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Projekt des Hochwasserschutzes im Bereich des Rheins am Regierungspräsidium Freiburg

Fragen und Antworten zum Rückhalteraum Elzmündung

 
 
 
Abschnittsanfang
Welcher Hochwasserschutz besteht heute für die Gemeinde Schwanau bei Rheinhochwasser?
Mit dem Bau der Staustufe Gerstheim wurde der Hochwasserschutz der Gemeinde Schwanau im Vergleich zu früheren Verhältnissen deutlich verbessert. Bei Hochwasser werden heute nur noch die Flächen des Rheinwaldes im Bereich der Ortschaften Ottenheim und Nonnenweier überflutet.
 
Der Hochwasserdamm VIII, der die heutige Überflutungsfläche des Rheins nördlich des Rückhalteraumes Elzmündung im Bereich der Ortschaft Ottenheim begrenzt, wurde in den Jahren 1995 und 2000/2001 saniert und teilweise erhöht. Der Damm schützt damit vor Rheinabflüssen bis zu 4.800 m³/s. Mit dieser Sanierung wurde für die Ortschaft Ottenheim ein mindestens 200-jährlicher Hochwasserschutz geschaffen.
 
Die Unterlieger nördlich von Iffezheim werden eine solche 200-jährliche Hochwassersicherheit erst wieder zurückerhalten, wenn alle Rückhalteräume des gesamten Integrierten Rheinprogrammes in Betrieb sind. Einer dieser dringend erforderlichen Rückhalteräume ist der Polder Elzmündung.
 
 
Abschnittsanfang
Wie werden die Gebäude in den Ortschaften beim Betrieb des Rückhalteraumes vor ansteigendem Grundwasser geschützt?
Die vom Betrieb des Rückhalteraumes Elzmündung und dem damit verbundenen Grundwasseranstieg betroffenen Ortschaften werden durch technische Maßnahmen geschützt. Schutzmaßnahmen zur Regulierung des Grundwasserstandes sind der Bau und Einsatz von Tiefbrunnen, das Absenken des Wasserspiegels in vorhandenen Gewässersystemen und/oder die Nutzung vorhandener Gewässer zur Ableitung von Druckwasser. Anzahl und Lage der erforderlichen Tiefbrunnen werden mit Hilfe eines mathematischen Grundwassermodells ermittelt.
 
Die Maßnahmen zum Schutz der Ortschaften sind Bestandteil der Gesamtplanung und damit des Planfeststellungsverfahrens.
 
Ziel dieser Schutzmaßnahmen ist es, betriebsbedingte, zusätzliche schadbringende Wirkungen grundsätzlich zu vermeiden. Sobald diese Maßnahmen gebaut und in Betrieb sind, wird in Teilbereichen der Ortschaften im Vergleich zu den heutigen Verhältnissen sogar eine Verbesserung zu verzeichnen sein.
 
 
Abschnittsanfang
Wie wird dem Schutz des Trinkwassers in den angrenzenden Wasserschutzgebieten Rechnung getragen?
Grundsätzlich ist eine vorhabensbedingte, nachhaltige Veränderung der Qualität des Grund-wassers durch den Eintrag von Schadstoffen aus dem Rückhalteraum in das Grundwasser nicht zu erwarten, da die Konzentrationen dieser Stoffe im Rheinwasser inzwischen gering sind und abnehmen werden.
 
Die geplanten Schutzmaßnahmen (Schutzbrunnen) verhindern aktiv das Eindringen von Grundwasser aus dem Rückhalteraum in die östlich der Brunnengalerien gelegenen Gebiete in Nonnenweier und Wittenweier. Dadurch wird der Schutz der Einzelwasserversorgungen gewährleistet.
 
Zur Absicherung dieser Planungsgrundlage werden in Abstimmung mit dem Landratsamt Ortenaukreis im Rahmen des erforderlichen Probebetriebs die Auswirkungen der Flutungen des Rückhalteraums auf die Wasserversorgungen über ein umfangreiches Monitoring ermit-telt. Zusätzlich wird ein Markierungsversuch durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden vor der Inbetriebnahme des Rückhalteraums dem Landratsamt Ortenaukreis zur Zustimmung vorgelegt.
 
Soweit als Folge des Polderbetriebes ein Anschluss an die zentrale Wasserversorgung für Teile der Einzelwasserversorgungen notwendig wird, werden die Anschlusskosten vom Land übernommen.
 
 
Abschnittsanfang
Wie wird die Sicherheit des Rheinseitendamms und der Rheinhauptdämme gewährleistet?
Der Rheinseitendamm sowie die Rheinhauptdämme VI und VII, die sogenannten "Tulladämme", bilden die räumliche Begrenzung des Rückhalteraumes Elzmündung. Alle drei Dammsysteme werden bodenmechanisch untersucht. Diese Untersuchungen geben Aufschluss über den derzeitigen Zustand der Dämme. Wo immer erforderlich werden die Dämme an die zukünftig vorgesehenen Belastungen angepasst (saniert/verstärkt/erhöht).
 
 
Abschnittsanfang
Kann es beim Hochwassereinsatz des Rückhalteraumes Elzmündung durch Schiffshavarie zu Schäden am Rheinseitendamm kommen?
Eine Gefährdung des Rheinseitendammes durch die Schifffahrt während des Hochwassereinsatzes des Rückhalteraums Elzmündung kann ausgeschlossen werden. Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Rückhalteraumes ist die Schifffahrt auf dem Rhein bereits eingestellt.
 
 
Abschnittsanfang
Was passiert, wenn der Strom ausfällt?
Aus Sicherheitsgründen ist vorgesehen, bei allen Betriebseinrichtungen, die mit Strom betrie-ben werden, die Stromversorgung so auszulegen, dass bei Ausfall eines Versorgungssystems unmittelbar ein anderes einspringen kann.
 
Am Beispiel der Schutzmaßnahmen in den Ortslagen (Brunnengalerien) wird dies durch die zweiseitige ringförmige Einspeisung aus dem Mittelspannungsnetz (20-kV-Ringleitung) ge-währleistet. Die Versorgung der Brunnen und Bauwerke mit elektrischer Energie wird in der Regel durch neu zu errichtende Trafostationen mit Anschluss an die vorhandene 20-kV-Ringleitung sichergestellt.