25.07.2013 statt. Bis auf Bauwerk 27, eine Wirtschaftswegüberführung, sind alle Bauwerke entweder im Bau oder bereits fertiggestellt.
    Die Bauarbeiten für die Bahnüberführung laufen gerade. Der Einschub erfolgte wie geplant in einer Sperrpause innerhalb von 80 Stunden in seine endgültige Lage. Die Fertigstellung ist für September 2015 geplant.
    Das Brückenbauwerk 28 und die damit verbundenen Leitungsverlegungen, Gabio-nenwände und Bachverlegungen sind ebenfalls im Bau. Die Herstellung der Straße „An der Lauter“ sowie der Rad- und Feldweg unter dem Bauwerk soll bis Ende August 2015 ebenfalls beendet werden.
    Die Wirtschaftswegüberführung kann erst nach Abschluss aller Arbeiten an der Ei-senbahnüberführung erfolgen. Die Bauarbeiten sind vergeben und die Ausführungsplanung wurde begonnen. Die Fertigstellung des Bauwerkes ist für April/Mai 2016 geplant.
    Nach Abschluss der Brückenarbeiten wird sich ab Frühjahr 2016 der Straßenbau anschließen und die Gesamtmaßnahme bis Sommer 2017 abgeschlossen sein.

    Parallel zu den oben genannten Arbeiten werden eine Vielzahl von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für die Zauneidechse und speziell den Juchtenkäfer (Eremit) durchgeführt. So werden ca. 60 Bäume gepflanzt, welche gezielt „geschädigt“ werden, in dem Sinne, dass sich Höhlen bilden, welche mit Pilzen geimpft werden, so dass sich ein Lebensraum für die Käfer entwickeln kann. Zudem werden zwei ca. 120 Jahre alte Birnbäume lebend verpflanzt. Die Vorbereitungen für die Verpflanzung laufen seit Winter 2013/14 und werden voraussichtlich Ende September/Anfang Oktober 2015 mit der Verpflanzung abgeschlossen sein. Die Nachsorge der Ersatzstrukturen für den Juchtenkäfer und die Eidechsen wird viele Jahre erforderlich sein (mind. 15 Jahre).

    Ertüchtigung der Knotenpunkte entlang der L 1202/L 1192 zwischen A 8 und B 10

    Aufgrund des hohen Verkehrsdruckes auf den Landesstraßen L 1202 und L 1192 zwischen der BAB 8 und der B 10 sind die Knotenpunkte in den Spitzenstunden stark überlastet. Es ist vorgesehen, alle 7 Knotenpunkte in diesem Streckenabschnitt zu ertüchtigen.
    Der Abschnitt beinhaltet folgende Teilprojekte:

    1. Umbau Knotenpunkt A 8/L 1202 (AS Esslingen):
      Verlegung der AS Esslingen um ca. 500 m nach Westen mit Anbindung an die künftige Autobahnparallele. Trennung der AS von der Anbindung der Autobahnparallelen an die L 1202.
    2. Umbau Knotenpunkt L 1202/Neuhäuser Straße:
      Zusätzliche Geradeausspuren von der A 8 und der B 10 kommend.
    3. Ausbau Knotenpunkt L 1202/L 1200 (Drechslerknoten):
      Zusätzliche Geradeausspuren von der A 8 und der B 10 kommend.
      Verbreiterung der Radwegeunterführung.
    4. Ausbau Knotenpunkt L 1192/„Schwarze Breite“:
      Zusätzliche Geradeausspur von der B 10 kommend.
    5. Ausbau Knotenpunkt L 1192/K 1216 („FESTO-Knoten“):
      Zusätzliche Geradeausspur und zusätzliche Linksabbiegespur von der A 8 kommend. Zusätzliche Rechtsabbiegespur von der B 10 kommend.
      Zusätzliche Linkseinbiegespur von Berkheim kommend.
      Zusätzliche Linkseinbiegespur und zusätzliche Rechtseinbiegespur von Zollberg kommend.
      Verbreiterung der Radwegeunterführung.
    6. Knotenpunkt L 1192/Am Ziegelbrunnen:
      Unterbinden des Linkseinbiegens von Berkheim kommend auf die L 1192 durch Beschilderung, Ummarkierung und Anpassung des Fahrbahnteilers.
    7. Ausbau Knotenpunkt B 10/L 1192/K 1215:
      Zusätzliche Geradeausspur von der A 8 kommend. Zusätzliche Linkseinbiegspur von Sirnau kommend.
      Neubau einer Radwegebrücke über die B 10.


    Die Gesamtkosten dieser Maßnahme betragen über 11 Mio. Euro.

    T&R-Anlage Denkendorf

    Die Tank- und Rastanlage Denkendorf wird in 2 Schritten erweitert. (1. BA fertig gestellt). Die Gesamtkosten für die Erweiterung betragen knapp 6 Mio Euro.
    Der bisherige Stellplatzbestand wird von 24 LKW Parkplatzen auf künftig 107 erweitert. Zudem kommen 8 Parkplätze für Busse sowie 12 für Caravans hinzu. Die Anzahl der PKW Parkplätze wird von 61 auf 114 erhöht.

    Die auf der Rastanlage anzuordnenden Lärm- und Sichtschutzmaßnahmen wurden mit der Gemeinde abgestimmt und vom Baulastträger genehmigt.

    Die geplante Schnellbahntrasse Stuttgart 21 kreuzt im südwestlichen Bereich der Tank- und Rast- Anlage die Autobahn.

