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  • Abteilung 9
    29.12.2014
    Regierungspräsident Johannes Schmalzl präsentiert Jahresbilanz des Landesgesundheitsamtes
    Schwerpunkte der Arbeit lagen unter anderem bei der Anerkennung ausländischer Fachkräfte im Gesundheitswesen und der Prävention in Bezug auf Ebola

    ​Die Sicherung des Fachkräfteangebotes im Gesundheitswesen ist eine zentrale unternehmerische und wirtschaftspolitische Aufgabe. Viele Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen sind auf ausländische Fachkräfte aus dem Gesundheitsbereich angewiesen. „Die gezielte Anwerbung ausländischer Fachkräfte führt bei uns zu einer zu einer anhaltend hohen Nachfrage nach möglichst zeitnaher Anerkennung der ausländischen Berufsqualifikationen“, sagte Regierungspräsident Johannes Schmalzl bei der Vorstellung der Jahresbilanz des Landesgesundheitsamts, das beim Regierungspräsidium Stuttgart (RP) angesiedelt ist.

    Neben der landesweiten Anerkennung der ausländischen Ärzteausbildung ist das RP seit dem 01. Oktober 2014 auch landesweit für die Anerkennung aller im Ausland erlernten nicht-akademischen Gesundheitsfachberufe zuständig. „Diese zusätzliche landesweite Zuständigkeit des Regierungspräsidiums Stuttgart bedingt um ein Vielfaches gestiegene Antragszahlen. Damit ist eine stark zunehmende Arbeitsbelastung bei gleichzeitig immer weiter sinkenden personellen Ressourcen verbunden“, so Schmalzl. „Wir setzen uns mit allen Kräften dafür ein, den Anträgen auf Anerkennung nachzukommen, um dem Fachkräftemangel im Gesundheitswesen entgegen zu wirken.“

    Dem Ärztemangel begegnet  das Regierungspräsidium Stuttgart auch, in dem es zusammen mit dem IQ-Netzwerk Baden-Württemberg und anderen Institutionen  einen Vorbereitungskurs für ausländische Ärztinnen und Ärzte entwickelt hat. Schmalzl: „Dieser Kurs soll den Akademikern den Einstieg in den Berufsalltag in Deutschland erleichtern. Wir leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung im Gesundheitswesen im Raum Stuttgart und Umgebung.“ Der erste Kurs hat am Ende Juni 2014 mit insgesamt 25 Teilnehmern begonnen. Dieses Angebot mit abschließender Kenntnisprüfung ist bisher einmalig in Deutschland.

    Die ausländischen Ärzte und Pflegekräfte können nur dann gute Arbeit in Deutschland leisten, wenn ihre Sprachkenntnisse ausreichen und die Fachkräfte gezielt integriert werden. In der Gesundheitsministerkonferenz von Bund und Länder wurden daher einheitliche Vorgaben für die erforderlichen Sprachkenntnisse vereinbart. „Vom Regierungspräsidium Stuttgart wurde dazu ein Leitfaden zur Anerkennung von ausländischen Ärzten zusammen mit dem Universitätsklinikum Freiburg und der Freiburg International Academy entwickelt. Dieser Leitfaden soll zur Klärung der unterschiedlichen Zuständigkeiten und zu einer besseren Transparenz des Verfahrens beitragen“, so der Regierungspräsident. Auch im kommenden Jahr werde die Anerkennung ausländischer Abschlüsse im Gesundheitsbereich ein besonderer  Schwerpunkt der Arbeit im Regierungspräsidium Stuttgart sein.

    Seit dem Sommer hat auch das Thema Ebola und die grundlegende Vorbereitung auf einen möglichen Seuchenfall in Baden-Württemberg das Landesgesundheitsamt beschäftigt: Die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation erklärte am 8. August den Ebola-Ausbruch in Westafrika zu einer gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite. Allerdings ist das Auftreten von Ebola-Fieber bei uns kaum wahrscheinlich. Bisher gab es nirgendwo in Europa eine unkontrollierte Einschleppung von Infektionen durch das Ebola-Virus. Was es gab, waren Fälle medizinische Hilfe: In sorgfältig geplanten Evakuierungsflügen wurden 2014 drei erkrankte Ebolahelfer internationaler Organisationen nach Berlin, Leipzig und Frankfurt gebracht und in speziellen Zentren behandelt. Dort verhindern besondere Schutzmaßnahmen eine Ausbreitung in der Bevölkerung. Auch eine Sonderisolierstation im Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart ist entsprechend ausgestattet. Vorsorge ist bei Seuchen wie Ebola alles und das Gesundheitswesen in Baden-Württemberg wurde hierauf vorbereitet: Das Kompetenzzentrum Gesundheitsschutz im Landesgesundheitsamt des RP Stuttgart stellt fortlaufend aktualisierte Fachinformationen zur Verfügung, unterstützt Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte und Krankenhäuser und veranstaltet Kurse zum Umgang mit Infektionsschutzbekleidung. In besonderen Fällen kann das Sicherheitslabor im Landesgesundheitsamt bei Patienten mit unklarem Fieber, die sich zuvor in einem Ebola-Gebiet in Westafrika aufgehalten haben, einen Ebola-Verdacht ausschließen.

