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  • Abteilung 3
    30.03.2016
    43. Weissacher Imkertag (Kreis Böblingen)

    Fachveranstaltung für Imker und Bieneninteressierte zu den Schwerpunktthemen Allergie durch Insektengifte, Bienenprodukte in der Medizin, gezieltes Düngen und weniger Rückstände im Bienenvolk, sowie die Zucht von Königinnen am heutigen Mittwoch, den 30. März 2016 in Weissach

    „Das Regierungspräsidium Stuttgart, ein Jahr nun ist es schon selbst Bienenhalter“, mit diesen Worten eröffnete Dr. Kurt Mezger, Abteilungspräsident der Abteilung „Landwirtschaft, Ländlicher Raum, Veterinär- und Lebensmittelwesen“ des Regierungspräsidium Stuttgarts, den 43. Weissacher Imkertag. „Die Bienen-AG des RP Stuttgarts zeichne sich nicht zuletzt durch die vielen interessierten Teilnehmer aus, die die Bienen über das letzte Jahr begleitet haben.“

    Nach den kurzen Eindrücken zur „eigenen“ Bienenhaltung berichtete der Abteilungspräsident über den Trend zur privaten Kleinstbienenhaltung in Deutschland. Steigende Mitgliederzahlen in den Landesverbänden zeigten, dass die Biene immer mehr auch in den Fokus der Öffentlichkeit und der Bürger rückten. Wenngleich die Zahl der Völker, die die Einzelnen hielten, nicht unbedingt groß wäre, so sei der Gedanke selbst in der Stadt inzwischen angekommen, dass Bienen einen wichtigen Beitrag zum Ökosystem, und insbesondere bei der Bestäubung der Blühpflanzen lieferten.

    Weiter, so berichtete Kurt Dr. Mezger, sollen im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) Empfehlungen für die Anpflanzung bestimmter Beet- und Balkonpflanzen entstehen, welche sowohl in heimischen Gärten und auf Balkonen, sowie von Kommunen genutzt werden können, um den Bienen und Insekten ganzjährig die Möglichkeit zur Nahrungsaufnahme zu bieten.

    „Die Tradition des Weissacher Imkertages“, erinnerte Dr. Mezger in seinem Nachruf für den Verstorbenen zum Ende seiner Begrüßung, „haben wir besonders Herrn Franz Lampeitel und seiner langjährigen, intensiven Arbeit zu verdanken“.

    Daniel Töpfer, Bürgermeister der Gemeinde Weissach, begrüßte im Anschluss daran die vielen Teilnehmer der Veranstaltung. Auch er ehrte den ehemaligen Gründervater des Weissacher Imkertages. Dass die Teilnehmerzahlen jährlich steigen, sei nicht zuletzt sein Verdienst.

    Der Vormittag stand dann ganz im Zeichen gesundheitlicher Aspekte rund um die Imkerei:

    Prof. Dr. med. Harald Löffler, Direktor der Hautklinik an den SLK-Kliniken Heilbronn und selbst seit mehr als zwölf Jahren Hobbyimker, eröffnet die Vorträge mit seinem Referat „Wenn das Hobby zur Gefahr wird: Die Insektengiftallergie“. Die steigenden Zahlen der Bienenhalter zeige, welche Faszination die Bienen und die Imkerei habe. Problematisch könne das Hobby jedoch dann werden, wenn es zu allergischen Reaktionen aufgrund des Insektengiftes bei einem Stich komme. Der Mediziner schilderte wie sich das Allergiegeschehen äußert, was zum Schutz gegen Stiche und die allergische Reaktion getan werden kann und welche Behandlungsmöglichkeiten sich im Falle eines Stiches und einer darauffolgenden allergischen Reaktion ergeben.

    Der zweite Vortrag des Tages von Prof. Dr.med. Karsten Münstedt, Chefarzt der Frauenklinik am Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach, beschäftigte sich mit dem Thema „Bienenprodukte in der Medizin – was ist Mythos, was ist Fakt?“. Prof. Dr.med. Karsten Münstedt, ebenso wie sein Vorredner langjähriger Hobbyimker, befasste sich bislang wissenschaftlich mit diversen Fragen zum Einsatz von „Bienenprodukten in der Medizin“ (so auch der Titel seines Buches). In seinem Vortag berichtete er über die Erfahrungen vom Einsatz von Bienenprodukten in rationalen Behandlungskonzepten. Wie sieht es tatsächlich mit der Wirkung verschiedenster Bienenprodukte wie Honig, Propolis, Pollen und Gelee Royal aus?

    Im Anschluss an die Mittagspause gab Thomas Kustermann, der Fachberater für Imkerei am Regierungspräsidium Stuttgart, einen Rückblick auf das Bienenjahr 2015 und die Probleme, die sich aus der extrem milden Witterung des Winter für die Winterbehandlung ergaben. Weiter gab er einen kurzen Ausblick auf das neue Bienenjahr 2016.

    Die Belastung durch Pflanzenschutzmittel im Raps waren Thema von Dr. Klaus Wallner von der Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim in seinem Vortrag „Pflanzenschutz im Raps: Weniger Rückstände im Bienenvolk durch Droplegs“. Raps ist vielerorts eine wichtige Tracht für Bienen, der Rapsanbau ist jedoch ohne chemische Pflanzenschutzmittel kaum möglich. Oftmals werden bei der Ausbringung die Präparate direkt in die offene Blüte gespritzt, dies wird in den Rückstandsanalysen von Honig und Wachs sichtbar. In anderen Kulturarten werden diese Präparate mittels am Boden hängender Düsen, Dropplegs, ausgebracht. Die Ergebnisse eines Versuchs, ob dieses Verfahren auch bei Raps anwendbar ist, wurden im Rahmen dieses Vortags präsentiert.

    Zum Abschluss des Weissacher Imkertags wurden zwei Arbeitsprojekte präsentiert die im Rahmen der Meisterprüfung 2015 bearbeitet wurden. Klaus Hampel, Imkermeister und Diplombiologe, präsentierte seine Ergebnisse zum Thema „Vergleich verschiedener Verfahren der Königinnenzucht“. Jochen Ruß, ebenfalls Imkermeister und Diplom Biologe, stellte den Versuch und die Ergebnisse zum „Vergleich der ein- und zweiräumigen Zander-Betriebsweise“ vor.

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