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  • Abteilung 2
    18.04.2016
    Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart - Arbeitskreis Heimatpflege zeichnet ehrenamtliches Engage-ment aus
    Regierungspräsident Johannes Schmalzl: „Heimatpflege muss die Geschichte respektieren. Sie muss sich allerdings auch an der Gegenwart orientieren.“

    Regierungspräsident Johannes Schmalzl und der Vorsitzende des Arbeitskreises Heimatpflege, Paul Nemeth MdL, haben am heutigen Montagabend, 18. April, im Europasaal des Regierungspräsidiums Stuttgart in Stuttgart-Vaihingen gemeinsam die Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart an Personen verliehen, die sich in besonderer Weise um die Heimatpflege verdient gemacht haben.

    „Vor ziemlich genau 30 Jahren wurde der Arbeitskreis Heimatpflege aus der Taufe gehoben. Das Regierungspräsidium spielte bei der Vereinsgründung die Rolle des Geburtshelfers“ erinnerte der Regierungspräsident an das dreißigjährige Bestehen des Arbeitskreises „Sie, die Menschen, die wir heute ehren, haben mit ihrem Engagement einen großen Beitrag zur Stärkung unserer gemeinsamen kulturellen Identität geleistet.“

    In diesem Jahr zeichnet der Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart e.V. zum 15. Mal Personen aus, die sich auf lokaler oder regionaler Ebene auf vielfältige Weise in der Heimatpflege besonders engagiert haben. „Es ist mir sehr wichtig, auch diejenigen, die wir heute nicht auszeichnen können, zu ermutigen, mit ihrem guten Wirken fortzufahren“, so Schmalzl.

    Die in diesem Jahr verliehene Auszeichnung erhielten Frau Martina Junginger (Asselfingen), Frau Christa Lieb (Ludwigsburg), Frau Barbara Metelmann (Bempflingen), Herr Bernd Magenau (Remseck), Herr Hermann Walz (Eningen unter Achalm).

     

    Informationen zu den Preisträgern

     

    Martina Junginger

    Martina Junginger engagiert sich seit 2003 mit großem Einsatz in der Vermittlung und Weitergabe lokaler und regionaler Traditionen im LandFrauenverein Asselfingen. Seit dieser Zeit baute sie eine Mädchengruppe mit heute 36 Teilnehmerinnen auf. Zu Beginn stand in dieser Gruppe kreatives Gestalten mit dem Schwerpunkt Handarbeiten im Vordergrund. Innerhalb von zwei Jahren nach dem ersten Treffen entwickelte sich ein regelmäßiges Gruppenangebot alle zwei Wochen, das von Martina Junginger geleitet wird.

    Anlässlich der Heimattage Baden-Württemberg in Ulm griff Frau Junginger die Anfrage auf, die Mädchen in evangelischen Albtrachten für den Festumzug zu gewinnen. Sie traten dann als Schnitterinnen in Arbeitstracht auf. Die Mädchen beteiligten sich daraufhin in Kooperation mit dem LandFrauenverein Göttingen-Albeck am Landesfestumzug. Daraufhin entstand das Interesse bei den Mädchen, Volkstänze zu lernen und diese in ihren Albtrachten aufzuführen.

    2009 war der erste Auftritt der Mädchen bei der Sichelhenke in Asselfingen. Seither trifft sich die Mädchengruppe jeden Freitag, abwechselnd zu Handarbeit und Volkstanz.

    2010 fand ein Auftritt beim Landwirtschaftlichen Hauptfest statt. Es gibt sehr viele Auftritte bei Vereinsversammlungen, in Pflegeheimen und auch bei Geburtstagsfeiern.

    Daraus folgt das Zusammentragen der alten dörflichen schwäbischen Bauerntracht, und die Gruppe erhielt durch den Bürgermeister Räumlichkeiten für ein Trachtenmuseum. In diesem befinden sich allein aus Asselfingen 52 Röcke.

    Beim 35. Deutschen Evang. Kirchentag 2015 in Stuttgart tanzte die Juniorgruppe "Flotte Amsla" aus dem LandFrauenverein Asselfingen in Albtrachten auf der Königstraße und war am Abend der Begegnung in der Region Neckar-Alb ein Höhepunkt. Martina Junginger ist in der Vermittlung kultureller Werte vorbildgebend in ihrem Ort und in ihrer Region. Durch ihr pädagogisches Geschick ist es ihr gelungen, die Mädchengruppe kontinuierlich auszubauen und ältere Mädchen in die Leitung verantwortlich einzubeziehen.

    Frau Junginger wird heute für dieses ehrenamtliches Engagement die Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege verliehen.

