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  • Abteilung 1
    12.10.2015
    LEA Ellwangen ¬– Regierungspräsidium Stuttgart greift Anregungen der Verbände und Organisationen vor Ort auf
    Regierungspräsident Johannes Schmalzl und LEA-Leiter Berthold Weiß: „Nach einem runden Tisch wird nun gemeinsam nachgebessert, um die Situation von Bewohnern, Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern trotz Überbelegung in der Landeserstaufnahmeeinrichtung weiter zu verbessen“

    Die massive Überbelegung der Landeserstaufnahmeeinrichtung in Ellwangen ist dem enormen Flüchtlingszustrom geschuldet. Diese Notsituation bringt alle Beteiligten, Bewohner wir Hauptamtliche, Mitarbeiter von Verbänden, Sicherheitsdiensten und Dienstleister an ihre Grenzen. Probleme und Reibereien bleiben da nicht aus. In Ellwangen haben jetzt die Verbände reagiert und in einem Schreiben gefordert, dass sich Einiges verändern muss, um wieder ein geordnetes und menschenwürdiges Miteinander möglich zu machen.

    Das Regierungspräsidium Stuttgart begrüßt die aktive Mitarbeit der Verbände bei der Sorge um ein gutes Miteinander. Bei einem runden Tisch haben die Engagierten nun alle Punkte angesprochen und gemeinsam mit der LEA-Leitung eine Zielvereinbarung erarbeitet, die ab sofort umgesetzt wird und die Situation in der Landeserstaufnahmeeinrichtung trotz der vielen Flüchtlingszugänge entspannen und verbessern soll. 

    1. Sicherheit

      Um die Sicherheit in der Lea zu gewährleisten, wurde der Sicherheitsdienst bereits von 20 auf 30 Personen pro Schicht aufgestockt. Hauptaufgabe des Personals ist die Deseskalation. Entsprechende Schulungen bereiten die Eingesetzten darauf vor. Eine engmaschige Kontrolle und das sofortige Abstellen von potenziellen Brandquellen wie zum Beispiel das Rauchen im Bett sollen zusätzlichen Schutz bieten. Eine Brandwache wird 24 Stunden im Einsatz sein. Die Flüchtlinge werden zum eigenen Schutz immer wieder an die Einhaltung der Hausordnung erinnert.
    2. Sanitäre Versorgung

      Die sanitäre Versorgung der Flüchtlinge war unter dieser Volllast und der Inanspruchnahme der Sporthalle nicht mehr ausreichend. Die LEA-Leitung hat unabhängig und bereits vor der geäußerten Sorge der Verbände reagiert und Dusch- sowie Sanitärcontainer bestellt. Nach entsprechender Lieferzeit sind nun vier weitere Dusch- bzw. Sanitärcontainer sowie zwei weiter WC-Container aufgestellt worden. Zusätzlich sollen im technischen Bereich der Kaserne weitere, neue Sanitärräume erschlossen werden.
      Die Firma EHC wurde gebeten, die Reinigungszyklen an den einschlägigen Standards, zum Beispiel auch RKI-Vorgaben im Hinblick auf Desinfektionsrichtlinien, anzupassen.
      Die Sorge der Verbände, dass eine Pandemie – zum Beispiel durch den Norovirus - ausbrechen könnte, teilt die LEA-Leitung. Daher wurde das Gesundheitsamt Ostalbkreis bereits entsprechend angefragt. Es ist mit Plänen für den Umgang mit solchen Ausbrüchen vorbereitet. Weitere Gespräche sind anberaumt.
    3. Medizinische Grundversorgung

      Es laufen bereits Gespräche mit der Ärzteschaft, um auch an Wochenenden auf medizinisch ausgebildetes Personal zurückgreifen zu können. Auch die umliegenden Kliniken werden in die Gespräche zu Verbesserung der Situation eingebunden. Das Regierungspräsidium begrüßt die Unterstützung durch die Ärzteschaft in der Region. So werden die Allgemeinmediziner tatkräftig durch Fachärzte aus den Bereichen Gynäkologie oder Zahnheilkunde verstärkt. Besonders wichtig ist die Mitarbeit von Kinderärzten: Annähernd 1000 der in der LEA untergebrachten Flüchtlinge sind minderjährig.

