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Projekt des Hochwasserschutzes im Bereich des Rheins am Regierungspräsidium Freiburg

9. Wie sicher sind die Hochwasserrückhalteräume und deren Betrieb?

Abschnittsanfang 9.1 Wie groß ist die Gefahr, dass ein Hochwasserdamm bricht?

Alle Hochwasserdämme im Wirkungsbereich der Hochwasserrückhalteräume werden nach den geltenden Sicherheitsstandards und entsprechend der Regeln der Technik gebaut. Werden bestehende Hochwasserdämme in die Planungen integriert, so werden diese grundlegend überprüft. Bodenmechanische Untersuchungen geben Aufschluss über den derzeitigen Zustand der Dämme. Wo immer erforderlich werden die Dämme an die zukünftig vorgesehenen Belastungen angepasst (saniert/verstärkt/erhöht). Vor einer endgültigen Inbetriebnahme der Rückhalteräume findet zudem ein Probebetrieb statt, bei dem auch die Standsicherheit aller Dämme nochmals überprüft wird. Bei Hochwassereinsatz werden alle Hochwasserdämme ständig abgegangen und kontrolliert. In der Regel sind hier die Feuerwehren oder eigenes Betriebspersonal, bei Bedarf auch das Technische Hilfswerk (THW) im Einsatz. Werden Schadstellen erkannt, werden sofort Sicherungs- und Ausbesserungsmaßnahmen eingeleitet.

Abschnittsanfang 9.2 Wie sicher sind die Bauwerke?

Die Bauwerke werden entsprechend der geltenden Sicherheitsstandards gebaut. Nach Fertigstellung der Bauwerke erfolgt vor der endgültigen Abnahme noch eine separate Überprüfung. Regelmäßige Probebetriebe gewährleisten die ständige Betriebssicherheit.

Abschnittsanfang 9.3 Was wird getan, damit die Bauwerke nicht durch Schwemmgut verengt oder vollständig verschlossen werden können ("Verklausung")?

Der Gefahr einer Verklausung von Anlagenteilen wird durch Reservedurchlassbauwerke sowie regelmäßige Überwachungen der Bauwerke wirksam begegnet.

Abschnittsanfang 9.4 Müssen die Hochwasserdämme (TULLA-Dämme) erhöht werden?

Bestehende Dämme (Rheinseitendamm entlang des Rheins sowie TULLA-Damm bzw. Hochwasserdamm als Begrenzung zur Binnenseite) werden regelmäßig überprüft und ggf. an die aktuellen Regeln der Technik angepasst. Hierzu werden die Wasserstände abgelaufener Hochwasser vermessen, mit hydraulischen Modellen die Bemessungswasserstände berechnet und mit den bestehenden Dammhöhen verglichen. Je nach Situation vor Ort kann im Einzelfall auch eine Erhöhung einzelner Dammabschnitte erforderlich werden.

Abschnittsanfang 9.5 Wie zuverlässig sind die Schutzvorkehrungen im Binnenland und in den Gemeinden?

Alle Schutzvorkehrungen werden entsprechend der geltenden Sicherheitsstandards gebaut. Nach Fertigstellung erfolgt eine Abnahme durch den TÜV oder durch vergleichbare Sachverständige. Ein Probebetrieb vor Inbetriebnahme der Rückhalteräume sowie mehrmals jährlich durchgeführte Probebetriebe dienen der ständigen Sicherheitskontrolle und garantieren deren Einsatzbereitschaft und einen reibungslosen Betrieb.

Abschnittsanfang 9.6 Wie wird bei Stromausfall die Funktionsfähigkeit der Schutzmaßnahmen (Brunnen, Pumpwerke etc.) gewährleistet?

Aus Sicherheitsgründen wird bei allen Betriebseinrichtungen, welche mit Strom betrieben werden, die Stromversorgung so ausgelegt, dass bei Ausfall eines Versorgungssystems unmittelbar ein anderes einspringen kann. Bei Brunnengalerien in Ortslagen wird dies beispielsweise durch die zweiseitige ringförmige Einspeisung aus dem Mittelspannungsnetz (z.B. 20 KV-Ringleitung) gewährleistet. Sofern keine zweiseitige Stromeinspeisung möglich ist, wird die Ersatzversorgung über ein Notstromaggregat sichergestellt.