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Referat 53.1 (Gewässer 1.Ordnung Hochwasserschutz, Planung und Bau) des Regierungspräsidium Freiburg
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Hochwasserschutz Sulz am Neckar

​​Die Planungen für Sulz gehen in eine neue Phase!

Hier können Sie sich umfassend über die geplanten Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes  informieren. Sie haben außerdem die Möglichkeit, Ihre Fragen und Anregungen an uns zu senden.
​​Inhalt dieser Seite

Projektübersicht

Voruntersuchungen, Machbarkeitsstudie Hochwasserschutz (Alternativenprüfung)

Teil 1 Standortsuche Rückhaltebecken
Teil 2 Hydrologisches Flussgebietsmodell
Teil 3 Hydraulische Berechnungen, Maßnahmenkonzept
Teil 4 Erkundungen der Sedimente im Stauraum

Planung Hochwasserschutz

Aktueller Planstand
Weitere Vorgehensweise
Ausblick

Projektübersicht

Die Hochwassergefahrenkarten (HWGK) des Landes zeigen, dass in den Ortslagen Epfendorf, Oberndorf a.N. und Sulz a.N., sowie einiger zugehöriger Ortsteile, im Falle größerer Hochwässer mit massiven innerörtlichen Überflutungen durch den Neckar zu rechnen ist. Der Neckar ist in diesem Bereich ein Gewässer erster Ordnung und damit im Zuständigkeitsbereich des Landes. 

Aufgrund der festgestellten Gefährdung und den damit verbundenen Konsequenzen haben sich die drei Kommunen gemeinsam mit dem Regierungspräsidium dazu entschlossen, Lösungen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes zu entwickeln. Maßnahmenträger für diese Hochwasserschutzmaßnahme ist der Landesbetrieb Gewässer beim Regierungspräsidium Freiburg. Für den Hochwasserschutz in Sulz am Neckar ist die Vorplanung mittlerweile abgeschlossen.

Die Ergebnisse der Vorplanung wurden dem Gemeinderat der Stadt Sulz im November in öffentlicher Sitzung vorgestellt. Der Gemeinderat hat dem Maßnahmenkonzept (lokale technische Maßnahmen), mit dem der Schutz vor einem 100-jährlichen Hochwasser hergestellt werden kann, zugestimmt. In der darauf folgenden Entwurfsplanung sind weitere Details und Fragen zur Gestaltung, Umweltschutzthemen, Gewässerökologie, um nur einige zu nennen, zu bearbeiten. Parallel zur Planung wollen wir die Bürgerinnen und Bürger informieren und Ihnen die Möglichkeit geben, sich mit Anregungen und Fragen zu beteiligen. 

Ihre Fragen? Informieren und beteiligen Sie sich! 

Aufgrund der Maßnahmen um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, kann die ursprünglich geplante Öffentlichkeitsveranstaltung leider nicht durchgeführt werden. Wir möchten Ihnen dennoch die Möglichkeit geben, sich über die geplanten Maßnahmen zu informieren, Fragen zu stellen und Anregungen mit uns zu teilen. Deshalb finden Sie auf dieser Internetseite Informationen über die angedachten Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes. Haben Sie Fragen und Anregungen? Gibt es Unklarheiten oder haben Sie Ideen? Wir freuen uns auf Ihre Beteiligung!

Wie können Sie sich beteiligen? 

Wenn Sie Fragen und Anregungen zum Hochwasserschutz Sulz am Neckar haben, können Sie diese gerne an die E-Mail-Adresse: EMail Hws.sulz@rpf.bwl.de sen​den. Ihre eingehenden Nachrichten werden anonymisiert auf dieser Fragen-Antwort-Seite zusammengefasst und für alle sichtbar beantwortet. Falls spezielle Fragen zu einzelnen Privatgrundstücken auftauchen, werden wir diese vertraulich behandeln und direkt mit der Absenderin oder dem Absender in Kontakt treten. 

