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  • Abteilung 7
    25.05.2016
    Fachtagung „Radikalisierungstendenzen junger Menschen in Schulen - Wahrnehmen – deuten – handeln“
    Veranstaltung zum Austausch über religiös motivierten Fundamentalismus an Schulen am 03.06.2016 im Commundo Tagungshotel Stuttgart-Vaihingen

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Sie sind herzlich eingeladen zur

    Fachtagung „Radikalisierungstendenzen junger Menschen in Schulen -
    Wahrnehmen – deuten – handeln“
    am Freitag, 3. Juni 2016, ab 08:30 Uhr
    im Commundo Tagungshotel,
    Universitätsstraße 34, 70569 Stuttgart-Vaihingen.

    Mit der Idee, erste Anzeichen radikalisierter Handlungen wahrzunehmen, diese zu deuten und präventiv tätig zu werden, liegt das Augenmerk der Veranstaltung auf der Prävention. Es geht darum, zu erkennen: Was ist pubertäres Verhalten oder Provokation und wo beginnt die Radikalisierung?

    Die Fachtagung findet im Regierungsbezirk Stuttgart erstmalig in dieser Form statt. Sie ist eine Kooperation der Polizeipräsidien Stuttgart, Ludwigsburg und Reutlingen, der Abteilung „Schule und Bildung“ des Regierungspräsidiums Stuttgart und des Landeskriminalamts Baden-Württemberg. Zur Zielgruppe gehören insbesondere Schulleitungen, Lehrkräfte, Schulpsychologinnen und –psychologen, ebenso wie Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter im Großraum Stuttgart.

    Anerkannte Expertinnen und Experten geben Informationen zum Erkennen von Radikalisierungsprozessen und Handlungsideen, um diesen mit pädagogischen Maßnahmen entgegenwirken zu können. Die Grundinformationen aus den Fachvorträgen am Vormittag werden im Anschluss daran in Workshops weiter vertieft. Zudem bietet die Tagung Gelegenheit, sich mit Netzwerkpartnern vor Ort auszutauschen und zu verzahnen.

    Hintergrundinformation:

    In unseren Schulen besteht Handlungsbedarf zur Thematik „Radikalisierung junger Menschen“.  Bereits vor einem Jahr wurde daher eine gemeinsame Erklärung für ein friedvolles Miteinander an Schulen vom Kultusministerium sowie Vertretern und Vertreterinnen verschiedener Religionsgemeinschaften unterschrieben. Auch der Bildungsplan 2016 formuliert entsprechend dieser Erklärung in seinen Leitperspektiven "Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt" und "Bildung für nachhaltige Entwicklung" den Auftrag Weltoffenheit in allen Fächern zu vermitteln. So wird das gemeinsame Leben und Lernen von Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichen Glaubensrichtungen weiterhin unterstützt.  Die Absicht, radikale Tendenzen möglichst frühzeitig zu erkennen und präventiv entgegen wirken zu wollen, wird durch die dritte Leitperspektive „Prävention und Gesundheitsförderung“ im Bildungsplan 2016 ergänzt.

    Wer Toleranz, respektvollen Umgang miteinander und Verständigung bereits in frühen Jahren im Kindergarten und in den Schulen gelernt hat, lebt dies auch als Erwachsener. Schulen sind primäre Lernorte, an denen Kinder und Jugendliche den Umgang mit Vielfalt und unterschiedlichen Haltungen erfahren und lernen. Sie bergen auch die Gefahren von Konflikten. Umso wichtiger ist es, in Schulen präventiv zu handeln und Schülerinnen und Schülern, die radikalisierte Haltungen einnehmen, Gespräche anzubieten, sie in der Entwicklung von Lebenskompetenzen zu stärken und es ihnen zu ermöglichen „Nein“ zu sagen.

    Jugendliche, die in den Krieg ziehen wollen, machten in den vergangenen Monaten  immer wieder Schlagzeilen. Im jugendlichen Eifer ist es nicht untypisch, sich für Ideale und gegen vermeintliches Unrecht in der Welt zu engagieren. Den gesamten, mehrstufigen Radikalisierungsprozess bis hin zur Bereitschaft zu töten (und zu sterben) durchlaufen wenige. Ihre Hinwendung zu radikalisierten Haltungen und Handlungen gestaltet sich sehr individuell, sie folgt keinem schematischen Muster. Sie ist häufig Ausdruck einer persönlichen Suche nach Antworten, begünstigt durch biographische Umbruchsituationen.

    Prävention ist seit jeher gemeinsame Aufgabe von Schule und Polizei. Um zu verhindern, dass junge Menschen in den (religiösen) Extremismus abdriften, sind nicht nur grundlegende Kenntnisse über den Islam von Bedeutung, sondern auch, dass Konsequenzen aufgezeigt werden und mit Schülerinnen und Schülern in den Dialog über Werte und Demokratie gegangen wird.


    Hinweise für die Pressevertreter:

    Pressevertreter sind herzlich eingeladen, über die Tagung in Wort und Bild zu berichten. Die Referenten der Impulsvorträge stehen für Interviews am Rande der Veranstaltung zur Verfügung.

    Die Registrierung (unbedingt erforderlich) und Anmeldemöglichkeit zu den Workshops erfolgt über den folgenden Link:

    http://rps-schule.de/umfrage/index.php/63355?lang=de

    Programmflyer (pdf, 640 KB)

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