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Projekt des Hochwasserschutzes im Bereich des Rheins am Regierungspräsidium Freiburg

14. Welche Auswirkungen haben die Hochwasserrückhalteräume und deren Betrieb auf die bestehenden Flächennutzungen?

Abschnittsanfang 14.1 Sind in den Rückhalteräumen weiterhin landwirtschaftliche Nutzungen möglich?

Befinden sich landwirtschaftliche Nutzungen innerhalb geplanter Hochwasserrückhalteräume, wird bereits im Zuge der Planungen versucht, außerhalb der Rückhalteräume liegende, gleichwertige Tauschflächen zu finden und betroffenen Landwirten eine – falls erforderlich auch frühzeitige – Umstellung ihrer Kulturen zu ermöglichen. Ist dies nicht möglich, wird angestrebt, die intensive Landwirtschaft in eine extensive Bewirtschaftungsform zu überführen. Mindererträge werden entschädigt.

Schäden durch Flutungen im Winter sind nicht zu erwarten. Im Sommer muss hingegen mit einem (Teil-)Ausfall der Ernte gerechnet werden.

Treten in Folge von Hochwasserrückhaltungen oder Ökologischen Flutungen Schäden ein, werden diese entschädigt. Grundlage für die Entschädigungsleistung sind Sachverständigengutachten für deren Kosten der Vorhabensträger aufkommt.

Abschnittsanfang 14.2 Sind in den Rückhalteräumen weiterhin forstwirtschaftliche Nutzungen möglich?

Die forstwirtschaftliche Nutzung ist weiterhin möglich. Ziel ist es, die forstwirtschaftlich genutzten Bestände in den Hochwasserrückhalteräumen möglichst hochwassertolerant auszuprägen.

Die Ökologischen Flutungen sind hier ein wichtiger Baustein bei der Planung der zukünftigen Waldentwicklungstypen.

Sobald im Rahmen der Planungen genaue Angaben zu den zukünftigen Verhältnissen in den einzelnen Räumen vorliegen, werden diese den zuständigen Forstämtern und der Forsteinrichtung zur Verfügung gestellt. Gemeinsam mit der Forstverwaltung werden Konzepte für die zukünftige forstliche Bewirtschaftung der Wälder erarbeitet. Im Zuge der Rückhalteraumplanungen werden auch gemeinsam die Erschließung optimiert und die Lage von Holzlagerplätzen abgestimmt.

Abschnittsanfang 14.3 Ist in den Rückhalteräumen weiterhin Kiesabbau möglich?

Ziel des Integrierten Rheinprogramms ist es, den Hochwasserschutz wiederherzustellen und gleichzeitig die Voraussetzungen für den Erhalt und die Regeneration der Auenbiotope zu schaffen.

Ein begrenzter Kiesabbau in der Aue wird künftig weiterhin möglich sein, muss aber anderen öffentlichen Planungen Rechnung tragen. Der Kiesabbau muss landschafts- und flächenschonend betrieben werden. Erweiterungen an bestehenden Abbaustätten in der Aue sind i.d.R. nur noch kleinräumig möglich.

Wertvolle Landschaftsteile jedoch, insbesondere die durch ihre natürliche Standortqualität herausragende Rheinaue, sollen so wenig wie möglich beansprucht werden. Dies ist z.B. im Regionalplan Südlicher Oberrhein so verankert.

Abschnittsanfang 14.4 Welchen Einschränkungen unterliegt die Jagd?

Es wird Zeiten geben, in denen die Ausübung der Jagd wegen Überströmungen des Geländes eingeschränkt bis nicht möglich sein wird.

Generell wird darauf geachtet, dass während Hochwasserrückhaltungen die Dämme für den Besucherverkehr gesperrt sind, damit das Wild ins Binnenland wechseln kann. Auch werden binnenseits der Dämme beruhigte und Deckung bietende Wildrückzugsgebiete angelegt.

Abschnittsanfang 14.5 Gibt es Auswirkungen auf die Imkerei?

Stellen Imker im Bereich geplanter Rückhalteraumflächen ihre Bienenvölker auf, so wird gemeinsam nach Lösungen gesucht. Beispielsweise werden den Imkern Flächen innerhalb der Rückhalteräume genannt, die nicht oder nur sehr selten und sehr flach von Überflutungen betroffen sind. Auch werden gemeinsam Alternativstandorte außerhalb der Rückhalteräume gesucht, die eine ähnliche Blütentracht erwarten lassen. Sowohl bei Ökologischen Flutungen als auch bei Hochwasserrückhaltungen werden die Imker rechtzeitig informiert, um ggf. ihre Bienenvölker aus dem Rückhalteraum bringen zu können.