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  • Abteilung 5
    04.11.2015
    Natur- und Umweltschutz - Gehölzpflege im Naturschutzgebiet Eichenhain
    Regierungspräsidium bittet um Verständnis für Absperrungen und Lärm durch Maschinen
     Eine der noch vorhandenen größeren Magerrasenflächen im Eichenhain. Die Kronen der Eichen ringsherum werden mit der Zeit immer ausladender. Foto: Wolfgang Wagner/Stadt Stuttgart

    Schon jetzt und noch in den kommenden Wochen werden im Eichenhain Büsche und Bäume gerodet. Das Regierungspräsidium und die Stadt Stuttgart haben die Arbeiten abgestimmt und verschiedene Unternehmen mit der Durchführung beauftragt. Zum einen müssen Gehölze wie Schlehe und Hartriegel teilweise entfernt werden, die sich auf den Magerrasen ausgebreitet haben, zum anderen ist es nötig, Büsche und Bäume am Rand der Magerrasen zurückzudrängen. Dass die Pflegearbeiten in diesem Winter etwas umfangreicher ausfallen, hängt damit zusammen, dass längere Zeit nur wenig gepflegt wurde und die Beweidung in den vergangenen Jahren unterblieben ist. Büsche und Bäume wuchsen ungehindert weiter und verdrängten die offenen Magerrasenflächen immer mehr. Regierungspräsidium bittet um Verständnis für Absperrungen und Lärm durch Maschinen während der Gehölzpflege.

    Seit diesem Jahr ist nun wieder eine Schäferin mit ihrer Schaf- und Ziegenherde im Eichenhain (wir haben berichtet). Die Tiere fressen das Gras kurz und knabbern auch Büsche ab. Die inselartigen Magerrasenflächen sollen durch die anstehenden Pflegemaßnahmen wieder miteinander verbunden werden, was für den Biotopverbund und die spezialisierte Tier- und Pflanzenwelt von Vorteil ist.

    Die Gehölzpflege im Eichenhain führt immer wieder zu Diskussionen. Viele Besucher nehmen das schleichende Zuwachsen des Eichenhains nicht wahr und sind dann erstaunt, wenn Eingriffe mit Maschinen in den Gehölzbestand stattfinden. Der Eichenhain hat jedoch mehrere Schutzzwecke: Neben der Erhaltung des ehemaligen Weidewalds mit seinen markanten Einzelbäumen sind auch die Halbtrockenrasen oder Magerrasen mit ihrer charakteristischen Pflanzen- und Tierwelt langfristig zu erhalten. Werden keine Pflegearbeiten durchgeführt, würde der Eichenhain zu einem dichten Wald zuwuchern und viele seltene Arten würden aussterben. Aus diesem Grund ist es auch kein Widerspruch, im buchstäblichen „Eichenhain“ einige Eichen und andere Bäume, die den Magerrasen zunehmend beschatten, mit Bedacht zu entfernen.

    Hintergrundinformation:

    Der Eichenhain ist keine ursprüngliche Natur, im Gegenteil: Er ging aus einem Hudewald hervor, einer Waldweide. Schweine, Schafe und Fohlen weideten in dem lichten Wald und fraßen Gras, Eicheln und Bucheckern. Da sich der Boden durch den Viehtritt immer mehr verdichtete und kaum mehr junge Bäume nachwuchsen, entwickelte sich an dem ohnehin trockenen, sonnigen Hang ein Halbtrockenrasen. Dieser beherbergt eine besondere Pflanzen- und Tierwelt mit seltenen, schutzwürdigen Arten. Sonnenröschen, Golddistel, Heidekraut und sogar Orchideen kommen hier vor. Vor allem Insekten, von Schmetterlingen über Heuschrecken bis zu Wildbienen, sind hier heimisch. Aber auch viele Vögel und Fledermäuse, die sonst nicht überall zu beobachten sind, haben hier ihr Revier.

    In einem Pflege- und Entwicklungsplan der Naturschutzbehörde ist festgelegt, wie das Gebiet gepflegt und entwickelt werden soll. Darin werden verschiedene Teilflächen abgegrenzt, wie Magerrasen, lichter Eichenwald und Sukzessionswald. Ein wichtiges Ziel ist die Erhaltung der weitgehend offenen Magerrasen mit wenigen Einzelbäumen und Einzelgebüschen. Dazu soll auch eine Beweidung mit Schafen und Ziegen beitragen mit einer anschließenden Nachpflege von Hand, um Gehölzaufkommen zu beseitigen. Zudem soll verhindert werden, dass sich der Sukzessionswald (aufkommende Bäume und Gebüsche) weiter ausbreitet.

     


    Auf dieser Luftaufnahme sieht man gut, wie die offenen Magerrasenflächen immer mehr zuwachsen. Früher war der Eichenhain am Hang bis links hinunter zum Bach nahe der Straße fast völlig baumfrei. Foto © Landeshauptstadt Stuttgart, Stadtmessungsamt 2015

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