    Intensiver noch als Ebola beschäftigt das Landesgesundheitsamt (LGA) der Kampf gegen die Verbreitung Multiresistenter Erreger. Wichtig ist hier vor allem die Sensibilisierung von Fachkräften wie Krankenhauspersonal, Veterinären, Patienten und Angehörigen. So hat das Landesgesundheitsamt mit seinem MRE-Netzwerk BW 2014 vor allem auf Öffentlichkeitsarbeit gesetzt. Dazu zählten die Veröffentlichung weiterer Merkblätter und Flyer und die Übersetzung in mehrere Fremdsprachen. Darüber hinaus hat sich das LGA an vielen regionalen Netzwerkveranstaltungen mit Referententätigkeiten beteiligt sowie eigene Fortbildungen für die Netzwerkmitglieder organisiert. Ende November hat das 2. interdisziplinäre Symposium gemeinsam mit der Landestierärztekammer BW in Stuttgart stattgefunden, bei dem Themen zum Vorkommen und zur Verbreitung von multiresistenten Erreger in der Humanmedizin sowie in der Veterinärmedizin behandelt wurden.

    Im Bereich der chronischen Erkrankungen zählt Diabetes mellitus Typ 2 zu einer der derzeit häufigsten chronischen, lebensstilassoziierten Erkrankungen in der Bevölkerung mit erheblicher volkswirtschaftlicher Bedeutung. Fast jeder zehnte Mensch in Baden-Württemberg ist Schätzungen zu Folge von einem erkannten (diagnostizierten) oder noch unerkannten Diabetes mellitus Typ 2 betroffen. Etwa jeder vierte über 65-Jährige leidet daran. Zunehmend sind auch Jüngere und sogar Jugendliche betroffen. Durch eigenes Zutun, insbesondere mehr Bewegung und bewusstere Ernährung, lässt sich vielfach das Erkrankungsrisiko senken bzw. der Erkrankungsverlauf günstig beeinflussen. Ziel sollte insgesamt ein aktiver, gesundheitsförderlicher Lebens- und Ernährungsstil sein, der bereits vom frühen Kindes- und Jugendalter an erlernt und im weiteren Lebenslauf beibehalten wird. Deshalb ist „Diabetes mellitus Typ 2 Risiko senken und Folgen reduzieren" vorrangig unter den acht Gesundheitszielen in Baden-Württemberg. Zweifellos kann die Umsetzung nur gelingen, wenn sich alle gesellschaftlichen Gruppierungen einbringen. „Das Landesgesundheitsamt unterstützt hier die Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema Diabetes zum Beispiel über Risikofragebögen und die Internetseiten www.aktivfuergesundheit-bw.de“, so Regierungspräsident Johannes Schmalzl.
     
    Seit acht Jahren gibt es im Landesgesundheitsamt das Kooperationszentrum der Weltgesundheitsorganisation (WHO). WHO-Kooperationszentren sind  Forschungsinstitute, Universitäten oder Akademien, die von der Generaldirektorin zur Durchführung von Aktivitäten zur Unterstützung der Programme der WHO berufen werden. Derzeit gibt es über 700 WHO-Kooperationszentren in mehr als 80 Mitgliedstaaten in Bereichen wie Pflege, Gesundheit, übertragbare Krankheiten, Ernährung, psychische Gesundheit, chronische Erkrankungen und Gesundheitstechnologien. Das Kooperationszentrum im Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg hat seinen Schwerpunkt im vergangenen Jahr auf das Fachthema „Wohnen und Gesundheit“ gelegt. Besonders zu erwähnen, ist hier die Zusammenarbeit mit dem FRAUNHOFER-Institut für Holzforschung (WKI) in Braunschweig und die gemeinsam erstellte Website zum Thema Innenraumbelastung http://who.iccg.de/innenraum.html.  Das WKI ist ein renommiertes Institut, welches sich mit chemischen Emissionen in Innenräumen befasst. Schmalzl: „Diese Seite bietet für Bürgerinnen und Bürger Information über Innenraumschadstoffe und wie man Belastungen vermeiden kann.“

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