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Projekt des Hochwasserschutzes im Bereich des Rheins am Regierungspräsidium Freiburg

8. Was passiert bei einem Hochwassereinsatz?

Abschnittsanfang 8.1 Wann und wie beginnt ein Hochwassereinsatz?

Überschreitet der Rhein kritische Pegelstände am Hoch- und Oberrhein wird in Karlsruhe die Hochwasservorhersagezentrale (HVZ) „eröffnet“. Fachleute sind dann rund um die Uhr in Bereitschaft und beobachten die Wetterdaten, die Pegelstände des Rheins und seiner Zuflüsse. Sie halten den Kontakt zum Deutschen Wetterdienst und stehen ständig mit den Kollegen der Vorhersagezentralen in der Schweiz, in Frankreich sowie in Rheinland-Pfalz in Verbindung.

In der Hochwassermeldeordnung (HMO) des Landes Baden-Württemberg ist für diese Fälle genau vorgeschrieben, welche Dienststelle wen bei welchen Abflüssen und Wasserstandsentwicklungen zu informieren hat. Die Regierungspräsidien Freiburg und Karlsruhe sind als Betreiber der Rückhalteräume am Oberrhein in die HMO eingebunden. Entsprechend der HMO werden auch alle Rheinanliegergemeinden über ein anlaufendes Hochwasser informiert.

Abschnittsanfang 8.2 Wann werden die Steuerzentralen der Hochwasserrückhalteräume besetzt?

Bei den Regierungspräsidien sind ständige Rufbereitschaften eingerichtet, um bei Schadensfällen oder kritischen Abflüssen im Rhein in Betrieb gehen zu können. In der Betriebsanweisung für jeden Rückhalteraum ist vorgeschrieben, wann die Anliegergemeinden, die örtliche Polizei, die Feuerwehren und eventuell Betroffene (z.B. Fischer) über einen anstehenden Hochwassereinsatz zu informieren sind.

Sobald die kritischen Hochwasserstände im Rhein unterschritten sind und eine erneute Hochwassergefahr ausgeschlossen werden kann, wird der Bereitschaftsdienst aufgehoben und die ständige Rufbereitschaft übernimmt wieder den Dienst.

Abschnittsanfang 8.3 Werden die Hochwasserrückhalteräume gesperrt?

Ja, sobald es aus Sicherheitsgründen erforderlich wird, werden die Rückhalteräume und deren Zufahrtswege gesperrt. Gleichzeitig wird der jeweilige Bereitschaftsdienst einberufen.

Abschnittsanfang 8.4 Wer ist für die Überwachung der Dämme zuständig?

Die Gemeinden und das Betriebspersonal des jeweiligen Rückhalteraumes überwachen die Dämme.

Abschnittsanfang 8.5 Wie wird über den Verlauf des Hochwassereinsatzes informiert?

In regelmäßigen Besprechungen informiert der Betreiber vor Ort Gemeinden, Polizei und Feuerwehr über den Verlauf des Hochwassers. Das gemeinsame Vorgehen wird besprochen. Bei den Regierungspräsidien in Freiburg und Karlsruhe erfolgen in dort eigens eingerichteten Informations- und Betriebszentralen insbesondere die Information und Abstimmungen mit dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft sowie mit Rheinland-Pfalz und Frankreich. Auch die Pressearbeit zur Information der Öffentlichkeit wird von dort aus koordiniert.

Abschnittsanfang 8.6 Wann wird das Wasser aus dem Rhein entnommen?

Der Zeitpunkt, ab dem das Wasser in einen steuerbaren Rückhalteraum eingeleitet wird, sowie weitere Einsatzkriterien werden in Betriebsanweisungen zur Steuerung der Hochwasserschutzanlagen am Rhein festgelegt. Diese Betriebsanweisungen werden zwischen Deutschland und Frankreich abgestimmt. Die Einsatzkriterien für einen steuerbaren Rückhalteraum werden in den jeweiligen Planfeststellungsunterlagen beschrieben.

Bei Dammrückverlegungen kann der Eintrittszeitpunkt von Überflutungen nicht beeinflusst werden. Er ist allein vom Wasserstand des Rheins abhängig.

Abschnittsanfang 8.7 Wie lange fließt bei Hochwasserrückhaltung Wasser durch einen Rückhalteraum?

Das hängt vom jeweiligen Hochwasserverlauf ab. Meist dauert der Einsatz zum Hochwasserrückhalt ein bis zwei Tage, bei längeren Hochwasserereignissen 5 bis 6 Tage. Selten wird ein noch längerer Einsatz erforderlich.