     Christa Lieb

    Christa Lieb unterstützt das Stadtarchiv Bietigheim-Bissingen seit dem Jahr 2005 ehrenamtlich mit außerordentlichem Engagement in der Ortsgeschichtsforschung und Heimatpflege.

    Frau Lieb kam über eine Ausstellung des Stadtmuseums Hornmoldhaus über das Schicksalsjahr 1945 im Jahre 2005 zum Stadtarchiv. Sie bot sich damals an, die Ausstellung mit zu gestalten sowie Zeitzeugenaussagen, Briefe etc. abzuschreiben und zusammenzustellen. Aus dieser Arbeit entstand eine erste Dokumentation, die damals im Manuskript vervielfältigt wurde.

    Da sie sehr versiert im transkribieren historischer Dokumente ist und ihr diese Arbeit Freude bereitet, war eine ehrenamtliche Mitarbeit im Stadtarchiv mit seinen großen handschriftlichen Quellenbeständen naheliegend. Sie exzerpierte aus den im Stadtarchiv vorhandenen historischen Zeitungen ab 1835 alle Bietigheim und Bissingen betreffenden Einträge. Diese bilden heute das Grundgerüst der Stadtchronik. Inzwischen ist Frau Lieb bis in die Mitte der 1920er Jahre vorgedrungen. Eine Verbindung ihrer Arbeit an der Zeitungschronik und den Feldpostbriefen war das sich anschließende Projekt über den Ersten Weltkrieg. Durch ihre umfangreichen Erfahrungen war sie in der Lage, ein Schulprojekt der Realschule Bissingen zu begleiten.

    Im Zusammenhang mit dem Projekt Spurensuche erhielt Frau Lieb Kontakt zu Prof. Günter Österle. Frau Lieb hat die Aufgabe übernommen, die Briefe Österles abzuschreiben und damit die Grundlage für eine Veröffentlichung zu schaffen.

    All die Arbeiten, die Frau Lieb geleistet hat, wären vom Stadtarchiv Bietigheim-Bissingen nicht zu leisten gewesen Sie hat nicht nur im Rahmen der historischen Bildungsarbeit des Stadtarchivs Bietigheim-Bissingen die Bürgerschaft und Öffentlichkeit bereichert, sondern eine Vielzahl von Quellen, die in privater Hand waren, dem Stadtarchiv und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

    Diese für die Stadt Bietigheim-Bissingen geleistete wichtige Arbeit wird heute mit der Verleihung der Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege gewürdigt.

    Barbara Metelmann

    1979 gründete Barbara Metelmann in Filderstadt das Theater "die eulen", seitdem ist sie die Dramaturgin, Regisseurin, Organisatorin dieses Theaters.

    Es handelt sich um eine Gruppe von Laienschauspielern, die durch anspruchsvolles Theater einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Leben der Stadt Filderstadt leistet. Dabei stehen Anspruch und Unterhaltung stets in einem spannungsreichen und produktiven Verhältnis. Die Inszenierungen wechseln mit einem Theaterstück für Erwachsene und Kinder ab.

    Die Gruppe ist sehr auf Qualität in allen Details bedacht, bei einzelnen Inszenierungen wurden auch Autoren und professionelle Regie von außen verpflichtet. Das komplette Bühnenbild sowie die Kostüme werden durch Mitglieder der Theatergruppe selbst entworfen und erstellt. Die Gruppe besteht aus rund 50 Mitgliedern, davon stehen 30 regelmäßig auf der Bühne. Die Theatergruppe „die eulen“ stellt ein Angebot für Laien dar (insbesondere auch für Jugendliche), anspruchsvolles Theater zu spielen.

    Außerdem ist Frau Metelmann ehrenamtliches Mitglied der Planungsgruppe der Filderstädter Kulturwochen, wo sie die Konzeption der stattfindenden Filderstädter Kulturwoche erarbeitet. Diese Kulturwochen umfassen Literatur-Lesungen, Kunstausstellungen, Musikveranstaltungen und vieles mehr.

    Frau Metelmann zählt zu den profiliertesten ehrenamtlichen "Kulturmachern" in Filderstadt. Durch ihre frische und zupackende Art versteht sie es, die Menschen zu begeistern und zu motivieren und dadurch nicht nur Schauspieler sowie zahlreiche weitere Helfer über viele Jahre in ihrem Ensemble zu halten und weiterzubilden, sondern auch  immer wieder neue Schauspieler zu rekrutieren.

    Ihren Inszenierungen kommen dabei ihr Ideenreichtum, ihre lange Erfahrung in der Regie sowie ihre großen literarischen Kenntnisse sehr zugute.

    Dieser herausragende Einsatz wird nun mit der Auszeichnung der Ehrennadel anerkannt.

