Befehle des Menübands überspringen
Zum Hauptinhalt wechseln
Sie sind hier: RP Internet »Freiburg »Abteilung 3 »Pressemitteilung
RP Freiburg, Landwirtschaft, Ländlicher Raum, Veterinär- und Lebensmittelwesen
  • Abteilung 3
    15.09.2020
    Landwirtschaftsminister Hauk und Regierungspräsidentin Schäfer präsentieren Ergebnisse des INTERREG-Projekts „AGRO Form Agrarökologie am Oberrhein“
    Umweltgerechte Landwirtschaft grenzüberschreitend stärken
     Foto: Die Netzwerkgruppe „Ackerbau“ aus dem Projekt AGRO Form trifft sich auf einem Versuchsfeld für ökologischen Landbau in Forchheim am Kaiserstuhl. Foto: Janz/ RPF

    Landwirtschaftsminister Peter Hauk MdL und Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer haben am Dienstag die Ergebnisse des INTERREG-Projekts „AGRO Form Agrarökologie am Oberrhein“ auf einer digitalen Abschlussveranstaltung präsentiert. „Der Einsatz für eine umweltgerechtere Landwirtschaft, der aktuell auf allen politischen Ebenen in Europa priorisiert wird, darf an den Grenzen nicht Halt machen“, forderte Schäfer. Ziel müsse es sein, in grenzüberschreitender Zusammenarbeit die Landwirtschaft mit dem Erhalt der natürlichen Artenvielfalt zu vereinbaren. 

    „Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, die Landwirtschaft in Baden-Württemberg bei den anstehenden Herausforderungen bestmöglich zu unterstützen. So hat sich zum Beispiel das Land dazu verpflichtet, den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln in Baden-Württemberg bis zum Jahr 2030 um 40 bis 50 Prozent zu reduzieren. Das INTERREG-Projekt trägt dazu bei, dass dieses ambitionierte Ziel erreicht werden kann. Wir setzen in Baden-Württemberg auf eine leistungsfähige heimische Landwirtschaft und eine Versorgung der Menschen mit hochwertigen, regionalen Lebensmitteln“, sagte Landwirtschaftsminister Peter Hauk MdL. 

    In dem von der EU geförderten Projekt „AGRO Form“ haben sich unter Federführung des Regierungspräsidiums in den vergangenen vier Jahren Praktiker und Fachleute aus Baden, Rheinland-Pfalz, dem Elsass und der Nordwestschweiz ausgetauscht. Dabei wurde auch der Dialog zwischen konventionellen und biologisch wirtschaftenden Betrieben verstärkt. 

    Um den Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren, wurden Bildungsmodule für die Bereiche Ackerbau, Weinbau, Obstbau und Gemüsebau erarbeitet. Diese sollen nun in der Aus- und Weiterbildung in allen drei Ländern am Oberrhein eingesetzt werden. Darüber hinaus gab es mehrere Treffen zwischen Auszubildenden in landwirtschaftlichen Berufen aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich. Sie erhielten Einblicke in die Bewirtschaftungsmethoden auf der jeweils gegenüberliegenden Seite des Rheins. 

    Im Praxisteil trafen sich kompetente und innovative Leiter von Obst-, Wein-, Gemüse- und Ackerbaubetrieben aus Baden, dem Elsass, der Schweiz und der Pfalz mehrmals im Jahr. Sie tauschten sich über den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie über die wirtschaftlichen Rahmendaten aus. Zudem dokumentierten sie für drei Jahre (2017 bis 2019) den erfolgte Pflanzenschutzmittel- und Düngemitteleinsatz für die verschiedenen Kulturen und werteten die Daten aus. 

    In diesem grenzüberschreitenden Netzwerk konnten innovative und bewährte Methoden zur Reduktion von Pflanzenschutz- und Düngemitteln ohne wesentliche Gewinneinbußen identifiziert, bewertet und in den Betrieben umgesetzt werden. Beispielhaft seien vorbeugende Maßnahmen wie Fruchtfolgen, späte Aussaat bei Wintergetreide oder die Wahl gesunder Sorten genannt. Darüber hinaus sollten Landwirte die Pflanzenbestände regelmäßig auf Schadorganismen kontrollieren und vor der Bekämpfung die Befallsintensität beachten. Bei der Bekämpfung von Schadorganismen kommen mechanische (Hacke in Mais) oder biologische (zum Beispiel der Einsatz einer Schlupfwespe gegen den Maiszünsler) Verfahren in Betracht. Um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren, schlagen die Fachleute Methoden der Präzisionslandwirtschaft, eine gezielte Mittelwahl, spezielle Düsentechniken und häufige Überfahrten vor. Auch die Anwendung in der Nacht kann von Vorteil sein, da es dann windstill ist und keine Insekten fliegen.