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  • Abteilung 8
    02.06.2016
    Landesdenkmalpflege Baden-Württemberg - Nationaler UNESCO-Tag am Sonntag, 5. Juni 2016
    Ausgrabungen des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart in Olzreute-Enzisholz, Teil der Welterbestätte Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen im Begleitprogramm zur Großen Landesausstellung „4.000 Jahre Pfahlbauten“
     2.	Ausgrabung Olzreute-Enzisholz: Grabungsmitarbeiter beim Bergen eines Miniaturrädchens. Die Erhaltungsbedingungen in der jungsteinzeitlichen Siedlung Olzreute-Enzisholz sind außerordentlich gut. Bis zu 80 cm Kulturschicht sind hier erhalten geblieben.

    Begleitend zur Großen Landesausstellung „4.000 Jahre Pfahlbauten“, eine gemeinsame Ausstellung des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg und des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, führt das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart in der jungsteinzeitlichen Siedlung Olzreute-Enzisholz (Stadt Bad Schussenried, Kreis Biberach) archäologische Ausgrabungen durch. Die Ausgrabungen sind für Besucher eingerichtet. „Nutzen Sie die einmalige Möglichkeit, während der gesamten Dauer der Ausstellung den Archäologen live bei der Arbeit über die Schulter sehen und jederzeit Fragen stellen zu können!“ sagt Prof. Dr. Claus Wolf, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege.

    Am Sonntag 05. Juni 2016, dem nationalen UNESCO Tag, stehen auf der Ausgrabung die Themen UNESCO und Dendrochronologie im Vordergrund. Weshalb werden obertägig nicht sichtbare Denkmale im Moor und unter Wasser unter den Schutz der UNESCO gestellt? Wie kann man jungsteinzeitliche Siedlungen jahrgenau datieren? Dazu informieren die Spezialisten des Landesamts für Denkmalpflege vor Ort, im dendrochronologischen Feldlabor und auf der Ausgrabung.

    Der Ort der Ausgrabung, die jungsteinzeitliche Siedlung Olzreute-Enzisholz, ist Teil des UNESCO-Welterbes „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“. Sie stammt aus der Zeit um 3.000 v. Chr., ist also etwa 5.000 Jahre alt. Der feuchte Untergrund, auf dem sie errichtet wurde, ermöglicht optimale Erhaltungsbedingungen für alle organischen Materialien, insbesondere für Holz. So wurden vor Ort bisher drei große hölzerne Scheibenräder und drei Miniaturräder aus der Jungsteinzeit gefunden, die zu den ältesten Radfunden der Welt zählen und als Highlights in der Großen Landesausstellung präsentiert werden. Ihre unterschiedlich geformten Achslöcher zeigen, dass schon vor 5.000 Jahren verschiedene Techniken der Achskonstruktion ausprobiert wurden. Damit sind sie wichtige Zeugen für die Entwicklungsgeschichte von Fahrzeugen.

    Funde und Befunde aus Feuchtbodensiedlungen können darüber hinaus viele Fragen zur Kulturgeschichte des Menschen beantworten: z.B. zur Einführung von Ackerbau und Viehzucht, zu Ernährungsgewohnheiten, zum Aufkommen neuer Technologien, wie Rad und Wagen, Textilproduktion oder Metallurgie. Nicht zuletzt können mithilfe von Archäobotanik, Geologie und Bodenkunde auch die Landschaft und Klimageschichte rekonstruiert und die Wechselwirkung zwischen Mensch und Umwelt in der Vergangenheit nachgezeichnet werden.

    Interessant für alle naturwissenschaftlich interessierten Besucher und die archäologische Denkmalpflege ist auch der ursprüngliche Anlass für die wissenschaftlichen Untersuchungen in Olzreute-Enzisholz: Hier konnte erstmals bewiesen werden, dass die zerstörungsfreie Prospektionsmethode mithilfe von Georadar auch bei Feuchtbodensiedlungen funktioniert. Zukünftig kann deshalb auch im feuchten Milieu zielgenauer bereits im Vorfeld eines Bauvorhabens entschieden werden, ob eine Ausgrabung nötig ist oder nicht.


    Hölzernes Scheibenrad mit quadratischem Achsloch aus Olzreute-Enzisholz, Bad Schussenried, Kreis Biberach. Eines von drei großen Scheibenrädern um 3000 v. Chr.; die Räder aus Olzreute gehören zu den ältesten Rädern der Welt

    Georadarbild der jungsteinzeitlichen Siedlung von Olzreute-Enzisholz: eingezeichnet sind die darauf erkennbaren Hausgrundrisse (pfd, 355 KB)
    Karte der fünf Welterbestätten Pfahlbauten in Oberschwaben: Nr. 10 - Schreckensee, Wolperwende; Nr. 11 - Olzreute-Enzisholz, Federsee; Nr. 12 - Siedlung Forschner, Federsee; Nr. 13 - Alleshausen-Grundwiesen, Alleshausen; Nr. 14 - Ödenahlen, Alleshausen/Seekirch (pdf, 886 KB)
    Ausschilderung mit Anfahrtsskizze (pdf, 871 KB)

     

    Hintergrundinformationen

    Öffnungszeiten der Ausgrabung im Begleitprogramm zur Großen Landesausstellung „4.000 Jahre Pfahlbauten“:

    1. Juni bis 9. Oktober 2016

    Mittwoch bis Sonntag 10-18 Uhr

    Gruppen bitten wir um Voranmeldung beim Ausstellungsbüro der Großen Landesausstellung

    Tel. 07583 / 9269110; EMail info@pfahlbauten2016.de

    Besuchen Sie die Große Landesausstellung Baden-Württember: „4.000 Jahre Pfahlbauten“ zum UNESCO-Welterbe "Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen" vom 16.04.-09.10., Dienstag-Sonntag und an Feiertagen von 10-18 Uhr


    Eine gemeinsame Ausstellung des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg und des Landesamtes für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem Federseemuseum Bad Buchau und den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg

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