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  • Abteilung 5
    04.12.2015
    Internationaler Tag des Bodens
    Gley ist Boden des Jahres 2016 – Aktionen, Informationen und Erlebnisse rund um den Boden auf der zentralen Landesveranstaltung in Sindelfingen-Maichingen
    Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2015 zum Internationalen Jahr des Bodens erklärt. Heute ist zudem noch ein ganz besonderer Tag für das Umweltmedium Boden: Im Gymnasium Unterrieden in Sindelfingen fand heute die zentrale Landesveranstaltung zum Internationalen Tag des Bodens statt. Vorträge, Schülerprojekte, Workshops, Kunstaktionen und Ausstellungen rund um das Umweltmedium Boden wurden interessierten Bürgerinnen und Bürgern präsentiert. Ziel der Veranstaltung war es, die Bedeutung der Böden für die Bevölkerung und die Umwelt stärker ins Bewusstsein zu rücken. Veranstalter waren das Regierungspräsidium Stuttgart und das Gymnasium Unterrieden. Der Internationale Tag des Bodens wird seit 2006 in Baden-Württemberg begangen.

    Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Oberstudiendirektorin Martina Fuchs, der Leiterin des Gymnasiums Unterrieden, Regierungspräsident Johannes Schmalzl und Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer. „Allen Lehrerinnen und Lehrern, die Projekte rund um den Tag des Bodens betreut haben, gilt meine Anerkennung für ihr Engagement“, sagte Regierungspräsident Johannes Schmalzl. Gleiches gelte für die Schülerinnen und Schüler, die sich ganz offensichtlich mit großem Eifer dem Thema Boden genähert hätten.

    In seinem Grußwort stellte Regierungspräsident Johannes Schmalzl die Bedeutung von Böden als eine der wichtigsten natürlichen Ressourcen heraus. Er betonte, dass die derzeitige dramatische Flüchtlingssituation nicht nur etwas mit Krieg, Bürgerkrieg und Vertreibung zu tun hätte, sondern auch mit unserem Umgang mit den natürlichen Ressourcen wie Wasser und Boden als nicht zu ersetzende und nicht vermehrbare Basis der Nahrungsmittelproduktion. Er wies darauf hin, dass durch die wachsende Weltbevölkerung jedem Einzelnen immer weniger Boden zur Verfügung steht: „Um den Fluchtgrund Hunger zu bekämpfen, wird es also ganz entscheidend sein, künftig nicht nur eine gerechtere Verteilung von Nahrungsmitteln und eine weiterhin steigende Flächenproduktivität hinzubekommen, sondern die entscheidende Ressource für die Produktion von Nahrungsmitteln, nämlich fruchtbare Böden, zu erhalten wo immer es geht.“

    Als Boden des Jahres wurde der Gley, ein Boden der vom Grundwasser beeinflusst wird, vorgestellt. Gleye haben ihre Verbreitung vor allem in Tälern und Flussniederungen. Leider wurden diese Böden der Auen häufig durch Grundwasserabsenkung zur besseren Bewirtschaftbarkeit stark verändert oder durch die Bebauung der Täler ganz zerstört.

    Prof. Dr. Hans-Karl Hauffe von der Hochschule Nürtingen-Geislingen beleuchtete eindrücklich die zentrale Rolle von Böden innerhalb des Naturhaushalts. Ob sauberes Grundwasser, gesunde Lebensmittel, ob seltene Vegetation oder der Klimawandel: Der Boden ist immer als wichtiger Regulator und Puffer beteiligt. Dr. Dana Pietsch vom GeoPark Schwäbische Alb berichtete über die Bodennutzung der letzten 10.000 Jahre im Jemen, wo sie lange Zeit tätig war. Dabei zeigte sie auf, dass Böden und Bodennutzung direkt etwas mit sozioökonomischen Problemen eines Landes zu tun haben. Dr. Ulrich Mack vom Regierungspräsidium Stuttgart, der vormals für die Universität Hohenheim in China tätig war, nahm das Publikum mit auf eine Reise durch die vielfältigen Bodenlandschaften Chinas mit all den Problemen, die ein 1,4 Milliarden-Volk mit der Nutzung seiner Böden hat.

    Interessant und beeindruckend waren besonders die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler. Gleich zu Beginn war eine Performance von Schülerinnen zu bestaunen, die nach dem Earth Song von Michael Jackson den Boden förmlich in Bewegung brachten. Eigens für diesen Tag hatten Schülerinnen und Schüler zum Spaten gegriffen und ein Bodenprofil gegraben, Proben entnommen und diese analysiert.

    Dass sich unter der Oberfläche, und damit für uns unsichtbar, mehr tut als wir vermuten, veranschaulichte eine Wurzelgalerie, hinter deren Plexiglasscheiben sich ein Gewirr von Kleewurzeln über einen Meter Tiefe erstreckte. Exkursionen zum Bodenlehrpfad in Beuren wurden ebenso vorgestellt wie das geheime Leben von Regenwürmern und anderen Bodenlebewesen. Faszinierend auch die künstlerische Annährung an das Thema Boden: Unter der Anleitung der Künstlerin Renate Vetter aus Reutlingen hatten Schülergruppen Farben aus Erde hergestellt und ein farbenfrohes, dem Thema „Kreis“ gewidmetes großformatiges Kunstwerk entstehen lassen.

    Abgerundet wurde das Programm durch eine Ausstellung zum Thema Boden der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW) und einer professionellen Bodenwerkstatt des Landesamtes für Geologie, Rohstoffe und Bergbau beim Regierungspräsidium Freiburg, das von Schülern des Gymnasiums unterstützt wurde, in der Schüler Böden in all ihren Facetten „unter die Lupe“ nehmen konnten.

    Und ganz nebenbei haben die LUBW und das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) dutzende von Bodenproben, die vor allem von Maichinger Kleingärtnern abgegeben wurden, auf einige wichtige Parameter wie Nährstoffgehalte aber auch Schwermetallbelastungen untersucht.

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