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  • Abteilung 4
    20.06.2016
    A8/A81 – Rotes Steigle - Stahlbogenbrücke über A8/A81 erfolgreich eingehoben
    Regierungspräsident Wolfgang Reimer: „Das hochkomplexe Einheben des ersten Segments der Brücke über die Autobahn hat geklappt. Ich danke allen Beteiligten für ihr Engagement und die hohe Professionalität.“
     Visualisierung

    Zwischen dem Dreieck Leonberg und dem Kreuz Stuttgart wurde in der Nacht von Samstag auf Sonntag der erste Teil einer Stahlbogenbrücke eingehoben. Diese Brückenmaßnahme dient als Vorbereitung der Fahrbahnverbreiterung und Herstellung eines Verflechtungsstreifens im Bereich der A8/A81.

    Auf dem Parkplatz Sommerhofen wurden die beiden Hälften der neuen Brückenkonstruktion aus Stahl hergestellt. Die erste Hälfte wurde dieses Wochenende an ihren endgültigen Platz gebracht und eingebaut.
    Ab 20:30Uhr wurde am vergangenen Samstag, 18. Juni, begonnen, dafür die Kräne aufzubauen. Dies dauerte bis ca. 00:00Uhr an.

    Um 00:00Uhr wurde mit dem Transport des ersten Brückenbogens vom Parkplatz Sommerhofen aus in Richtung Rotes Steigle begonnen. Der Transport erfolgte dabei auf einem Schwerlasttransportfahrzeug (ein sogenannter „Tausendfüßler“). Gegen 01:00Uhr wurde dann mit dem Einhub des ersten Brückenteils begonnen. Dies dauerte bis ca. 05:00Uhr morgens.
    Gegen 09:00Uhr konnte die Sperrung nach Abbau der Kräne komplett aufgehoben werden.

    Die Verkehrseinschränkungen konnten wie geplant rechtzeitig beendet werden. Der Verkehr auf den Umleitungsstrecken wurde kritisch evaluiert.

    Da nur eine halbe Brücke eingehoben wurde, ruht diese nun auf einer Hilfsstütze in Fahrbahnmitte und wird am Fundament außerhalb der Autobahn gesichert.

    „Das hochkomplexe Einheben des ersten Segments der Brücke über die Autobahn hat geklappt. Ich danke allen Beteiligten für ihr Engagement und die hohe Professionalität, mit der sie diese Arbeit erledigt haben“, sagt Regierungspräsident Wolfgang Reimer und betont: „Ich hoffe, dass der zweite Teil der Brücke nächste Woche genauso problemlos eingehoben wird und wünsche allen Beteiligten dafür viel Erfolg.“

    Am kommenden Wochenende wird dann das zweite Segment eingehoben. Dazu wird jedoch nur die Fahrtrichtung Karlsruhe von Samstag, den 25. Juni um 21 Uhr bis Sonntag, den 26. Juni um 9 Uhr voll gesperrt. Die Umleitung erfolgt wie bei der ersten Sperrung über die B 14 und die L 1187. In Fahrtrichtung München können zwei Fahrstreifen genutzt werden.

    Fotos (pdf, 2.6 MB)

    Hintergrund:

    Auf der A/A81 herrscht ein Verkehrsaufkommen von über 130.000 Fahrzeugen mit einem Schwerverkehranteil von 21.000 Fahrzeugen. Für 2020 wird in diesem Streckenabschnitt ein Aufkommen von ungefähr 150.000 Kfz erwartet. Um den Verkehr im Bereich der Trennung der A 8/A81 staufreier fließen zu lassen, wird ein Verflechtungsstreifen vom AK Stuttgart bis zur AS Leonberg/Ost gebaut.

    Im Bereich der in den Jahren 1936/37 gebauten Wirtschaftsweg-Überführung „Rotes Steigle“ passt allerdings keine 4. Fahrspur unter der bestehenden Brücke hindurch.

    Daher muss die alte, gestalterisch sehr gelungene Brücke trotz ihres noch tragfähigen Zustandes abgerissen und durch ein neues Bauwerk ersetzt werden.

    Die Brücke stellt für die Land- und Forstwirtschaft, unter anderem für Holztransporte, eine wichtige Querung über die Autobahn dar. Daher muss eine Ersatzbrücke zunächst fertiggestellt sein, bevor das alte Bauwerk abgerissen werden kann.

    Da die Brücke später von sehr vielen Autofahrern gesehen wird, wurde auf eine gute Gestaltung großer Wert gelegt. Aus diesem Grund beauftragte man das international bekannte und renommierte Stuttgarter Ingenieurbüro Schlaich, Bergermann und Partner (SBP) mit der Entwurfsbearbeitung.

    Der Stahlbogen wird als dichtgeschweißter Hohlkasten ausgeführt, ebenso die schrägen Stahlstreben. Die Querschnitte ändern sich mit dem Verlauf des Bogens und der Streben, d.h. der Stahlbogenhohlkasten verjüngt sich in der Seitenansicht von den Kämpferfundamenten bis hin zum Bogenscheitel. Im Bereich des Bogenscheitels verschmilzt der Stahlbogen mit dem Überbau.

    Auf den Streben wird ein über die gesamte Länge durchgehendes, ca. 3,0 m breites Stahlblech mit oben liegenden Längssteifen angeordnet. Der Verbund zum Beton wird mit aufgeschweißten Kopfbolzendübeln hergestellt.

    Der Bogenfuß wird mittels einer wartungsfreien Edelstahlkippleiste gelenkig an die Bogenfundamente angeschlossen. Durch den gelenkigen Anschluss werden nur Druckkräfte in das Bogenfundament eingeleitet.

    Die Bauwerksabmessungen betragen in der Gesamtlänge etwa 76,0 m, die Breite zwischen den Kappen 5,0 m. Die Bogenspannweite beträgt ca. 59,75 m.

     

     

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