Je nach Art und Umfang der Resonanz bzw. Bedarf für weitere Informationen prüfen wir, ob zu gegebener Zeit weitere Aktionen, Veranstaltungen oder Ähnliches erfolgen können.

​​Voruntersuchungen, Machbarkeitsstudie Hochwasserschutz (Alternativenprüfung) 


Eine Verbesserung des Hochwasserschutzes kann grundsätzlich über Rückhaltemaßnahmen (Hochwasserrückhaltebecken, HRB), lokale Schutzmaßnahmen (z. B. Mauern, Dämme), Objektschutzmaßnahmen an Einzelgebäuden, wasserspiegelsenkende Maßnahmen (z. B. Profilaufweitungen, Eintiefungen), temporäre mobile Systeme (z. B. Schlauchsysteme, mobile Wände), sowie einer Kombination der verschiedenen Maßnahmen untereinander erreicht werden. Rückhaltemaßnahmen zielen auf eine Reduzierung der Hochwasserscheitelabflüsse ab und haben den Vorteil, dass sie nicht nur lokal, sondern über längere Gewässerstrecken unterhalb Wirkung zeigen. Umgekehrt wirken lokale technische Maßnahmen nur vor Ort und können den Retentionsraum reduzieren. Eine Verschärfung der Hochwassersituation für die Unterlieger muss in der Maßnahmenplanung ausgeschlossen werden.

Teil 1 - Standortsuche Rückhaltebecken

Im ersten Schritt der Machbarkeitsstudie (Erkundung möglicher Hochwasserrückhaltebecken im Einzugsgebiet des oberen Neckars und seiner Nebengewässer, Wald &Corbe 2013) wurde untersucht, ob im Einzugsgebiet des oberen Neckars geeignete Standorte für den Bau von Hochwasserrückhalten vorhanden sind. 

Zusammenfassung-Teil1-Standortsuche-HRB.pdfZusammenfassung der Ergebnisse - Teil 1 (pdf, 246 KB)

Teil 2 - Hydrologisches Flussgebietsmodell

Die Wirkung von Rückhaltemaßnahmen auf den HW-Abfluss kann nur über Berechnungen mit Flussgebietsmodellen ermittelt werden. Deswegen wurde im zweiten Teil der Untersuchungen ein hydrologisches Flussgebietsmodell für das über 1.100 km2 große Einzugsgebiet des Oberen Neckars aufgebaut.

Zusammenfassung-Teil2-Hydrologie.pdfZusammenfassung der Ergebnisse - Teil 2 (pdf, 1,9 MB)

Teil 3 - Hydraulische Berechnungen, Maßnahmenkonzept

Im dritten Teil der Machbarkeitsstudie erfolgte eine Optimierung der hydraulischen Modelle und Überarbeitung der HWGK-Berechnungsergebnisse.

Die hydraulischen Modelle wurden anschließend zur Entwicklung lokaler HW-Schutzmaßnahmen eingesetzt. Das Ziel bestand in der Entwicklung von HW-Schutzmaßnahmen für ein 100-jährliches Hochwasser (HQ100). Für den Lastfall HQ100Klima fanden Vergleichsberechnungen statt.

Ergebnis dieser Untersuchungen ist ein Lösungsvorschlag zur Verbesserung der Hochwassersituation in Sulz für einen 100-jährlichen Hochwasserschutz. 

Zusammenfassung-Teil3-Hydraulik-Massnahmenkonzept.pdfZusammenfassung der Ergebnisse - Teil 3 (pdf, 500 KB)

Zusammenfassung-Teil3-Anlagen.pdfPlananlagen (pdf, 9,3 MB)


Teil 4 - Erkundungen der Sedimente im Stauraum

Im Rahmen der hydraulischen Berechnungen wurde unter anderem aufgezeigt, dass durch eine Neckareintiefung im Staubereich der Wasserkraftanlage die Wasserspiegel bei Hochwasser deutlich abgesenkt werden können.

