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  • Abteilung 9
    03.05.2016
    Pressekonferenz des Regierungspräsidiums Stuttgart anlässlich der Vorstellung des Jahresberichts 2015
    Das Landesgesundheitsamt ist mehr als nur fachliche Leitstelle für die Gesundheitsämter im Land

    Aktuelle Themen:

    • Impfstatuserhebung im Rahmen der Einschulungsuntersuchungen
    • Management lebensmittelbedingter Infektionen
    • Bewertung von Hautkrebs durch natürliche UV-Strahlung als mögliche Berufskrankheit


    „Durch das Landesgesundheitsamt als fachliche Leitstelle erhalten insbesondere die Gesundheitsämter kompetente Hilfestellungen bei der Planung und Umsetzung ihrer vielfältigen Aufgaben mit Gesundheitsbezug in den Stadt- und Landkreisen – sei es im Zusammenhang mit Gesundheitsplanung und -versorgung, bei der Erhebung von Gesundheitsdaten oder Weiterentwicklung der Qualitätssicherung“, hob Regierungspräsident Johannes Schmalzl anlässlich der heutigen Veröffentlichung des Jahresberichts 2015 des Landesgesundheitsamtes (LGA) hervor und stellte darin seine im Regierungspräsidium Stuttgart  angesiedelte, aber landesweit tätige Fachbehörde für Baden-Württemberg kurz vor. „Auch wenn die meiste Arbeit des LGA für die Bürgerinnen und Bürger nicht unmittelbar erkennbar ist, würde ein fehlendes LGA viele Dienstleistungen im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) erschweren, wären diese weniger abgestimmt oder würden sogar wegfallen“, ergänzt die Medizinerin und seit Jahresmitte 2015 neue LGA-Präsidentin Dr. Karlin Stark.

    Die Ermittlung von Gesundheitsdaten wie z. B. des Impfstatus im Rahmen der Einschulungsuntersuchungen, die Aufklärung von Infektketten bei Lebensmittelerkrankungen  oder die medizinische Bewertung von Gesundheitsrisiken sind typische Aufgaben des LGA.

    Impfstatuserhebung im Rahmen der Einschulungsuntersuchungen
    Schon seit 1987 werden in Baden-Württemberg die Angaben aus den vorgelegten Impfbüchern der Einschulungskinder erhoben und ausgewertet. Aus den Verläufen der Zeitreihen zu Impfungen gegen Masern, Röteln, Hepatitis B und Varizellen kann so die Entwicklung von Impfempfehlungen nachvollzogen werden. Ab einer Durchimpfungsrate von 95 % wird von einer erfolgreichen Zurückdrängung von Ansteckungserkrankungen ausgegangen. Obwohl die zweite Masern-Impfung für alle Kinder bis zum vollendeten zweiten Lebensjahr empfohlen ist, liegt die Durchimpfungsrate immer noch bei knapp 89 % (2014). Nachholbedarf gibt es auch bei Hepatitis B (ca. 89 %) und Varizellen (ca. 80 %). Die Daten dienen dem Sozialministerium und den Gesundheitsämtern vor Ort zur Unterstützung bei Informationsveranstaltungen und Aktionen wie z. B. im Rahmen der gerade erst zu Ende gegangenen „Europäischen Impfwoche“.

    Management lebensmittelbedingter Infektionen
    Zuletzt 2011 hat der EHEC-Ausbruch mit fast 4 000 Erkrankungsfällen, darunter 234 in Baden-Württemberg, die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen ÖGD und Lebensmittelüberwachung (LMÜ) aufgezeigt. In geringeren Ausmaßen treten jährlich mehrere Ausbruchserkrankungen auf. Ursache waren im Jahr 2015 insbesondere Campylobacter- und Salmonellose-Erreger (16/17). Um nicht immer das Rad neu zu erfinden, haben das LGA und das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart einen Leitfaden zum Management lebensmittelbedingter Infektionen in Baden-Württemberg herausgebracht. Neben einem Überblick über Zuständigkeiten und Kommunikationswege beinhaltet die Broschüre wichtige Informationen zur Durchführung von Ausbruchsuntersuchungen und zu Interventionsmöglichkeiten wie Abgabeverbote für Lebensmittel, Desinfektionsmaßnahmen oder den Umgang mit Infizierten.

    Bewertung von Hautkrebs durch natürliche UV-Strahlung als mögliche Berufskrankheit
    Viele Beschäftigte im Freien wie Bauarbeiter, Dachdecker, Landwirte oder auch Sportler sind natürlicher UV-Strahlung durch Sonnenlicht ausgesetzt. In Baden-Württemberg beläuft sich die Zahl Betroffener auf ca. 400 000. Folge kann der „weiße Hautkrebs“ (oder Plattenepithelkarzinom) sein. Landesweit wurden im Jahr 2015 insgesamt 562 Erkrankungsfälle angezeigt. Damit ist diese neue Berufskrankheit (BK) bundesweit an die dritte Stelle der „Hitliste“ der BK-Anzeigen gerückt. Der weiße Hautkrebs und seine Vorformen entstehen auf den vom Sonnenlicht bestrahlten Hautflächen. Dabei gilt: Je intensiver die Bestrahlung, desto größer das Entstehungsrisiko. Bei rechtzeitigem Erkennen kann gut therapiert werden – im Gegensatz zum bösartigen „schwarzen Hautkrebs“ (oder Melanom), der sehr viel gefährlicher ist, Metastasen bildet und häufiger zum Tod führt. Der Staatliche Gewerbearzt untersucht derzeit in einem knapp zweijährigen Projekt alle eingehenden BK-Anzeigen auf weißem Hautkrebs, um danach Empfehlungen zur Eindämmung erarbeiten zu können.

    „Diese und die meisten anderen Aufgaben lassen sich nur in fachlichen Netzwerken aus unterschiedlichen Experten verschiedener Institutionen besser bewältigen. Hier bewährt sich die Verortung des LGA in der Schnittstelle zwischen Gesundheitspolitik, Gesundheitsverwaltung und Gesundheitswissenschaften im Land", so Regierungspräsident Schmalzl. „Der Blick auf die Gesundheit der Gesamtbevölkerung ergänzt die Individualmedizinischen Leistungen in der Gesundheitsvorsorge und im Gesundheitsschutz und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung des Standortfaktors Gesundheit in Baden-Württemberg.

    Der LGA-Jahresbericht 2015 kann im Internet unter www.gesundheitsamt-bw.de bei Eingabe des Webcodes „LGA111 unter „Suche“ und auf der Seite des Regierungspräsidiums Stuttgart eingesehen werden.

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