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Sie sind hier: RP Internet »Themenportal »Wasser und Boden »Integriertes Rheinprogramm »4. Gibt es Alternativen zu den 13 IRP-Standorten?
Projekt des Hochwasserschutzes im Bereich des Rheins am Regierungspräsidium Freiburg

4. Gibt es Alternativen zu den 13 IRP-Standorten?

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4.1 Können auch die Staustufen am Oberrhein zur Rückhaltung eingesetzt werden?

Dies geschieht bereits mit dem sogenannten Sonderbetrieb der Rheinkraftwerke. Die Drosselung der Kraftwerksdurchflüsse führt dabei zu einem zusätzlichen Durchfluss und damit Wasserrückhalt im alten Rheinbett zwischen Märkt und Breisach und zum stärkeren Durchströmen der vorhandenen Auwälder in den nördlich davon liegenden Rheinschlingen. Maximal können hierdurch 45 Mio. m3 zurückgehalten werden. (Näheres bei den Fragen „Was ist der Sonderbetrieb der Rheinkraftwerke (Manöver)? Wozu ist er erforderlich?")

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4.2 Gibt es noch Alternativstandorte, falls bei einem Rückhalteraum das angestrebte Volumen nicht erreicht wird oder auf ihn ganz verzichtet werden muss?

Das "Korsett" in der Oberrheinebene ist sehr eng. Eine Untersuchung der Landschaft zwischen Basel und Mannheim zeigte, dass in Baden-Württemberg maximal 13 Standorte zur Hochwasserrückhaltung geeignet sind. Die intensiven Nutzungen und die dichte Besiedlung lassen keine weiteren Standorte zu.

Abschnittsanfang 4.3 Warum wird nicht vermieden, neue Baugebiete so nahe am Rhein auszuweisen?

Die Standorte der 13 IRP-Rückhalteräume sind in die Regionalpläne als Vorrangbereiche für Überschwemmungen aufgenommen worden. Damit ist eine Ausweisung von neuen Baugebieten in diesen Bereichen grundsätzlich nicht möglich.
Bei Planungen und Neuanträgen zu Baugesuchen in der Rheinniederung werden die für das IRP zuständigen Referate bei den Regierungspräsidien als Träger öffentlicher Belange in den entsprechenden Antragsverfahren beteiligt. Im Zuge von Stellungnahmen werden die Belange des Hochwasserschutzes (IRP) vorgetragen, um die Randbedingungen (Bebauungsvorschriften) der Bebauungspläne an die Anforderungen, die sich aus der Nähe zum Rhein ergeben, einzubringen. Die jeweils verfahrensführende Behörde hat eine abschließende Entscheidung zu treffen.

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4.4 Sind mehr Hochwasserrückhaltebecken an den Nebenflüssen des Oberrheins sinnvoll?

Im Bereich der Schwarzwaldzuflüsse regulieren bereits mehrere Rückhaltebecken den Hochwasserabfluss einzelner Bäche und Flüsse. Diese Rückhaltebecken haben jedoch weitgehend nur lokale Auswirkung und wirken sich auf den Hochwasserabfluss des Rheins nur unwesentlich aus.

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4.5 Welche Rolle spielen die Hochwasserrückhaltebecken an Nebengewässern? Werden sie in das Flutungsregime mit einbezogen?

Die Rückhaltebecken an den Nebengewässern, wie z.B. "Mittleres Kinzigtal", wurden gebaut, um den Schutz der Anlieger unmittelbar vor Ort sicher zu stellen. Zu einer Entlastung des Rheins können sie nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen beitragen.

Eine der wichtigsten Voraussetzungen dabei ist, dass zeitgleich mit dem Rhein auch an den Nebenflüssen ein bedeutendes Hochwasser ablaufen muss, um die Rückhaltebecken an den Nebengewässern überhaupt füllen zu können. Beim Hochwasser im Mai 1999 war dies beispielsweise nicht der Fall. Rückhaltebecken an den Nebengewässern hätten bei diesem Hochwasser keinen Beitrag zur Hochwasserreduzierung im Rhein liefern können.

Da die Rückhaltebecken an den Nebengewässern somit nicht sicher für eine Hochwasserrückhaltung zu Gunsten des Rheins zur Verfügung stehen, können sie beim Betriebsreglement für den Hochwasserschutz am Rhein nicht als Ersatz für die IRP-Rückhalteräume berücksichtigt werden.

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4.6 Könnten Nutzungsänderungen im Einzugsgebiet zum Hochwasserrückhalt beitragen?

Mit einem z.B. durch Baumartenwechsel oder auch Veränderungen der landwirtschaftlichen Nutzungen möglichen Wasserrückhalt im Einzugsgebiet lässt sich keine signifikante Scheitelabminderung bei extremen Hochwasserereignissen erreichen.

Abschnittsanfang 4.7 Warum werden die Rückhalteräume so nahe an den Rhein gebaut?

Der Rhein bringt das Hochwasser. Die optimale Möglichkeit, diese Wassermassen aufzuhalten besteht in unmittelbarer Rheinnähe. Nur hier in den ehemaligen Rheinauen sind ehemalige Überflutungsflächen des Rheins und damit noch genügend unbebaute Bereiche vorhanden.