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RP Freiburg, Straßenwesen und Verkehr
  • 03.05.2017
    Amphibiendurchlässe im Wangental (Kreis Waldshut) haben sich bewährt
    Regierungspräsidentin: „Eines der landesweit arten- und zahl-reichsten Amphibienvorkommen wird nun wirkungsvoll geschützt.“ // Regierungsrat Martin Kessler setzt sich für baldigen Bau eines grenzüberschreitenden Radweges durch das Wangental ein

    ​Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer hat sich am Dienstag, 2. Mai, vor Ort da-von überzeugen können, dass die insgesamt 22 Amphibiendurchlässe an der Landesstraße (L 165) zwischen Jestetten (Kreis Waldshut) und Osterfingen/Schweiz von den gefährdeten Tieren angenommen werden. „Es freut mich sehr, dass wir mit dem Bau dieser Amphibientunnel maßgeblich dazu beitragen können, dass eines der landesweit arten- und zahlreichsten Amphibienvorkommen auf seiner Wanderung wirkungsvoll geschützt wird“, sagte die Regierungs-präsidentin bei der Besichtigung im Wangental. „Ich danke allen freiwilligen Helferinnen und Helfern, die den Tieren über viele Jahre hinweg über die Straße geholfen haben. Dies ist nun erfreulicherweise nicht mehr notwendig. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass der Einsatz für die Amphibien auf dieser unübersichtlichen Straße nicht ungefährlich war“. Schäfer hatte im Frühjahr 2013 persönlich geholfen, Amphibien sicher über die Landesstraße zu bringen.

    Auch auf Schweizerischer Seite des Wangentals konnte in den vergangenen Jahren eine vergleichbare Amphibienleiteinrichtung gebaut werden. Mit dem Bau der Anlage auf deutscher Seite ist der grenzüberschreitende Amphibienschutz nun komplett. Martin Kessler, Regierungsrat des Kantons Schaffhausen, ging noch einen Schritt weiter: „Die Autos und die Amphibien haben nun ihre getrennten Trassen. Für die schnelle Umsetzung in Rekordzeit sind wir dem Regierungspräsidium Freiburg sehr dankbar. Jetzt fehlt nur noch eine Trasse für den Radverkehr im Wangental. Zurzeit laufen Planungen mit unseren deutschen Nachbarn für einen Radweg. Auch hier funktioniert die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ausgezeichnet.“

    Geplant und gebaut wurde die insgesamt 980 Meter lange Amphibienleiteinrichtung vom Regierungspräsidium Freiburg. Die Bauzeit betrug drei Monate. Das Verkehrsministerium in Stuttgart hatte bei der EU eine Förderung für das rund eine Million teure Vorhaben beantragt und bewilligt bekommen. Minister Hermann: „Ich freue mich, dass die EU über das INTERREG V Programm Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein 60 Prozent der Kosten für die Anlage übernehmen wird und uns dabei unterstützt, den bisher durch die Straße gestörten Biotopverbund wiederherzustellen.“ Die restlichen Kosten trägt das Land.

    Bis zum Bau der Amphibiendurchlässe im Jahre 2015 haben Freiwillige des Bund für Naturschutz Deutschland (BUND) Jestetten die alljährliche Wanderung von rund 15.000 Amphibien, darunter insbesondere die streng geschützten und seltenen Kammmolche und Laubfrösche, zu ihren Laichgewässern begleitet und sie sicher über die Straße getragen. Die zeitlich schwer einzugrenzende Rückwanderung der jungen und ausgewachsenen Tiere zu den Sommer- und Winterlebensräumen konnte allerdings nicht aufgefangen werden. Dadurch wurden etliche Tiere aufgrund der Einzelwanderung bzw. der geringen Körpergröße oft unbemerkt durch den Straßenbetrieb getötet. Durch die Amphibiendurchlässe werden nun auch die freiwilligen Helfer geschützt, die sich bisher bei ihrer Sammelaktion den Gefahren des Straßenverkehrs an der vielbefahrenen Straße ausgesetzt haben.