    4. Unterbringung / Versorgung

      Eine Zeit lang mussten auch Familien mit kleineren Kindern in Zelten schlafen. Ziel auch der LEA-Leitung war immer die Unterbringung von Familien in Gebäuden. Bei den täglich anreisenden Familien war dies aber nicht immer möglich. Mittlerweile aber gibt es Notunterkünfte im technischen Bereich der Kaserne, in denen Familien unterkommen können.
      Die Firma EHC hat darüber hinaus den Auftrag, dafür zu sorgen, dass jedem Flüchtling ein freies Bett zugewiesen wird.

      Mittlerweile gibt es wegen der massiven Überbelegung fast keine Aufenthaltsräume mehr. Aufgrund der bevorstehenden kalten Jahreszeit können sich die Asylsuchenden nicht mehr im Freien aufhalten. Die LEA-Leitung behandelt dieses Problem prioritär und sucht über die Erweiterung der LEA in den technischen Teil der Kaserne eine Lösung. Das Platzproblem wird sich entzerren.

      Damit die Schlangen an der Essensausgabe gemildert werden, wird es ab Ende Oktober eine zweite Essensausgabe geben. Trinkwasser steht in den Häusern und im Infopoint über einen Getränkespender immer zur Verfügung. Das Kantinengebäude dafür rund um die Uhr zu öffnen, ist wegen der nötigen Reinigung nicht möglich. Aber auch hier prüft die LEA-Leitung, ob weitere Ausgabestellen möglich sind.

      Die Kleiderkammer wird von Bürgerinnen und Bürgern aus Ellwangen und der gesamten Region sehr gut befüllt. Die Flüchtlinge sind auf diese Spenden angewiesen und nehmen sie dankbar an. Um die Ausgabe zu entzerren, sind Männerkleidung und Frauen- sowie Kinderkleidung bereits an unterschieden Orten ausgegeben worden. Es soll noch eine weitere Ausgabe hinzukommen.
    5. Ständige Kriseninterventionen bringen Helfer an die Grenzen ihrer Belastbarkeit

      Die Plötzlichkeit der Entwicklungen erfordert oft und unkontrollierbar kurzfristige Entscheidungen. Die LEA-Leitung ist sich der Problematik bewusst. Sie ist der Flüchtlingskrise geschuldet und kann aller Voraussicht nach nicht vollständig abgestellt werden. Die LEA-Leitung bittet daher die Verbände, sich rechtzeitig zu melden, um durch frühzeitige Kommunikation Überlastung schnellstmöglich abzuhelfen.

      Die getroffenen Zielvereinbarungen sollen ab sofort umgesetzt werden. Die LEA-Leitung und die Verbände werden gemeinsam verfolgen, wie sich die Situation für alle Beteiligten dadurch verbessert und überlegen, welche Zusatzmaßnahmen noch hilfreich sein können.

      Das große Ziel bleibt von diesen Vereinbarungen unberührt: Die Belegung der Landeserstaufnahme Einrichtung soll heruntergefahren werden. Dazu steht das Regierungspräsidium in engem Austausch mit dem Integrations- und dem Innenministerium. Durch Helferinnen und Helfer aus anderen Arbeitsbereichen des Regierungspräsidiums, durch den Einsatz von Pensionären und der Unterstützung der Bundeswehr konnte die Kapazität der LEA-Dienststelle auf über 800 Verlegungen in der Woche ausgebaut werden. Auch das Gesundheitsamt des Ostalbkreises hat sein Personal entsprechend verstärkt. Parallel wird derzeit die LEA in den technischen Bereich der Kaserne hinein ausgebaut. Um den verbleibenden Flüchtlingen mehr Platz zu bieten.

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