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  • Abteilung 1
    17.10.2015
    Katastrophenschutzübung „Horkenberger Feuerwalze“ des Regierungspräsidiums Stuttgart in der Gemarkung Löwenstein
    Innenminister Reinhold Gall: „Ich sehe die Region für mögliche Großschadensereignisse gut aufgestellt“

    Regierungspräsident Johannes Schmalzl ergänzt: „Die erstmalige landkreisübergreifende Zusammenarbeit hat sich heute hervorragend bewährt“

    Das Regierungspräsidium Stuttgart übte gemeinsam mit den Kreisbrandmeistern und den Leitern der Feuerwehren Stuttgart und Heilbronn das „Konzept der kreisübergreifenden Hilfeleistung in der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr“ bei Eintritt von Großschadenereignissen.

    Dafür wurde das Übungsszenario großflächiger Waldbrand „Horkenberger Feuerwalze“ in der Gemarkung Löwenstein erstellt. Verschiedene Einheiten der Feuerwehren, des Deutschen Roten Kreuzes, des Technischen Hilfswerkes, des Bundesverbandes Rettungshunde und der ZMZ Organisation der Bundeswehr vom Landeskommando Baden Württemberg nahmen an dieser Übung teil.

    Mit eingebunden waren die im Übungsgebiet befindliche Klinik Löwenstein und die Forstverwaltung des Landratsamtes Heilbronn, welche die Wirksamkeit ihrer eigenen Gefahrenabwehrpläne testete.

    Die Übung gliederte sich in eine vorgeschaltete Alarmierungs- und Marschübung mit Eintreffen in einem Sammelraum sowie einem Vollübungsanteil mit ca. 500 Übungsteilnehmern und ca.100 Fahrzeugen.

    Ziel der Übung war es, auf ein Großschadensereignis mit seinen Folgen überlegt, zweckmäßig und in angemessener Zeit zu reagieren und die Maßnahmen aus dem Konzept im Zusammenwirken mit den beteiligten Landkreisen und Hilfsorganisationen  umzusetzen. Die Durchführung einer solchen Übung ist notwendig, da in den vergangenen Jahren Großschadenereignisse zugenommen haben.

    „Katastrophen machen nicht an Kreisgrenzen Halt. Um im Ernstfall eine reibungslose Zusammenarbeit der verschiedenen Behörden und Organisationen gewährleisten zu können, ist eine Übung wie die ‚Horkenberger Feuerwalze‘ unerlässlich“, sagte Innenminister Reinhold Gall als er sich vor Ort ein Bild vom Verlauf der Katastrophenschutzübung machte. Ein kreisüberschreitendes Krisenmanagement sei nur möglich, wenn alle Kräfte effektiv zusammenarbeiten. Der Minister betonte: „Ich bin tief beeindruckt von dem, was ich heute hier gesehen habe, und sehe die Region für mögliche Großschadensereignisse gut aufgestellt.“

    Regierungspräsident Johannes Schmalzl ergänzte: „Die erstmalige landkreisübergreifende Zusammenarbeit hat sich heute hervorragend bewährt — dank des vom Regierungspräsidium Stuttgart erarbeiteten Konzepts.“

    Die Übung begann in allen beteiligten Landkreisen zeitgleich am Samstag um 05.00 Uhr mit einer Alarmierungs- und Marschübung, gefolgt von einer Vollübung im Gelände und endete mit der Abschlussbesprechung gegen 13.00 Uhr in der Klinik LÖWENSTEIN.

    Es konnten die Einsatzeinheiten an fünf Stationen beobachten werden:
     
    Station 1 Klinik Löwenstein
    Die Klinik ist spezialisiert auf die Behandlung von Lungenkrankheiten. Sie ist in die Übung mit eingebunden, indem sie ihren eigenen Gefahrenabwehrplan beübt und die Einsatzkräfte in der Versorgung mit Löschwasser unterstützt.

    Station 2 Armenfeld
    Das Armenfeld ist eine große Wiese im Südwesten des Horkenberger Forstes.
    Dort wurde ein Zeltlager dargestellt. Dort befanden sich durch Brand und Raucheinwirkung verletzte Personen. Das DRK übte in Zusammenarbeit mit den Kräften der Feuerwehr die Rettung und Weiterbehandlung dieser Personen.

    Station 3 und 4 Windenergieanlage 1 und Baggersee Trefz
    Die Bekämpfung von Bränden und die Versorgung mit Löschwasser waren wesentliche Faktoren und ein Schwerpunkt dieser Übung. Die technische Umsetzung und der taktische Einsatz der Kräfte wurden an diesen Stationen erläutert.

    Station 5 Behandlungsplatz (BHP) 25
    Das DRK hielt Einsatzkräfte und Gerät vor, um einen Behandlungsplatz aufzubauen, in welchem mindestens 25 verletzte Personen pro Stunde behandelt werden können.
    Das Deutsche Rote Kreuz erklärte an dieser Station die Funktion des BHP.

