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  • Abteilung 3
    29.04.2016
    Tischgespräch „Zu Tisch im Hoftheater – Von der Sanierung eines historischen Kleinods“
    Regierungspräsident Johannes Schmalzl: „Die Sanierung des Ensembles Hoftheater mit Orangerie in Öhringen ist ein herausragendes Beispiel für gelungene Stadtsanierung in Öhringen.“
     Logobild des Regierungspräsidiums Stuttgart auf der Landesgartenschau 2016 in Öhringen

    ​Das Regierungspräsidium Stuttgart präsentiert sich unter dem Motto „Wir bringen alle an einen Tisch“ vom 22. April bis zum 08. Mai 2016 mit seiner Ausstellung im Treffpunkt Baden-Württemberg auf der Landesgartenschau 2016 in Öhringen. 

    Am heutigen Freitag, 29. April startete die Veranstaltungsreihe der „Tischgespräche“ mit dem Gesprächsthema „Zu Tisch im Hoftheater – von der Sanierung eines historischen Kleinods“.  Regierungspräsident Johannes Schmalzl lud zu Tisch im Hoftheater und diskutierte gemeinsam mit seinen Gästen die Themen Stadtsanierung am Beispiel Öhringens und speziell die Sanierung des historischen Hoftheaters. Gesprächspartner waren neben Öhringens Oberbürgermeister Thilo Michler die Architektin Julia Bernhardt vom Büro Bernhardt Architekten in Öhringen, welche den Umbau des Hoftheaters federführend betreute, der Projektverantwortliche der Sanierungsträgerin, die STEG Stadtentwicklung GmbH, Ralph Jaeschke sowie Dr. Martin Hahn als Vertreter des Landesamtes für Denkmalpflege beim Regierungspräsidium Stuttgart.

    „Die Sanierung nicht nur des historischen Hoftheater Ensembles, sondern auch vieler weiterer Gebäude in der Altstadt von Öhringen, sind ein gelungenes Beispiel dafür, wie man es schaffen kann, Altstädte zu erhalten und gleichzeitig zu lebens-und liebenswerten Orten für die Bürgerinnen und Bürger zu machen“, so Regierungspräsident Johannes Schmalzl. „Das Regierungspräsidium Stuttgart unterstützt die Kommunen mit Mitteln des Landes aus der Stadtsanierung bei der Erhaltung und Sanierung von einzelnen Gebäuden und flächigen Sanierungs-gebieten. Die Belange des Denkmalschutzes können zusätzlich finanziell unterstützt werden. Dies ist ein großer Anreiz für die Eigentümer und Kommunen zur Bewahrung ihrer Objekte und zur Bewahrung historischer Bausubstanz für die Zukunft “ so Schmalzl weiter. 

    Am Beispiel des historischen Hoftheaters zeigt sich die gute Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten Akteuren Regierungspräsidium – Kommune – Wirtschaft bei der Stadtsanierung: Seit Sommer 2010, bereits in Vorbereitung der Landesgartenschau, hat sich die Stadt Öhringen zu einer Instandsetzung und Aufwertung des Hoftheaters und der Orangerie entschlossen. Hierfür hat sie Mittel des Landes aus der Förderung Stadtsanierung beantragt und bewilligt bekommen.  Sanierungsträgerin war die private Gesellschaft „die STEG Stadtentwicklung GmbH“, welche Konzeption und Umsetzung betreut hat. Es sind für das Sanierungsgebiet „Innenstadt VII Hoftheater und Orangerie“ bislang rund 6,9 Mio. € bewilligt worden, der Bewilligungszeitraum läuft noch bis zum 30. April 2018.

    „Die Sanierung des Hoftheatern mit den beiden Nebengebäuden ermöglicht der Stadt Öhringen nicht nur die Nutzung im Rahmen der Landesgartenschau, vielmehr ist ein dauerhaft nutzbares Kleinod entstanden, welches nicht nur unterschiedlichsten Veranstaltungen Raum gibt sondern auch das historische Erbe der Stadt Öhringen für die Öhringer Bürgerinnen und Bürger dauerhaft erhält“, so Oberbürgermeister Thilo Michler.

    Das Regierungspräsidium Stuttgart hat im Jahr 2015 Mittel der Städtebauförderung in Höhe von rund 91 Millionen Euro Fördervolumen für Städte und Gemeinden des Regierungsbezirks bewilligt. Hinzu kommen noch rund 17,1 Millionen Euro bewilligte Zuschussmittel für den Bereich der Denkmalpflege.  Diese Zahlen sind in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich angestiegen.

    Beschreibung Denkmalschutz Öhringen (pdf, 205 KB)

    Hintergrundinformation

    Das Hoftheater stellt ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung dar. Es wird begleitet von zwei ehemaligen Orangerien (eine davon jetzt Büro der Landesgartenschau GmbH, die andere als Orangerie denkmalgerecht instand gesetzt). Diese Gebäudegruppe wendet sich dem älteren, ab 1610 erbauten Schloss zu und ist mit ihm durch die zentrale Gartenachse verbunden.

    Bauherren dieser Anlage sind die Grafen von Hohenlohe-Neuenstein-Öhringen, deren Residenz Öhringen war und die bis 1806 Stadt und Grafschaft beherrschten. Das Hoftheater wurde 1743 nach Plänen von Baumeister Georg Peter Schillinger errichtet. Es handelt sich um einen stattlichen massiven Bau unter Mansarddach. Er zeichnet sich durch barocke Sandsteingliederungen in Gestalt einer Kolossalordnung aus. Weiter ausgebaut wurde das Gebäude allerdings erst 1770, wobei es im Erdgeschoss einen Tanzsaal, im Zwischengeschoss Emporen (zum Tanzsaal) und im 2. Obergeschoss einen Theatersaal erhielt. Eigentümer der Gebäudegruppe samt Schloss und Hofgarten ist seit 1961 die Stadt.

    Das Hoftheater wurde 1966/67 zu einem Schulhaus umgebaut und dabei im Inneren umfassend erneuert. Bei der Erneuerung seit 2010 wurde ein zunächst außen geplantes weiteres Treppenhaus wurde nach innen verlegt im Interesse der Erhaltung des für den Hofgarten wichtigen äußeren Erscheinungsbilds. Außen angebaut wurde nur ein untergeordneter eingeschossiger Catering-Bau. Die beiden als Fluchtwege erforderlichen Treppen konnten in den beiden vorhandenen Treppenhausrisaliten erhalten bzw. wieder eingebaut werden. Die Werksteinfassaden wurden denkmalgerecht restauriert. Der Putz wurde nach Befund hell ockerfarben gestrichen. Die bei den restauratorischen Voruntersuchungen in Untersicht der EG-Fensterbögen entdeckte geometrische Dekorationsmalerei aus der Zeit um 1800 wurde sichtbar belassen, konserviert und - zur besseren Lesbarkeit -  lediglich in den Umrisslinien geschlossen.

    Das Hoftheater ist im Inneren weitgehend erneuert. Ungestört erhalten blieben aber die barocken Fassaden mit ihren anspruchsvollen Gliederungen. Auf Grund der Unversehrtheit seines Äußeren gilt der Öhringer Theaterbau unter allen bundesdeutschen Theatern als überregional bedeutend.

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