    A8 BW 7220 516 Überführung "Rotes Steigle" im Sindelfinger Wald

    1. A 8 Verflechtungsstreifen AK Stuttgart – AS Leonberg/Ost einschließlich Abbruch und Neubau der Überführung des Weges Maichingen - Vaihingen "Rotes Steigle"

      Ab Dezember 2015 beginnt der Neubau des Überführungsbauwerks Rotes Steigle. Dieser wird als Stahlverbundbrücke in einer geplanten Bauzeit 10 Monate bis Ende September 2016 realisiert. Dafür sind Rodungsarbeiten entlang der Strecke auf einem ca. 20 m breiten Streifen erforderlich. Dort werden die beiden Widerlager hergestellt und parallel geschieht die Vormontage der beiden Stahlverbundteile. Diese Stahlverbundteile stellen die spätere Brückenträger dar. Sie werden dann unter Vollsperrung der A 8 eingehoben. Die Kosten für diese Überführung betragen ca. 2,0 Mio €.
      Im Anschluss daran wird die bisherige Überführung abgerissen. Dafür sind zusätzlich Kosten in Höhe von 500.000,-€ vorgesehen.
      Ab Februar 2017 beginnt der Neubau des Verflechtungsstreifens und des Fahrbahndeckenloses in beiden Fahrtrichtungen einschließlich des Ersatzneubaus der Unterführung der L 1189. Die geplante Bauzeit beträgt 11 Monate. Die Arbeiten werden rund um die Uhr durchgeführt, um die Dauer der Beeinträchtigung so gering wie möglich zu halten.
      Der Bau des Verflechtungsstreifens geschieht unter Aufrechterhaltung des Verkehrs.
      Die Kosten im Bereich Straßenbau betragen  ca. 20,0 Mio €, im Bereich Brückenneubau 3,5 Mio €.
      Ab Herbst 2017 wird zusätzlich mit dem Umbau des PWC Sommerhofen begonnen. Dort entstehen zusätzliche LKW Stellplätze. Die Kosten hierfür betragen ca. 1,2 Mio €.

    2. Problematik OPA A8 / A81 Leonberger Dreieck

      Im Bereich des Leonberger Dreiecks werden auf der Hauptfahrbahn Karlsruhe - München die schadhaften Betonplatten ausgebaut und durch einen lärmarmen offenporigen Asphalt (OPA) ersetzt, um die Anforderungen aus dem gültigen Planfeststellungsbeschluss zu erfüllen.Des Weiteren wird zwischen den Anschlussstellen Leonberg-West und Heimsheim in beiden Fahrtrichtungen die schadhafte Asphaltdecke aus OPA erneuert.Dieser Autobahnabschnitt ist mit über 80.000 Fahrzeugen sowie 15% Schwerverkehr extrem belastet. Die Gesamtkosten für diese Sanierung betragen ca. 16 Mio Euro.
    Die Ausschreibung der Maßnahme soll im Oktober 2015 erfolgen. Der Baubeginn ist für April 2016 vorgesehen. Die Bauzeit beträgt ca. 7 Monate.


    L1182 Tunnelvortrieb OU Darmsheim

    Der Tunnel besteht aus der 460 m langen Hauptröhre mit 2 Fahrstreifen und beidseitigen Notgehwegen.

    Der Tunnel wird bis auf die Portalbereiche in geschlossener Bauweise nach den Prinzipien der „Neuen Österreichischen Tunnelbauweise“ aufgefahren: einer zweischaligen Konstruktion bestehend aus der temporär tragfähigen Außenschale aus bewehrtem Spritzbeton und einer wasserundurchlässigen dauerhaft tragfähigen Innenschale aus Stahlbeton mit einer Regelblocklänge von 10 m.

    Die Vergabe der Arbeiten für den Tunnelrohbau erfolgte nach Durchführung eines offenen EU-weiten Verfahrens im Dezember 2014 an die Firma Wayss & Freytag Ingenieurbau AG.
    Am 18. Mai 2015 fand der feierliche Tunnelanschlag statt. Ab Juni 2015 haben die Vortriebsarbeiten im Sprengverfahren für den Hauptstollen von Osten her begonnen. Mit 2 bis 3 Sprengungen pro Tag werden Abschlagslängen bis zu 6 m erreicht. Die Gesamtvortriebslänge liegt derzeit bei ca. 50 m. Zeitgleich wurde mit dem Bau des Rettungsstollens von Westen her begonnen. Grund hierfür sind die Vorgaben des Rettungskonzeptes der Landesbergbaudirektion Freiburg.
    Das geplante Ende der Vortriebsarbeiten ist für Januar 2016 vorgesehen. Danach wird mit dem Ausbau der Innenschale begonnen.

    Nach Abschluss der Tunnelrohbauarbeiten im Februar 2017 kann mit den Arbeiten der Tunnelausstattung und des Straßenbaus begonnen werden. Mit der Gesamtfer-tigstellung wird im Mai 2018 gerechnet.

    Die Baustelle ist mit einem Infopoint versehen. Dieser Infopoint wurde am 20.10.2014 eröffnet. Dort können sich Bürger jeden Donnerstag von 14:00 bis 16:00 Uhr über die Arbeiten und deren Fortgang informieren. Besuchergruppen erhalten auf Anfrage Führungen an gesonderten Terminen. Ab September 2015 beginnt das RPS mit dem ersten eintägigem Workshops für Schüler und Studenten, um das Berufsbild des Geologen näher zu bringen.

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Katja Lumpp
Pressesprecherin
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Matthias Kreuzinger

Pressereferent
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Désirée Bodesheim
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