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  • Abteilung 2
    19.10.2015
    FilderStadtMuseum in Filderstadt-Bonlanden, Stadtmuseum Gerlingen und Haus der Stadtgeschichte Waiblingen als Preisträger im Wettbewerb "Vorbildliches Heimatmuseum" ausgewählt
    Preisverleihung am 19. Oktober 2015 in Filderstadt durch Regie-rungspräsident Johannes Schmalzl und den stellvertretenden Vor-sitzenden des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart e.V. Gunter Dlabal

    ​Regierungspräsident Johannes Schmalzl und der stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart e.V. Gunter Dlabal zeich-neten am heutigen Montag gemeinsam im Rahmen eines Festaktes zum sechsten Mal die vorbildliche Arbeit von Heimatmuseen aus. Preisträger des diesjährigen Wettbewerbs „Vorbildliches Heimatmuseum“ im Regierungsbezirk Stuttgart sind das FilderStadtMuseum in Filderstadt-Bonlanden (Kreis Esslingen), das Stadtmuseum Gerlingen (Kreis Ludwigsburg) und das Haus der Stadtgeschichte Waiblingen (Rems-Murr-Kreis).

    „Maßgebend für die Auszeichnung waren die lebendige Darstellung und Besucher-freundlichkeit, das ehrenamtliche Engagement sowie insbesondere ein wissenschaftliches Konzept, das vor allem die wahrheitsgetreue Geschichtsvermittlung berücksichtigt“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises, Gunter Dlabal.

    „Wer heutzutage – vor allem auch junge – Menschen für ein Heimatmuseum interes-sieren möchte, benötigt mehr als ein paar Räume mit Ausstellungsstücken. Er braucht vielmehr ein ausgeklügeltes Konzept das unter anderem beinhaltet, was mit welcher Zielsetzung gezeigt werden soll“, betonte Regierungspräsident Johannes Schmalzl.

    Der Wettbewerb „Vorbildliches Heimatmuseum“ wird alle zwei Jahre vom Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart e.V., dessen Geschäftsführung beim Regierungspräsidium Stuttgart liegt, veranstaltet. Die sachkundige Jury hatte die Preisträger aus einer Vielzahl von Bewerbungen ausgewählt. Die Preise wurden mit jeweils 2.000 Euro dotiert.

    Informationen zu den Preisträgern

    Das Haus der Stadtgeschichte in Waiblingen, das aus dem ehemaligen Museum der Stadt hervorging, überzeugt mit einer völlig neuen und außergewöhnlichen Konzeption. Bei der Darstellung des Lebens und Arbeitens in Waiblingen stehen dabei weniger die Vollständigkeit und eine chronologische Präsentation, sondern ausgewählte Schlüsselthemen im Vordergrund:

    • Wirtschafts- und Hausgeschichte
    • Leben und Arbeiten
    • Aufbruch und neue Wege.


    Die Ausstellung erfolgt in Zeitschnitten und Zeitsprüngen. Zeitschnitte sind dabei Momentaufnahmen, bei denen ein Thema (z. B. Handwerk) unter vielen verschiede-nen Aspekten und Fragestellungen zu einem genau definierten Zeitpunkt beleuchtet wird. Demgegenüber ist ein Zeitsprung die Darstellung eines Themas über einen langen Zeitraum. Interessant dabei ist, dass sich bei den Zeitschnitten die Epoche, die jeweils beleuchtet wird, in den für die Präsentation verwendeten Materialien widerspiegelt und Geschichte damit erleb- und erfahrbar gemacht wird.

    Daneben besticht das Museum durch den Einsatz aufwendiger audiovisueller Medien, von denen vor allem die animierten Stadtmodelle erwähnt werden sollen, mit deren Hilfe einzelne Aspekte der Stadtgeschichte mit außerordentlicher Plastizität vermittelt werden.

    Ein professionelles wissenschaftliches Team sorgt für eine überaus wahrheitsge-treue und objektive Geschichtsvermittlung. Allerdings ist auch über ein Dutzend ehrenamtlich Tätiger, vor allem aus den Reihen des Heimatvereins, in mehreren Arbeitskreisen für das Museum tätig.

    Das Museum bietet ein reichhaltiges museumspädagogisches Begleitprogramm, dessen Einzelveranstaltungen auf die jeweilige Zielgruppe (Erwachsene, Kinder, Familien) zugeschnitten sind. Nicht unerwähnt bleiben soll auch ein liebenswertes Detail: Die „Stadtratte“ „Remsi“, das beliebte Museumsmaskottchen, das vor allem die jüngsten Besucher durch das Museum begleitet.

