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RP Freiburg, Straßenwesen und Verkehr
  • Abteilung 4
    22.10.2019
    STRASSENBAU: In Stockach wird auf der B 313 High-Tech-Straßenbelag getestet
     Asphalteinbau

    Das Regierungspräsidium Freiburg hat die STRABAG AG mit dem Pilotprojekt beauftragt, die Fahrbahnen auf der Bundesstraße 313 in Stockach (Heinrich-Fahr-/Radolfzeller Straße) mit einem photokatalytischen Asphaltbelag zu erneuern. In den beiden Streckenabschnitten, links und rechts der Einmündung der B 31 (Goethestraße) wird STRABAG über die komplette Fahrbahnbreite seinen schadstoffmindernden Clean Air (ClAir®) Asphalt einbauen. Die Deckschicht mit einem neu entwickelten Abstreumaterial soll dazu beitragen, die Luftbelastung durch Stickoxide zu verringern und den Lärm zu mindern. Nach dem Pilotprojekt in Stuttgart im April („Am Neckartor“) ist es bereits die zweite Baumaßnahme dieser Art in Baden-Württemberg.

    Film „Einbau des photokatalytischen Asphaltbelag auf der B 313 in Stockach“


    Die STRABAG AG versteht sich nicht nur als deutsche Marktführerin im Verkehrswegebau sondern auch als Innovationstreiberin für die Branche.

    Nach der Pilotstrecke in Stuttgart wird nun bereits zum zweiten Mal in Baden-Württemberg der nachhaltige ClAir® Asphalt auf einer Straße eingebaut. Mit dieser Innovation aus dem Forschungsprojekt NaHiTAs soll ein spürbarer Beitrag zur Luftreinhaltung in deutschen Städten geleistet werden.

    Mit dem Hightech-Belag soll eine spürbare Reduzierung der Schadstoffbelastung und des Verkehrslärms erzielen werden. Der Photokatalytischer ClAir® Asphalt baut umweltschädliche Stickoxide ab. Die wissenschaftliche Begleitung der beiden Projekte hier in Stockach und „Am Neckartor“ wird zeigen, wie hoch das NO2-Minderungspotenzial des Belages in der Praxis ist.

    Durch Pilotprojekte wie in Stockach können neue Innovationen getestet und können bei Erfolg auch bei anderen Projekten angewandt werden. Beim Regierungspräsidium Freiburg erhofft man sich auch im Hinblick auf weitere innerörtliche Sanierungen wertvolle Erkenntnisse.

    Dass nun dieser neuartige Belag in Baden-Württemberg in dieser frühen Testphase eingesetzt wird, zeigt, dass das Land es nicht nur ernst meint mit der Reduktion von Schadstoffen, sondern auch mit ihrem Bestreben, den ländlichen Raum bei solchen Projekten zu bedenken.


    Technischer Hintergrund
    Das für ClAir® Asphalt eingesetzte photokatalytische Abstreumaterial mit Titandioxid baut umweltschädliche Stickoxide ab und wandelt diese in unschädlichere Stoffe um. So soll der neue Fahrbahnbelag einen Beitrag zur Minderung der Stickstoffdioxidbelastung der Luft leisten. Über ein vom STRABAG Kompetenzzentrum TPA entwickeltes Einbauverfahren wird das Abstreumaterial direkt und nachhaltig in die Asphaltoberfläche eingebunden. ClAir ® Asphalt trägt zudem spürbar zur Lärmminderung bei, wie Messungen auf der Pilotstrecke „Am Neckartor" in Stuttgart belegen. Danach hat sich der Lärmpegel bei 40 km/h nach dem Einbau um 1 bis 2 dB(A) verringert, was in der akustischen Wahrnehmung einer Abnahme des Verkehrsaufkommens zwischen 20 und 35 % entspricht. Die Projekte in Stuttgart und Stockach werden wissenschaftlich begleitet, um zu messen, wie groß der schadstoffmindernde Effekt des Asphalts ist.
    Der neuartige Asphalt wurde von der STRABAG AG und ihren Verbundpartnern im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt Nachhaltiger HighTech-Asphalt (NaHiTAs) entwickelt.
    Einbau in zwei Abschnitten unter Vollsperrungen
    Die Arbeiten auf dem rd. 800 Meter langen, zweispurigen Teilstück der B 313 wurden von Freitag bis Sonntag, 13. bis 15. September, durchgeführt. Eine befahrbare Binderschicht ist auf der Strecke bereits vorbereitet worden. Die ClAir® Asphalt-Deckschicht wird in zwei Bauabschnitten eingebaut; während der Arbeiten wurden nacheinander die Teilstücke der Radolfzeller - und der Heinrich-Fahr-Straße für den Verkehr voll gesperrt. Die Baumaßnahme umfasste eine Fläche von ca. 8.200 Quadratmeter, auf der insgesamt etwa 11 Tonnen des schadstoffmindernden Clean Air-Granulats in die Asphaltdeckschicht eingewalzt wurden.