Eine derartige Maßnahme beeinflusst den Umfang der anderen Schutzmaßnahmen maßgeblich, birgt aber auch einige Risiken und Unsicherheitsfaktoren. Daher sind weitere Informationen über die Art und Menge der Ablagerungen notwendig um Risiken zu minimieren. 

Zusammenfassung-Teil4-Erkundung-Stauraum.pdfZusammenfassung der Ergebnisse - Teil 4 (pdf, 250 KB)

​Planung Hochwasserschutz

In den oben beschriebenen Voruntersuchungen wurden alle sinnvollen und möglichen Alternativen auf Ihre Machbarkeit hin untersucht (Machbarkeitsstudie). Diese sogenannte „Alternativenprüfung ist die Grundlage für die weitere Maßnahmenplanung. Nach einem EU-weiten Ausschreibungsverfahren wurden Ende 2017 die Planerverträge für die Ingenieurplanungen vergeben. Es folgten dann detaillierte Vermessungsarbeiten entlang der Ufer und Dämme, geotechnische Untersuchungen der vorhandenen Dammstrukturen und eine Erweiterung des hydraulischen Modells auf eine 2D-Simulation. Mit der 2D-Simulation können Fragen der Nachhaltigkeit einer Sohlräumung sowie andere Maßnahmen (z. B. Öffnung Brückenfeld Waldhornbrücke oder Aufweitungen im Stadtpark) besser beurteilt werden als mit dem vorhandenen 1D-Modell.

​Aktueller Planstand

Zur Herstellung des Hochwasserschutzes wurde eine Kombination unterschiedlicher Maßnahmen erarbeitet. Die Maßnahmen umfassen u.a. eine Erhöhung von Hochwasserschutzdämmen und –mauern sowie Sohleintiefungen in Teilbereichen des Neckars.

Zum besseren Systemverständnis und Abschätzung der Sedimenttransportprozesse wurde im Rahmen einer vertieften hydraulischen Untersuchung (2D Strömungsmodell) der Bestand sowie eine Variante mit einget​iefter Sohle modelliert. Ziel dieser Untersuchung war die Ermittlung des Gleichgewichtszustands zwischen Transport und Anlandung der Sedimente im Neckar. Durch die Untersuchung wurde erkennbar, dass besonders im Bereich der Waldhornbrücke Anlandungstendenzen vorliegen.

Die Ergebnisse der Untersuchungen ergaben eine im Vergleich zur Machbarkeitsstudie reduzierte Sohleintiefung, die sich überwiegend auf Bereiche mit hohen Anlandungen beschränkt.

Für die Planung und Bemessung der weiteren Hochwasserschutzmaßnahmen wurden die Ergebnisse der hydraulischen Berechnung mit der reduzierten Sohleintiefung zugrunde gelegt. Bei der Bemessung der Hochwasserschutzmaßnahmen wurde ein Freibord von 50 cm angesetzt.

Die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen lassen sich abhängig von den örtlichen Gegebenheiten in drei Lösungsansätze untergliedern.

  1. In Bereichen mit geringen Fehlhöhen und landseitig hoch liegendem Gelände werden Uferwege angehoben

  2. Die Innerorts vorhandenen Ufermauern werden, wenn möglich weitgehend erhalten und wo erforderlich erhöht und verstärkt.

  3. In Bereichen, in denen Hochwasserschutzdämme vorhanden sind werden die Dämme ertüchtigt und abgedichtet, um die vor Ort beobachteten Sickerwasseraustritte zu minimieren.

 

Dort wo es aufgrund der örtlichen Verhältnisse erforderlich ist, werden zusätzlich Maßnahmen zur Abdichtung des Untergrundes vorgenommen, um die Standsicherheit der Hochwasserschutzmaßnahmen zu gewährleisten.

Im Bereich der Dämme werden Spundwände zur Stabilisierung und Abdichtung eingesetzt, die eine Neupflanzung von Bäumen und Büschen erlauben.

Freistehende Hochwasserschutzmauern werden auf eine Höhe von 1,20 m beschränkt, damit sie für Anlieger und Besucher nur als Brüstung wahrgenommen werden. Nur wenn diese Wandhöhe nicht ausreicht werden mobile Hochwasserschutzelemente eingesetzt.

