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Themenportal der Regierungspräsidien Baden-Württemberg: Landwirtschaft und Fischerei
Futtermittelkontrolle, Quelle: Regierungspräsidium Tübingen

Futtermittelüberwachung: So geht´s

Verbraucherschutz von Anfang an...

Die Amtliche Futtermittelüberwachung ist ein wichtiger Baustein eines umfassenden Verbraucherschutzes. Denn einwandfreie Futtermittel sind eine wichtige Voraussetzung für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Tieren. Nur gesunde Tiere liefern gesunde Nahrungsmittel, das heißt Fleisch, Milch und Eier von hoher Qualität.

In Baden-Württemberg wird die Amtliche Futtermittelüberwachung ausschließlich von den Regierungspräsidien durchgeführt.

Wer wird überwacht?

Futtermittel dürfen nur in Verkehr gebracht werden, wenn sie in ihrer Beschaffenheit und Zusammensetzung der Verkehrsauffassung entsprechen, also insbesondere in ihrem Futterwert und der Brauchbarkeit nicht gemindert sind, und wenn sie ausreichend, insbesondere dem Inhalt und der Beschaffenheit entsprechend gekennzeichnet sind.

Die Regierungspräsidien überwachen deshalb anhand von risikoorientierten Stichproben und Inspektionen die Einhaltung des Futtermittelrechts bei

  • Herstellerbetrieben von Futtermitteln,
  • Mahl- und Mischanlagen ,
  • Unternehmen und Genossenschaften, die Futtermittel importieren, lagern, transportieren oder vertreiben,
  • landwirtschaftlichen Betriebe und anderen Betrieben, in denen Tiere gehalten werden. 


In den Betrieben untersucht werden...

  • Einzelfuttermittel, wie Getreide, Extraktionsschrote oder Mineralstoffe,
  • Mischfuttermittel aus mehreren Einzelfuttermitteln,
  • Zusatzstoffe, wie Spurenelemente, Vitamine oder Kokzidiostatika oder auch
  • Vormischungen von Zusatzstoffen zur Einmischung in Mischfuttermittel.

Warum werden Futtermittel überwacht?

Die Futtermittelüberwachung ist nahezu vollständig durch EU-Recht geregelt und wird durch das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) und weitere nationale Gesetze und Verordnungen lediglich ergänzt. Ziele der futtermittelrechtlichen Regelungen sind:

  • ein hohes Schutzniveau für die Gesundheit des Menschen und der Tiere,
  • die Leistungsfähigkeit der Nutztiere zu erhalten und verbessern,
  • die Qualität der von den Nutztieren gewonnenen Erzeugnisse im Hinblick auf ihre Unbedenklichkeit für die menschliche Gesundheit zu erhalten und zu verbessern ,
  • sicherzustellen, dass durch Futtermittel die Gesundheit von Tieren nicht beeinträchtigt wird und
  • der Schutz vor Täuschung im Verkehr mit Futtermitteln aller Art für Landwirte und andere Kunden.

Was wird kontrolliert?

Kontrolliert wird:

  • die ordnungsgemäße Kennzeichnung,
  • die deklarierten Komponenten, deren Anteil und Qualität,
  • die Gehalte an Energie und Inhaltsstoffen, wie Rohprotein, Stärke, Calcium, Phosphor
  • die Gehalte an Zusatzstoffen,
  • die Gehalte an unerwünschten Stoffen, wie Mykotoxine, Schwermetalle, Dioxine, PCB
  • das Vorhandensein verbotener Stoffe, wie Tiermehl, Kot oder Klärschlamm,
  • das Vorhandensein nicht mehr zugelassener Stoffe.

Wie werden Futtermittel untersucht?

Die Bewertung von Futtermitteln und Ausgangserzeugnissen resultiert aus den Ergebnissen folgender analytischer Schwerpunkte:

  • Die chemische Untersuchung dient der Prüfung auf Einhaltung der deklarierten Gehalte an Inhalts- und Zusatzstoffen, sowie der Prüfung auf unerwünschte und verbotene Stoffe.
  • Die mikrobiologische Untersuchung wird angewandt zur Beurteilung der Unverdorbenheit und des hygienischen Zustands von Futtermitteln, zur Prüfung auf antimikrobiell wirksame Stoffe sowie auf Probiotika.
  • Die mikroskopische Untersuchung dient der Prüfung auf Reinheit von Einzelfuttermitteln, dem qualitativen und quantitativen Nachweis der deklarierten Komponenten und der Prüfung auf unerwünschte und verbotene Stoffe (u. a. Tiermehl).
  • Verschiedene molekularbiologische Untersuchungsmethoden erlauben z. B. die quantitative und qualitative Bestimmung gentechnisch veränderter Bestandteile.

Die Untersuchung der Proben erfolgt beim Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg sowie bei den Chemischen und Veterinäruntersuchungsämtern des Landes in Freiburg und Karlsruhe.

Wer kann Futtermittel untersuchen lassen?

Neben Untersuchungen in staatlichem Auftrag sind gegen Gebühr auch solche im privaten Auftrag möglich. Landwirte können sowohl ihre hofeigenen als auch die zugekauften Futtermittel untersuchen lassen. Bei der Einsendung der Proben ist der Untersuchungsanstalt ein konkreter Auftrag zu erteilen bzw. das Anliegen umfassend darzulegen.

Wo wird untersucht?

Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg
Neßlerstr. 25
76227 Karlsruhe
Tel.: 0721/9468-0

Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe
Weißenburger Str. 3
76187 Karlsruhe
Tel.: 0721/926-3611

Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg
Postfach 100462
79123 Freiburg
Tel.: 0761/8855-0

Hintergrund 

Hier gelangen Sie zu den Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern bei Fragen zur Futtermittelüberwachung