    Bernd Magenau

    Als langjähriges Mitglied beim Schwäbischen Albverein nimmt Herr Magenau viele verschiedene ehrenamtliche Aufgaben wahr:

    Er ist Wanderführer in der Ortsgruppe Remseck und hat als Wegewart viele Jahre für die Ortsgruppe das Wegenetz rund um seinen Wohnort betreut.

    Weiterhin ist er seit mehr als 30 Jahren Referent in der Wanderführerausbildung des Schwäbischen Albvereins. Dabei war für ihn das Wandern immer auch eine Möglichkeit, mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an seinen Wanderungen und Kursen seine Liebe zur Heimat zu teilen. Dazu gehört für ihn den Naturschutzgedanken weiterzugeben, kulturelle Besonderheiten zu zeigen und das Wandern modern und zukunftsfähig zu gestalten.

    Von 2010 bis 2015 war Bernd Magenau Leiter der Heimat- und Wanderakademie Baden-Württemberg von Seiten des Schwäbischen Albvereins. Die Heimat- und Wanderakademie ist die gemeinsame Bildungseinrichtung der beiden großen Wandervereine Schwäbischer Albverein und Schwarzwaldverein für alle Themen rund um Wandern, Heimat, Natur und Kultur.

    In seiner Amtszeit war er verantwortlich für das umfangreiche Veranstaltungsprogramm mit Exkursionen und Seminaren, die nicht nur den Mitgliedern der beiden Vereine sondern allen Interessierten offen stehen. Das Herzstück ist die Wanderführerausbildung, die die Teilnehmenden qualifiziert, bei ihren Führungen unsere Heimat erlebbar zu machen.

    Die Themen GPS und Geocaching lagen ihm besonders am Herzen, als Methode auch Jugendliche und Kinder ans Wandern heranzuführen. Ebenfalls in seiner Amtszeit führte die Heimat- und Wanderakademie eine Seminarreihe "Wandern - Landschaft erleben und nachhaltige Entwicklung" durch, die 2013 als offizielles Projekt der UN-Weltdekade zur Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet wurde.

    Landesweit arbeitete er in vielen Arbeitskreisen und Netzwerken mit.

    Die so erworbenen Verdienste werden heute mit der Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege ausgezeichnet.

    Hermann Walz

    Hermann Walz war von 1980 – 1996 Bürgermeister der Gemeinde Steinenbronn im Landkreis Böblingen. Seit seiner Zurruhesetzung hat er sich in den vergangenen rd. 20 Jahren in vielfältiger Weise ehrenamtlich für die Heimatpflege engagiert.

    Bei dem Verein schwäbische mund.art e.V. ist er als redaktioneller Mitarbeiter und Schriftführer im Vorstand aktiv. Durch seinen außerordentlichen Einsatz für den im Jahre 2002 ins Leben gerufene Künstlerwettbewerb "Sebastian Blau Preis für schwäbische mund.art e.V." wurde er zu einer tragenden Persönlichkeit im Verein.

    2011 unterstützte er als Organisator die Wiederbelebung des renommierten Mundartwettbewerbs. Auch den Arbeitskreis "Mundart in der Schule" hat Herr Walz unterstützt. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Bürgermeisters übernahm er den Vorsitz des Heimatvereins Steinenbronn (1996 – 2006). Nachdem im Sommer 2005 die Scheuer an den Verein von der Gemeinde zum Ausbau als Vereinsheim und Festlesscheuer übergeben worden war, erfolgte unter der Leitung von Herrn Walz in 5-jähriger Ausbau- und Restaurationszeit (3000 ehrenamtliche Arbeitsstunden der Vereinsmitglieder) ein beliebter Ort von Veranstaltungen und privaten Festen.

    Seit langem wirkt er zudem für den Schwäbischen Albverein als Natur- und Landschaftsführer.

    Sowohl für den Schwäbischen Albverein als auch für den Förderverein Freilichtmuseum Beuren leistete er wertvolle Dienste. Sein jüngstes heimatpflegerisches Kulturprojekt ist der 2013 von ihm und anderen gegründete Förderverein "Eninger Kunstwege e.V.", dessen 1. Vorsitzender er bisher ist

    Charakteristisch für Hermann Walz ist seine Fähigkeit, in den verschiedenen Gruppen seiner heimatpflegerischen Tätigkeit die Menschen zum Mitmachen zu motivieren. Das gelingt ihm vor allem dadurch, dass er nicht nur konzeptionelles Denken und Führungskraft beweist, sondern auch immer bereit ist, jenseits des Rampenlichts wichtige und zeitaufwendige Aufgaben erfolgreich und mit der ihm eigenen Bescheidenheit zu erledigen.

    Als Anerkennung erhält Herr Hermann Walz hierfür heute die Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege.

     

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