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Sie sind hier: RP Internet »Themenportal »Wasser und Boden »Integriertes Rheinprogramm »3. Welche Rolle spielen die anderen Rheinanliegerländer?
Projekt des Hochwasserschutzes im Bereich des Rheins am Regierungspräsidium Freiburg

3. Welche Rolle spielen die anderen Rheinanliegerländer?

Abschnittsanfang 3.1 Wird Frankreich am IRP beteiligt?

Aufgrund deutsch-französischer Verträge gibt es unterschiedliche Gremien, in denen die Planungen des IRP vorgestellt und abgestimmt werden. Auf Expertenebene finden Sitzungen mit Vertretern der Direction Régionale de l’Environnement, de l’Aménagement et du Logement (DREAL), des Voies navigables de France (VNF), der Electricitée de France (EdF), der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft (UM), und den Regierungspräsidien Freiburg (RPF) und Karlsruhe (RPK) statt.

Darüber hinaus finden Ausschusssitzungen sowie Tagungen der Ständigen Kommission statt.

Abschnittsanfang 3.2 Was trägt Frankreich zum Hochwasserschutz bei

In Frankreich werden die Polder Moder (5,6 Mio. m3) und Erstein (7,8 Mio. m3) zum Hochwasserschutz eingesetzt. Zusätzlich tragen die Rheinkraftwerke mit dem Sonderbetrieb (Manöverbetrieb s.a. Fragen „Was ist der Sonderbetrieb der Rheinkraftwerke (Manöver)? Wozu ist er erforderlich?“) mit bis zu 45 Mio. m3 zum Schutz der Unterlieger bei.

Abschnittsanfang 3.3 Was tragen Hessen und Rheinland-Pfalz zum Hochwasserschutz bei?

Zum Schutz der Rheinniederung bis Worms sind in Rheinland-Pfalz unabhängig von den Rückhalteräumen des IRP weitere 6 Rückhalteräume in Betrieb bzw. im Genehmigungsverfahren:

die Daxlander Au (5,1 Mio. m3) sowie die Polder Wörth/Jockgrim (18,1 Mio. m3), Mechtersheim (3,6 Mio. m3), Flotzgrün (5,0 Mio. m3) und Kollerinsel (6,1 Mio. m3) werden bereits zum Hochwasserrückhalt genutzt. Der Planfeststellungsbeschluss für den Polder Waldsee/Altrip/Neuhofen (9,0 Mio. m3) wird derzeit beklagt (Stand 12/2014).

Abschnittsanfang 3.4 Weshalb ist der Anteil Baden-Württembergs so groß?

Baden-Württemberg hat mit rund 266 km den größten Anteil am Rheinufer. Frankreich hat 182 km Uferlänge und Rheinland-Pfalz 148 km bis Mainz bzw. nur 92 km bis Worms.

Abschnittsanfang 3.5 Wie wird die Rheinstrecke unterhalb von Worms geschützt?

Zum Schutz der Rheinstrecke nördlich von Worms sind in Rheinland-Pfalz weitere Hochwasserrückhalteräume betriebsbereit:

  • Dammrückverlegung Worms-Mittlerer Busch
  • Dammrückverlegung Worms-Bürgerweide
  • Polder Bodenheim/Laubenheim
  • Polder Ingelheim
Abschnittsanfang 3.6 Welche Beziehung besteht im Hochwasserfall zwischen den Wasserständen in Köln und bei uns?

Aufgrund der großen Entfernung (ca. 470 Fluss-Kilometer) und der Überlagerung mit dem Abflussgeschehen mehrerer großer Nebenflüsse besteht keine Möglichkeit, die Rückhalteräume am Oberrhein gezielt zum Schutz von Köln einzusetzen:

  • Die Laufzeit der Hochwasserwelle von Kehl/Straßburg bis Köln (4 bis 5 Tage) ist länger als die derzeit und auch auf absehbare Zeit mögliche verlässliche Vorhersagedauer für Hochwasser. Diese verlässliche Vorhersagedauer umfasst für Hochwasser größerer Flüsse maximal ein bis zwei Tage, so dass ein gezielter Einsatz der Rückhaltemaßnahmen für zeitlich später eintretende und damit sehr ungewisse Ereignisse vorab nicht bestimmt werden kann.
  • Es können durchaus hohe Abflüsse in Köln auftreten, ohne dass am südlichen Oberrhein große Hochwasser ablaufen. Neckar, Main, Lahn, Sieg und Mosel münden erst unterhalb des nördlichsten baden-württembergischen IRP-Rückhalteraumes in den Rhein. Eine Beeinflussung dieser Hochwasserwellen mit den Rückhalteräumen am Oberrhein in Baden-Württemberg ist naturgemäß nicht möglich.

Grundsätzlich werden die Rückhalteräume am Oberrhein so eingesetzt, dass sie die beste Wirkung für den Oberrhein unterhalb von Iffezheim entfalten. Je nach Hochwasser und je nach Überlagerung mit den Hochwasserwellen der o.g. Nebenflüsse kann sich hierdurch auch eine positive Wirkung auf den Mittel- und Niederrhein ergeben, die aber mit zunehmender Entfernung rheinabwärts immer kleiner wird.

Abschnittsanfang 3.7 Beteiligen sich die anderen Rheinanlieger an der Finanzierung des IRP?

s. a. Frage 1.11 Wer finanziert das IRP?