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Donausanierung zwischen Hundersingen und Binzwangen ein Projekt des Regierungspräsidium Tübingen und den Landkreisen Biberach und Sigmaringen


Neuer Flusslauf der Donau

Herstellung eines neuen Flussbettes

Parallel zum Bau der Sohlgleite wurde auf einer Länge von ca. 850 m (Bauteil 1) ein neues Donaubett ausgehoben, das zunächst nur von Unterstrom einen Anschluss an die alte Donau hatte. Ziel der Maßnahme ist die Schaffung eines naturnahen Gewässerbettes mit unterschiedlichen Tiefen und Breiten, reich strukturierten Böschungen und Kiesbänken als neuen Lebensraum für Fische und Vögel.

Müll- und Bauschutt im Baufeld

Müll- und Bauschutt im Baufeld

Im Bereich des neuen Flusslaufes sind wir auf Müll- und Bauschutt aus der Altablagerung „Äusserer Kessel”, eine ehemalige Müllkippe der Gemeinde Ertingen - Binzwangen gestoßen. Die beauftragte Firma Max Wild aus Berkheim hat das Material zunächst sortiert. Es wurden 110 t Müll einer geordneten Entsorgung zugeführt und 600 m³ Bauschutt zu einer Recyclinganlage abtransportiert. Insgesamt 20 t Metallteile und Schrott landeten bei einer Wiederverwertungsanlage.

Verwertung des Kiesmaterials im Straßenbau

Verwertung des Kiesmaterials im Straßenbau

Der Bauteil 2 „Neuer Flusslauf” mit 1,7 km Länge bis zur Ausleitung Richtung Hundersin-gen wurde im Jahr 2010 angelegt und im Mai 2011 geflutet. Die teilweise Verfüllung der alten Donau und die Herstellung des Ausleitungsdammes dauerte noch bis November 2011. Da das neue Flussbett weitgehend unbefestigt blieb, kann es sich eigendynamisch entwickeln. Das erste Hochwasser vom Januar 2012 hat die Kraft der Donau bereits unter Beweis gestellt. Im Streckenverlauf der Donau sind die typischen Entwicklingsschritte einer einsetzenden Eigendynamik erkennbar. An den Prallhängen hat eine bislang moderate Seitenerosion mit mäßiger Sohleintiefung eingesetzt. An den Gleithängen bildeten sich große Kiesbänke.

Kosten

Insgesamt wurden bei der Maßnahme HuBi ca. 250.000 m³ Erdmaterial bewegt. Die Donausanierung (Revitalisierung der Donau und ihrer Aue) ist Bestandteil des Integrierten Donauprogrammes (IDP). Die Projektkosten in Höhe von 2,6 Mio. Euro trägt zu 60 % das Land Baden-Württemberg, die restlichen 40 % wurden durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) zur Verfügung gestellt.

Ausblick

Im Renaturierungsabschnitt treten nun auch kleinere Hochwasser über die Ufer, die früher schnell abgeführt wurden. Der durch den Umbau aktivierte Retentionsraum verbessert die hydraulische Situation langfristig. Zusätzliches Retentionsvolumen verbessert den Hochwasserschutz für die Unterlieger.
Man kann nun gespannt sein, wie sich die Talaue künftig entwickelt. Schon in der Baustellenphase entdeckte man ganze Trupps des Flussregenpfeifers, der hier auch schon erfolgreich gebrütet hat. Es bleibt zu hoffen, dass auch künftige Hochwasser die Kraft haben, Kiesflächen zu verschieben und die natürliche Sukzession von neuem beginnen zu lassen.