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  • Abteilung 1
    25.11.2015
    Internationaler Gedenktag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ - Regierungspräsidium Stuttgart begeht den Gedenktag am 25. November 2015 mit einer gemeinsamen Fahnenaktion und Kampagnenfilm von und mit Terre des Femmes
    Schwerpunkt 2015: Stopp Frühehen!

    Das Regierungspräsidium Stuttgart beging am heutigen Mittwoch, 25. November, nun schon zum achten Mal in Folge in Zusammenarbeit mit der Organisation „Terre des Femmes“ den internationalen Gedenktag „NEIN zu Gewalt an Frauen“. Regierungspräsident Johannes Schmalzl und Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeiter des Regierungspräsidium Stuttgart haben gemeinsam den Kampagnenfilm von Terre des Femmes „Schaust Du hin“ angeschaut und zusammen mit Isabel Bergner und Barbara Matten von Terre des Femmes anschließend die Gedenkfahne im Innenhof des Regierungspräsidiums in Stuttgart-Vaihingen gehisst, um damit ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen. Der Schwerpunkt der diesjährigen Aktion ist das Thema „Stopp Frühehen – Mein Leben. Meine Entscheidung!“

    Regierungspräsident Schmalzl betonte, dass Zwangs- und Frühehen in Deutschland und weltweit zu ächten sind. Alle diejenigen, die sich an solchen Kinderehen beteiligten, begingen Verbrechen an Kinderherzen, die oft ein ganzes Leben lang die Opfer traumatisierten. Die freie Selbstbestimmung eines jeden einzelnen Menschen sei ein Grundrecht und gelte überall. Der Regierungspräsident forderte alle auf, solche Taten den Behörden zu melden, damit sie geahndet werden könnten. „Die Fahnenaktion am Gedenktag „Nein zu Gewalt an Frauen“ soll ein öffentliches Zeichen setzen und die Gesellschaft für die Gleichberechtigung der Frau sensibilisieren“, so der Regierungspräsident.

    Barbara Matten von Terre des Femmes erklärte zum diesjährigen Schwerpunktthema „Stopp Frühehen“: „Weltweit werden täglich 39.000 Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Auch in Deutschland ist die Heirat bereits ab dem 16. Lebensjahr mit dem Einverständnis des Familiengerichts möglich.“ Die Folgen für die minderjährigen Mädchen seien verheerend: Sie müssten ihre Schule oder Ausbildung abbrechen. Die Chance auf eine ökonomische Sicherheit und Selbständigkeit wird ihnen verwehrt, da sie in der Konsequenz finanziell vom Ehemann abhängig sind. „Oftmals erfahren die früh verheirateten Mädchen häusliche und sexualisierte Gewalt.“ Häusliche Gewalt gebe es überall auf der Welt, so Matten. „Von seitens des Regierungspräsidiums kam die Idee, am heutigen Tag den Kampagnenfilm von Terre des Femmes zu zeigen, worüber wir uns sehr freuen. Dieser Film will zum Thema ,Häusliche Gewalt‘ sensibilisieren.“

    Isabel Bergner von Terre des Femmes erläuterte die Bedeutung der Fahnenaktion: „Wir sind gegen jegliche Form der Gewalt an Frauen und Mädchen. Wir möchten in einer Gesellschaft leben, die gänzlich frei von Gewalt ist. Wir setzen uns ein und zeigen mit der Flagge, dass wir ohne Gewalt leben wollen.“ Und an den Regierungspräsidenten und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewendet: „Danke, dass Sie dabei sind.“

    Hintergrundinformationen:

    Traditionell wird am 25. November insbesondere mit einer Fahnenaktion der drei mutigen Schwestern Mirabal gedacht, die am 25. November 1960 wegen ihrer politischen Aktivitäten gegen den Diktator Trujillo vom militärischen Geheimdienst der Dominikanischen Republik nach monatelanger Folter ermordet wurden. 1981 würdigten Teilnehmerinnen auf einem Treffen lateinamerikanischer und karibischer Frauen in Kolumbien den Mut der Mirabal-Schwestern und riefen ihren Todestag zum Gedenktag für Frauen und Mädchen aus, die Opfer von Gewalt geworden sind. Seit 1990 ist der 25. November auch von den Vereinten Nationen als internationaler Gedenktag anerkannt. Terre des Femmes initiiert und veranstaltet dazu an vielen Orten Fahnenaktionen. Weitere Informationen unter http://frauenrechte.de/online/index.php/themen-und-aktionen/fahnenaktion.

    TERRE DES FEMMES e.V., eine 1981 gegründete gemeinnützige Menschenrechtsorganisation für Frauen und Mädchen, unterstützt durch internationale Vernetzung, Öffentlichkeitsarbeit, Aktionen, Einzelfallhilfe und Förderung von einzelnen Projekten Frauen und Mädchen und setzt sich dafür ein, dass Frauen und Mädchen ein gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben führen können und unveränderliche Rechte genießen. Zurzeit hat der Verein rund 2700 Mitglieder und viele Frauen engagieren sich bundesweit ehrenamtlich in Städtegruppen. In Zusammenarbeit mit der Bundesgeschäftsstelle informieren die Gruppen die Öffentlichkeit über Ausbeutung, Misshandlung und Verfolgung von Frauen mittels Infoveranstaltungen und -ständen, Medien- und Lobbyarbeit, Vorträgen und Unterschriftenkampagnen. Weitere Informationen finden sich unter http://frauenrechte.de/online/.

    Weitere Informationen zum Negativpreis „Der zornige Kaktus“ finden sich unter http://www.frauenrechte.de/online/index.php/themen-und-aktionen/frauenfeindliche-werbung/der-zornige-kaktus-2015.

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