    Das FilderStadtMuseum, befindet sich bereits seit Anfang der 1980er Jahre in den jetzigen Räumlichkeiten in Filderstadt-Bonlanden und wurde in den Jahren 2011 bis 2014 neu konzipiert, mit der Maßgabe, dass es nunmehr alle fünf Stadtteile von Fil-derstadt darstellen soll. Einige bestehende Ausstellungs-Highlights sind der Ge-mischtwarenladen, die Arrestzelle, die Küche und verschiedene handwerkliche Werkstätten. Diese wurden dabei gelungen in die neue Konzeption integriert.

    Inhaltlich beschäftigt sich das Museum mit der Geschichte und den Besonderheiten der einzelnen Teilorte Filderstadts sowie der Darstellung des Alltags und des Arbeitslebens. Größeres Augenmerk wird dabei dem 20. Jahrhundert gewidmet: Der Entwicklung der Infrastruktur: Eisenbahn, Elektrifizierung, Telekommunikation und der Kriegs- und Nachkriegszeit.

    Die Gestaltung des Museums ist überaus ansprechend und weist neben den Exponaten eine zeitgemäße bildliche und textliche Darstellung auf. Neben konven-tionellen Bild- und Textwänden werden auch digitale Bilderrahmen als ausgesprochen modernes Medium eingesetzt. Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang auch die von Schülern in ehrenamtlicher Tätigkeit für Kinder hergestellten Audioguides. Deutlich wahrnehmbar ist dabei die wissenschaftliche Fundierung der Museumsarbeit. Insbesondere im Hinblick auf die Präsentation der Ortsgeschichte profitiert das Museum sichtbar von seinem professionellen Leiter, der - zugleich Leiter des Stadtarchivs - auf eine langjährige Berufserfahrung zurückblicken kann. Allerdings leisten auch ehrenamtlich Tätige einen un-erlässlichen Beitrag zum Betrieb des Museums. In diesem Zusammenhang ist insbesondere der Geschichts- und Heimatvereins Filderstadt e. V. zu erwähnen, der mit Rat und Tat in die Museumsarbeit eingebunden ist.

    Zahlreiche Aktivitäten und Sonderausstellungen sowie eine eigene Schriftenreihe erfüllen das Museum mit Leben. Jährlich finden zwei bis drei Sonderausstellungen statt, so beispielsweise die aktuelle Fotoausstellung „40 Jahre Filderstadt“.

    Das Stadtmuseum Gerlingen befindet sich seit 2011 in einer Phase der Neukonzi-pierung und wird Schritt für Schritt modernisiert sowie mit neuen Texttafeln, Orientie-rungsplänen und zeitgemäßen Medien ausgestattet. Dabei ist deutlich spürbar, wie sich das Museum entwickelt und die Präsentation der Ausstellung optimiert wird. Im Zentrum steht die Kultur-und Alltagsgeschichte Gerlingens. Anhand von Alltagsge-genständen wird die Entwicklung des Dorfes mit seinen Weingärtner-, Bauern-, und Handwerkerfamilien dargestellt. In einem historischen Wohnhaus mit Scheune lässt sich dabei die Wohnkultur des frühen 20. Jahrhunderts erleben. Weil sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Gerlingen zahlreiche Ungarndeutsche angesiedelt haben, wid-met sich ein Schwerpunkt der Präsentation diesem Thema.

    Unter Einbindung ehrenamtlich Tätiger findet ein umfang- und abwechslungsrei-ches Begleitprogramm statt, das Angebot für verschiedene Zielgruppen umfasst: Workshops, Kindergeburtstagsfeiern, Museumsquiz und Führungen auf den Spu-ren des Museumsmaskottchens „Gockel Gero“ für Kinder sowie Vorträge, Konzerte, Museumsfeste. Besonders erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang die Kostümführungen durch die „Schwäbische Hausfrau“ – eines oft bemühten Stereotyps – die sogar überregionale Beachtung finden.

    Der Arbeitskreis Heimatpflege anerkennt mit der heutigen Auszeichnung, wie dieses seit 1982 bestehende Heimatmuseum durch eine schrittweise professionelle Moder-nisierung unter Einbeziehung des Ehrenamts mehr und mehr an Qualität gewinnt.

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