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Referat 53.1 (Gewässer 1.Ordnung Hochwasserschutz, Planung und Bau) des Regierungspräsidium Freiburg
dammhinterfüllung-kinzig-willstaett.jpg

​Dammhinterfüllung an der Kinzig bei Willstätt / Neumühl

​Ausgangslage

Die Kinzighochwasserdämme bei Willstätt entsprechen nicht mehr dem heutigen Stand der Technik und sind ertüchtigungsbedürftig. In vielen Teilabschnitten ist diese Ertüchtigung schon abgeschlossen. In drei Bereichen wird anstelle einer herkömmlichen Dammertüchtigung eine flächenschonende Hinterfüllung gewählt. Ein großer Vorteil dieser Ausführung ist der Erhalt landwirtschaftlicher Flächen. Bei einer herkömmlichen Ertüchtigung hätten die zahlreich betroffenen Flurstücksbesitzer dadurch hochwertige Ackerstandorte und damit bewirtschaftbare Fläche dauerhaft verloren. Als einzige Möglichkeit zur Herstellung der Damm- bzw. Hochwassersicherheit verblieb eine Hinterfüllung des Dammes (Neigung 1:10), so dass das Sickerwasser bei Hochwasser nicht mehr zu landseitigen Schäden führen kann. Vorteil dieser Lösung ist, dass die flächige Nutzung wie bisher auf dem Anfüllkeil möglich bleibt. Dieser Lösung haben die betroffenen Eigentümer zugestimmt.

​Ziele

Herstellung der Damm- bzw. Hochwassersicherheit bis zu einem 100-jährlichen Hochwasser (HQ100). Fertigstellung aller noch nicht ertüchtigten Dammabschnitte westlich Willstätt durch landseitige Hinterfüllung des Dammes mit Neigung 1:10. Bodenkundliche Baubegleitung der Hinterfüllung, um einen bodenschonenden Umgang bei den Erdarbeiten zu gewährleisten und damit die natürlichen Bodenfunktionen für die Landwirtschaft zu erhalten.

​Maßnahmenbeschreibung

Zur Umsetzung der Hinterfüllung sind umfangreiche Erdarbeiten in Bereichen mit derzeit landwirtschaftlicher Nutzung erforderlich. Unter anderem muss der vorhandene Oberboden abgeschoben, ca. 45.000m³ kulturfähiger Unterboden aufgebracht und wieder mit Oberboden angedeckt werden. Jede Bodencharge wird auf Belastung und Körnung vor Einbau geprüft. Im Schnitt wird für den Einbau ein dammparalleler Streifen von mindestens 24 m Breite in Anspruch genommen. Die Schütthöhe des Anfüllkeils beträgt etwa 2,5 m. Durch die unterschiedlichen Geländehöhen im Maßnahmenbereich können die Breite des Streifens und die Höhe der Aufschüttung allerdings variieren. Das aufzubringende Erdmaterial wird durch eine bodenkundliche Baubegleitung beprobt und nur bei Eignung (insbesondere Schadstofffreiheit) für den Einbau freigegeben.

Bauzeit und Kosten

Die Bauzeit wird voraussichtlich mehrere Jahre in Anspruch nehmen, da die erforderliche Menge an geeignetem Material nur aus zahlreichen anderen Baumaßnahmen zur Verfügung gestellt werden kann. Die Bodenanlieferung und den Einbau übernimmt die Baufirma. Das RP übernimmt die Kosten für Überwachungen und Entschädigungen der Landwirte.

Ansprechpartner

Dienstsitz Offenburg
Armin Kreyer
Wilhelmstraße 24
77654 Offenburg
Telefon  0781 12471-1751
EMail armin.kreyer@rpf.bwl.de