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  • Abteilung 3
    02.02.2016
    Starke Betriebe machen Baden-Württemberg zum Obstland Nummer 1 in Deutschland
    Obstbäuerinnen und Obstbauern informieren sich über Entwicklungen und Trends auf dem 46. Weinsberger Obstbautag

    Auf dem 46. Weinsberger Obstbautag am 2. Februar informierten sich rund 300 Interessierte des Berufsstandes. Die Obstbäuerinnen und Obstbauern erwartete ein spannendes Programm – von Informationen zu Anbauverfahren über Praxisberichte rund um Erntetechniken im Apfelanbau bis zum Pflanzenschutz im Obstbau.

    Der Amtschef im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, Ministerialdirektor Wolfgang Reimer, würdigte in seinem Grußwort die enorme Bedeutung des Obstbaus im Land ein. „Baden-Württemberg ist das Obstbauland Nummer 1 in Deutschland. Die Obstbäuerinnen und Obstbauern im Land bieten eine tolle Vielfalt bei Kern-, Stein und Beerenobst und sind für eine hohe Qualität bekannt. Den weltweiten Wettbewerb um das billigste Obst können und wollen wir nicht gewinnen – aber wir können mit Klasse und regionalen Produkten punkten. Das Land unterstützt deshalb die Obstbranche mit gezielten Fördermaßnahmen – beispielsweise mit gemeinsamen Vermarktungsaktionen, Investitionsförderungen und dem Ausbau des ökologischen Obstbaus“ sagte Wolfgang Reimer am Dienstag (2. Februar) in Weinsberg (Landkreis Heilbronn).

    „Die Einführung des Mindestlohns ist für die Arbeitnehmer fair, stellt für die Obstbaubetriebe aber eine große Herausforderung dar“, so der Abteilungspräsident der Abteilung Landwirtschaft, Ländlicher Raum, Veterinär- und Lebensmittelwesen des Regierungspräsidiums Stuttgart, Dr. Kurt Mezger, bei seiner Begrüßung zum 46. Weinsberger Obstbautag am Dienstag, 2. Februar in Weinsberg (Lkr. Heilbronn). Ein Schwerpunkt auf der diesjährigen Traditionsveranstaltung in Weinsberg sei deshalb die Erntetechnik, so Mezger.

    Ernteverfahren im Apfelanbau

    Dr. Renate Spraul aus Bad Wimpfen beschäftigt  sich in allen Facetten mit dem Thema Arbeitswirtschaft. Sie stellte dar, dass beispielsweise die Verbesserung der Greifwege für die Hände bei der Obsternte ein hohes Potential zur Einsparung der Arbeitszeit bedeute. „Es werden aber bei der Ernte nicht nur Wege mit den Händen gegangen sondern auch mit den Augen. Denn, um den Pflückvorgang einzuleiten, muss zunächst der Augenkontakt mit der Frucht hergestellt werden“, sagte Spraul. Mit welcher Systematik in der Blickführung dabei der Apfelbaum nach Früchten abgesucht werde, sei deshalb ein interessanter Aspekt.

    „Eine Verbesserung der Ernteleistung durch modernste Erntemaschinen kann im Vergleich zu anderen Ernteverfahren durchaus 20 bis 30 Prozent betragen“, erklärte Steffen Weippert vom Maschinenring Hohenlohekreis. Der Fachreferent berichtete über die Erfahrungen aus der Praxis mit der neuen Erntemaschine PIUMA 4WD, die durch eine ausgeklügelte Förderbandtechnik die geernteten Äpfel schonend in die Transportkisten lege. „Allerdings sei es mit dem Kauf einer neuen Maschine nicht getan“, so Weippert. Die Obstbauern müssen die Planung und Logistik ihres Betriebes komplett auf ein neues Verfahren umstellen.

    Himbeeren und Holunder im Fokus

    Beim diesjährigen Weinsberger Obstbautag wurden die Kulturen Himbeeren und Holunder beleuchtet. „Herausforderungen beim Anbau von Himbeeren – besonders der Sommerhimbeeren – sind unter anderem mangelnde Vitalität und ein rascher Abbau der Pflanzen sowie ein starker Preisverfall während des Hauptangebot-zeitraumes“, berichtete Gunhild Muster von der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg (LVWO). Der Anbau von Herbsthimbeeren ermögliche eine Produktion außerhalb dieses Zeitraumes, sowie eine bessere Flächennutzung durch zwei Ernten pro Jahr, so Muster.

    Uwe Michelfelder, ebenfalls von der LVWO, erklärte, dass angesichts steigender Erntekosten und immer noch relativ niedriger Preise auf den Märkten die Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter nicht umhin kommen, genau zu kalkulieren. Lediglich bei Direktabsatz mit entsprechend höheren Erlösen ließen sich gute Ergebnisse erzielen, so Michelfelder.

    Der Holunderanbau stellt in Baden-Württemberg eine Nische dar. Anhand eines Praxisberichtes von Martin Ritter aus der Rhön, der für einen bekannten Getränkehersteller Holunder anbaut, konnten die Zuhörerinnen und Zuhörer einen interessanten Einblick in die Kulturführung von Holunder bekommen. Monika Möhler von der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Erfurt rundete das Thema mit aktuellen Versuchsergebnissen zu Eigenschaften verschiedener Holundersorten ab.

    Dr. Thomas Diehl vom Regierungspräsidium Stuttgart stellte neben einem allgemeinen Rückblick 2015 und Ausblick 2016 zum Pflanzenschutz im Obstbau, auch die spezifischen Herausforderungen des Pflanzenschutzes im Holunderanbau dar.

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