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RP Freiburg, Straßenwesen und Verkehr
  • 14.10.2020
    A 98 zwischen Lörrach-Ost und Rheinfelden-Mitte bleibt weiterhin halbseitig gesperrt
    Dammsanierung unter der Dultenaugrabenbrücke erfolgt schrittweise

    Die A 98 zwischen den Anschlussstellen Lörrach-Ost und Rheinfelden-Mitte in Fahrtrichtung Rheinfelden bleibt weiterhin halbseitig gesperrt. Wie Fachleute des Regierungspräsidiums Freiburg (RP) bei einem Vor-Ort-Termin am Mittwoch erklärten, benötige die im August begonnene Sanierung des Damms unter den westlichen Widerlagern der Dultenaugrabenbrücke mehr Zeit als ursprünglich geplant. „Die beauftragte Baufirma wird den Damm in den nächsten Wochen Schritt für Schritt stabilisieren. Das ist sehr aufwändige Detailarbeit. Frühestens Ende Januar wird absehbar sein, ob die Brücke wieder soweit stabilisiert ist, dass wir über verkehrliche Änderungen nachdenken können“, sagte Dieter Bollinger, Leiter des Straßenbaureferats Bad Säckingen im RP. Bis dahin müsse der Verkehr aus Richtung Weil weiterhin über die B 316 und Degerfelden umgeleitet werden.  

    Bei der 444 Meter langen und 45 Meter hohen Dultenaugrabenbrücke handelt es sich um zwei parallele Bauwerke. Bei Arbeiten zur Sanierung des so genannten Böschungskegels unter der Brücke hatten sich Setzungen des Erdreichs unerwartet beschleunigt. Betroffen ist insbesondere der südliche Brückenteil in Fahrtrichtung Rheinfelden, den das RP deshalb Ende September kurzfristig sperren musste. Daraufhin waren die Bauarbeiten vorläufig eingestellt worden. Mit Unterstützung des THW wurde ein hochpräzises Vermessungssystem installiert, das in den vergangenen zwei Wochen in halbstündigem Messrhythmus Verformungen und Setzungen erfasste. Die Messdaten werden „online“ überwacht. 

    „Inzwischen sind die Setzungen zwar zurückgegangen, der Hang bewegt sich aber immer noch“, berichtete Dieter Bollinger. Deshalb müsse die weitere Sanierung des Damms in deutlich kleineren Abschnitten erfolgen als zunächst geplant. Zur Stabilisierung werde der Damm nach und nach mit Bohrpfählen und einer verbindenden Stahlbetonplatte versehen.  

    Die Fachleute des RP wiesen darauf hin, dass Setzungen des Erdreichs bereits seit dem Bau der südlichen Dultenaugrabenbrücke im Jahr 2009 bekannt seien. So genannte Konsolidierungssetzungen seien bei neu gebauten Brücken normal, erklärte Bollinger. In der Regel würden diese geringfügigen Bewegungen nach ein bis zwei Jahren zum Stillstand kommen. Dies sei bei der Dultenaugrabenbrücke aber nicht der Fall gewesen. „Als ursächlich für die beobachteten Setzungen ist eine Schichtwasserführung an der Basis der Dammschüttung anzusehen“, so Clemens Ruch vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau im RP. Dadurch werde die Kontaktfläche zwischen der Dammschüttung und dem anstehenden Untergrund aufgeweicht.  

    „Die Sanierung ist aufwändig und braucht Zeit. Aber die Sicherheit steht an erster Stelle“, betonte Leo Andlauer, Leiter des Referats für Ingenieurbau im RP: „Dieser Fall zeigt, dass die umfangreichen Prüfmechanismen unserer Straßenbauverwaltung funktionieren und Ereignisse wie in Genua bei uns ausgeschlossen sind.“ Eine Umlegung des aus Richtung Weil kommenden Verkehrs auf die nördliche Dultenaugrabenbrücke sei vorerst nicht möglich, da auch hier sicherheitshalber keine zusätzlichen Lasten aufgebracht werden sollen.