Der Einsatz dieser Elemente ist nur eingeschränkt vorgesehen, da die Hochwasservorwarnzeiten am Necker nur wenige Stunden betragen und ein rechtzeitiger Aufbau der mobilen Elemente sichergestellt werden muss.

In einzelnen Bereichen ist der Hochwasserschutz außerdem durch Objektschutzmaßnahmen in Absprache mit den Eigentümern herzustellen.

Bei der Planung sollen Synergien mit der erneuten Bewerbung der Stadt Sulz um die Landesgartenschau berücksichtigt werden. Hierzu ist im Bereich des Kurpark Wöhrd z.B. die Schaffung von Zugängen zum Gewässer und die Gestaltung des Uferbereichs geplant. Zur Neugestaltung von Straßenräumen z.B. im Bereich des kleinen Wöhrd und des Kurpark Wöhrd ist angedacht, die Hochwasserschutzlinie zugunsten städtebaulicher Gestaltung rück zu verlegen.

Ein weiterer Bestandteil der Planung ist die Verbesserung der Gewässerökologie. Gewässerstrukturmaßnahmen im Staubereich der Wasserkraftanlage sind jedoch nur sehr beschränkt möglich. Daher gehört in erster Linie ein möglichst weitläufiger Rückbau der vorhandenen harten Ufersicherung zu den Maßnahmen, um die Vernetzung Land-Wasser zu verbessern. Dies kann durch die Herstellung von strukturierten Uferzonen und Flachwasserbereichen erfolgen. Die Anpflanzung bzw. der Erhalt schattenspendender Bäume wurde in der Planung ebenfalls bereits berücksichtigt.

BIT_Vorplanung.pdfAktueller Planstand Vorplanung - Lageplan (pdf, 2 MB)

BIT_Vorplanung_Profile.pdfAktueller Planstand Vorplanung - Profile (pdf, 2 MB)

200402_Plakate_Buergerinfo_klein.pdfPlakate Bürgerinfo (pdf, 8 MB)

Weitere Vorgehensweise

Die bevorstehende Entwurfsplanung ist eine der intensivsten Planungsphasen. Hier müssen sämtliche technische und gestalterische Details erarbeitet und mit allen Beteiligten abgestimmt werden. Mit der Genehmigungsbehörde finden bereits Abstimmungen zur Genehmigungsfähigkeit statt. Auch die umweltplanerischen Belange, Naturschutz, Artenschutz, Gewässerökologie müssen bearbeitet und zu einem Konsens geführt werden. Bauabschnitte, Bauabläufe und Bauzeiten werden vorgeplant, Kosten detailliert ermittelt. Bei betroffenen Privatgrundstücken müssen Gespräche mit den Eigentümern geführt werden und Vereinbarungen zur Gestaltung, Bauablauf, möglicherweise Entschädigungen getroffen werden.

Mit der Stadt muss eine Vereinbarung zur Kostenbeteiligung verhandelt werden.

Am Ende der Entwurfsplanung steht die Genehmigungsplanung, hier werden alle Ergebnisse und Unterlagen zu einem Genehmigungsantrag zusammengestellt. Die Art des Verfahrens, Plangenehmigung oder Planfeststellung, steht momentan noch nicht fest. Das Genehmigungsverfahren wird vom Landratsamt Rottweil durchgeführt.

Ausblick

Der Landesbetrieb Gewässer und die Stadt Sulz sind bestrebt, den Hochwasserschutz so schnell wie möglich zu realisieren. Allerdings kann die Dauer des Genehmigungsverfahrens noch nicht abgeschätzt werden. Daher sind momentan noch keine verlässlichen Angaben für die Baurealisierung möglich.

Kontakt

Referat 53.1
Außenstelle Donaueschingen
Irmastraße 11
78166 Donaueschingen

 
Projektleitung
Oliver Stenzel
Daniel Elsässer