    Station 6 Einsatzleitung
    Die zentrale Führungsstelle bei Eintritt eines Schadens bildete die Einsatzleitung.
    Auf dieser Station wurde die Zusammensetzung und Arbeitsweise des Stabes erläutert.

    Station 7 Klinik Löwenstein
    Der Abschluss fand im Festsaal der Klinik Löwenstein statt. Hier bestand die Möglichkeit, Fragen zur Übung und dem weiteren Vorgehen zu stellen.

    Um die Sicherheit im Übungsgebiet zu gewährleisten, wurde die B39 von der Klinik Löwenstein an bis zur K 2102 und die K 2107 (Zufahrt zur B39) aus Richtung Lichtenstern bis zur Buswendeplatte von 8:00 bis 16:00 Uhr beidseitig gesperrt.
    Der Parkplatz gegenüber der Enzwiese war dafür am 16.10. und 17.10. ebenfalls gesperrt.
    Die Sperrungen und Einschränkungen wurden um 16.00 wieder aufgehoben.

    Anlage: Übersichtskarte (pdf, 2 MB)

    HINTERGRUNDINFORMATIONEN:

    Der Katastrophenschutz (KatS) ist eine landesrechtliche Organisationsform der kommunalen und staatlichen Verwaltungen in den Ländern zur Gefahrenabwehr bei Katastrophen, bei der alle an der Gefahrenabwehr beteiligten Behörden, Organisationen und Einrichtungen unter einheitlicher Führung durch die örtlich zuständige Katastrophenschutzbehörde zusammenarbeiten.

    Die Leitungen der Katastrophenschutzbehörden sind entsprechend den landesrechtlichen Vorschriften die Landräte in den Kreisen und die Oberbürgermeister in den kreisfreien Städten, die für den Katastrophenschutz zuständigen Ministerien sowie ggf. die mittleren staatlichen Verwaltungsebenen in den Ländern.

    Die Katastrophenschutzbehörden haben die Aufgabe, die Bekämpfung von Katastrophen vorzubereiten, Katastrophen zu bekämpfen und bei der vorläufigen Beseitigung von Katastrophenschäden mitzuwirken (Katastrophenschutz). Sie haben dazu die Maßnahmen zu treffen, die nach pflichtmäßigem Ermessen erforderlich erscheinen.

    Die Katastrophenschutzbehörden in BW sind dreigliedrig organisiert:

    1. Untere Katastrophenschutzbehörden sind die Landratsämter und die Bürgermeisterämter der Stadtkreise als untere Verwaltungsbehörden. 
    2. Höhere Katastrophenschutzbehörden sind die Regierungspräsidien.
    3. Oberste Katastrophenschutzbehörde ist das Innenministerium.


    Die unteren Katastrophenschutzbehörden sind in der Regel für den Katastrophenschutz zuständig. Sie können auch in den Fällen, in denen die höhere oder die oberste Katastrophenschutzbehörde sachlich zuständig ist, in ihrem Bezirk betraut werden.

    Die höheren Katastrophenschutzbehörden sind sachlich zuständig für den Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen sowie für Katastrophenschutzaufgaben, die sich über den Bezirk einer unteren Katastrophenschutzbehörde hinaus erstrecken.

    Die oberste Katastrophenschutzbehörde ist für Katastrophenschutzaufgaben sachlich zuständig, die sich über einen Regierungsbezirk hinaus erstrecken.

    Als vorbereitende Maßnahmen haben die Katastrophenschutzbehörden insbesondere regelmäßige Übungen unter einheitlicher Führung durchzuführen.

    Zur Sicherstellung einer effektiven und effizienten Bekämpfung von Großschadensereignissen und Katastrophen sind Übungen unerlässlich. Nur durch Übungen sind auch Schwachstellen in den Katastrophenschutzplanungen zu erkennen und rechtzeitig zu bereinigen. Deshalb behält die Durchführung von Katastrophenschutzübungen – auch vor dem Hintergrund zunehmender Naturkatastrophen und anderer Gefahren – hohe Priorität.

    Das Regierungspräsidium Stuttgart führt als höhere Katastrophenschutzbehörde regelmäßig Übungen in den unterschiedlichen Zuständigkeitsbereichen durch

    Im konkreten Fall handelt es sich um eine gemeinsame Übung von Feuerwehr und Rettungsdiensten im Rahmen einer Großschadenslage, in der ein großflächiger Waldbrand den Einsatz von Kräften über einen Landkreis hinaus erforderlich macht.

    Das in diesem Jahr neu erstellte Konzept der Kreisübergreifenden Hilfeleistung in der nicht Polizeilichen Gefahrenabwehr bei Großschäden bildet hier die Grundlage allen Handelns.

    Hierin wird beschrieben in welcher Form und in welcher Ausstattung mit Personal und Gerät Einsatzeinheiten der Feuerwehr und des Sanitätsdienstes alarmiert und in den Einsatz gebracht werden um schnell und effektiv handeln zu können.

    Der Schwerpunkt ist immer darauf ausgerichtet bei ganz oder teilweise zerstörter Infrastruktur Menschen und Tiere aus Notlagen zu retten.

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