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RP Freiburg, Landwirtschaft, Ländlicher Raum, Veterinär- und Lebensmittelwesen
  • Abteilung 3
    19.10.2017
    „Hauswirtschaft schafft Lebensqualität“: Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer überreicht 101 Absolventinnen und Absolventen der Hauswirtschaftlichen Berufe ihre Urkunden in der Edith-Stein-Schule in Freiburg
    Zahl der erfolgreichen Abschlüsse steigt gegenüber 2016 um fast ein Viertel // Wichtige Bildungschance vor allem für Frauen als Quereinstieg nach Elternzeit oder in späterer Lebensphase
     Regierungspräsidentin und 6-köpfige Gruppe „Ländliche Hauswirtschafterinnen

    ​Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer hat Absolventinnen und Absolventen der Hauswirtschaftlichen Berufe im Regierungsbezirk Freiburg ihre Urkunden in einer Feierstunde in der Edith-Stein-Schule überreicht. Die Zahl der erfolgreichen Abschlüsse stieg 2017 gegenüber dem Vorjahr um ein gutes Viertel auf 101, heißt es in einer Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Freiburg. Ausgezeichnet wurden sechs Hauswirtschafterinnen ländlich, 56 Hauswirtschafterinnen und Hauswirtschafter städtisch und 39 Fachpraktikerinnen und Fachpraktiker Hauswirtschaft.

    Vor rund 250 Gästen sagte die Regierungspräsidentin: „Die heutige Urkundenübergabe ist der Höhepunkt ihrer Ausbildungszeit. Sie haben einen tollen Grundstein für Ihren beruflichen Werdegang gelegt.“ Hauswirtschaftliches Denken stelle in heutiger Zeit nicht nur die fachliche Erledigung der Arbeit im Mittelpunkt, sondern den Menschen. „Hauswirtschafter und Hauswirtschafterinnen benötigen also nicht nur umfangreiche fachliche Kenntnisse, sondern ein hohes Maß an sozialer Kompetenz“, sagte Bärbel Schäfer. „Hauswirtschaft schafft Lebensqualität“, gelte nicht nur allgemein in der Gesellschaft, sondern auch im Bereich von Pflegeheimen und Krankenhäusern.

    Sie verdeutlichte diese Einschätzung mit dem Wandel der Bedeutung der Hauswirtschaft am Beispiel der Altenhilfe: Immer mehr Einrichtungen würden sich der Bedeutung der Hauswirtschaft bewusste und steuerten diese wieder mehr in eigener Regie. „Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist der Einsatz von qualifizierten Fachkräften“, sagte die Regierungspräsidentin. Die Ausbildungszahlen gehen seit Jahren zurück, was aber einem steigenden Fachkräftebedarf gegenüber steht. Mit 101 Absolventinnen und Absolventen waren es 23 mehr als im Vorjahr – sechs davon in der ländlichen Hauswirtschaft, 56 in der städtischen Hauswirtschaft und 39 als sogenannte Fachpraktikerinnen und Fachpraktiker Hauswirtschaft (diese Qualifizierung ermöglicht eine Ausbildung auch ohne Schulabschluss und ist Menschen mit Beeinträchtigungen vorbehalten, die ein entsprechendes Gutachten vorlegen).

    Ein weiteres wichtiges Potenzial bieten die Hauswirtschaftlichen Berufe für Quereinsteigerinnen nach Erziehungszeit, die Fachkenntnisse nachweisen können. Fast 40 Prozent der Absolventinnen haben sich als Externe auf Berufsschulen, Volkshochschulen oder Fachschulen auf diese Weise auf die Prüfung vorbereitet. „Frauen können auf diese Weise zu einem späteren Zeitpunkt einen qualifizierten Berufsabschluss erwerben und dabei viel Lebenserfahrung in die Ausbildung einbringen – das ist eine wichtige Bildungschance für sie.“, sagte Schäfer. Gerade in den ländlichen Räumen biete der Abschluss in der Hauswirtschaft auch eine Gelegenheit zur Existenzgründung. „Seit 17 Jahren unterstützen Land und EU mutige Frauen auf ihrem Weg in die Selbständigkeit“, sagte die Regierungspräsidentin und verwies auf vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten durch ihre Behörde.

    Einen Buchpreis erhielten die besten Absolventen in ihrem Bereich: Tim Schäfersküpper aus Laufenburg war mit einer Note von 1,2 Jahrgangsbester der Fachpraktiker. Tatjana Michel aus Titisee-Neustadt war Beste im dualen System mit BAV mit einer Note von 1,5 bei den städtischen Hauswirtschafterinnen, Annette Laube aus Freiburg und Petra Weber aus Steinach lagen mit der gleichen Note in den Abschlüssen nach Paragraf 45.2 BBiG vorne. Bei der ländlichen Hauswirtschaft war die beste Absolventin Uta Zimmermann aus Freiamt mit einer Note von 1,4. Ebenfalls in der Feierstunde wurden Inhaber von silbernen und goldenen Meisterbriefe der ländlichen Hauswirtschaft von 1967 und 1992 sowie silberne Meister der städtischen Hauswirtschaft von 1992 geehrt, die teilweise heute auch als Ausbilder des Nachwuchses fungieren.

    Die Bewirtung erfolgte durch die Edith-Stein-Schule und das IB in Freiburg, Bogdan Vaida sorgte als klassischer Pianist für die musikalische Umrahmung. Neben Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer sprachen Susanne Flaig als Schulleiterin der Edith-Stein-Schule, Urban Müller, Bereichsleiter Aus- und Weiterbildung des Internationalen Bundes (IB) in Freiburg, die Vorsitzende des Berufsverbands Hauswirtschaft, Schwester Adelheid Brugger, und der Amtsleiter des Amts für Schule und Bildung der Stadt Freiburg, Hermann Maier. Als lockerer Abschluss und praktischen Einblick in den vielseitigen Beruf gab es eine Gesprächsrunde mit Absolventinnen und Absolventen sowie einer Ausbilderin und gleichzeitiger Trägerin eines silbernen Meisterbriefs, die von ihren Erfahrungen damals und heute berichteten.