Befehle des Menübands überspringen
Zum Hauptinhalt wechseln
Sie sind hier: RP Internet »Freiburg »Abteilung 5 »Referat 53.3 »Hochwasserschutz Rheinhausen
Referat 53.3 - Integriertes Rheinprogramm des Regierungspräsidium Freiburg

Hochwasserschutz Rheinhausen

Hochwasserschutzmaßnahmen in der Rheinschlinge Rheinau

 
Große Hochwasserereignisse am südlichen Oberrhein führen zu einer vollständigen Überflutung des Rheinvorlandes, dem natürlichen Überflutungsgebiet des Rheins.
 
Bei hohen Rheinwasserständen entwickelte sich vor dem Bau des Hochwasserschutzes Rheinhausen ein Rückstau des Inneren Rheins, ausgehend von der früheren Dammlücke zwischen den Hochwasserdämmen V und VI in Richtung Rheinhausen. Insbesondere die großen Rheinhochwasser im Mai 1999 und im August 2007 unterstrichen die Notwendigkeit, den Hochwasserschutz für die Gemeinde Rheinhausen zu verbessern. Der Rückstau reichte damals bis unmittelbar an die Ortsränder der Ortsteile Oberhausen und Niederhausen heran.
 
Der Hochwasserschutz für die Gemeinde Rheinhausen wurde durch den Anschluss des rückverlegten Hochwasserdamms V an den Hochwasserdamm VI und ein Pumpwerk am Inneren Rhein sichergestellt. Der bisherige Hochwasserdamm VI wurde hierzu um ca. 300 m bis zum geplanten Pumpwerk verlängert.
 
Bei größeren Hochwasserabflüssen wird heute am Pumpwerk die Lücke zwischen den Dämmen V und VI durch ein Regelungsbauwerk (Schütz) verschlossen und so der Rückstau vom Rhein her in das Gebiet östlich des neuen Hochwasserdammes V verhindert. Gleichzeitig wird das Pumpwerk in Betrieb genommen und das im Inneren Rhein zufließende Wasser (Mühlbach, Ameise, zulaufendes Grundwasser und Ortsentwässerung Rheinhausen) über den Damm gefördert.
 
Damit sich durch diese erhebliche Verbesserung des Hochwasserschutzes der Gemeinde Rheinhausen die Hochwassergefahr rheinabwärts nicht weiter verschärft, mussten zum Ausgleich des damit verbundenen Verlustes von Überflutungsflächen die Hochwasserdämme IV und V nach Osten verlegt und damit das bestehende Rheinüberflutungsgebiet entsprechend vergrößert werden.



Seitenanfang

Realisierungszeitraum und Kosten des Projektes

In den Jahren 1999 - 2004 wurden die Hochwasserschutzmaßnahme Rheinhausen geplant und im Dezember 2004 der Planfeststellungsantrag beim Landratsamt Emmendingen eingereicht. Der Planfeststellungsbeschluss erging im August 2006. Die bauliche Ausführung der gesamten Maßnahme erfolgte von Ende 2006 bis Mai 2011. Die Kosten für die Baumaßnahme beliefen sich auf rd. 20 Mio. €.
 
Die Sicherheit und Wirksamkeit der Hochwasserschutzmaßnahmen Rheinhausen konnte bei bereits 5 Einsätzen des Pumpwerkes erfolgreich unter Beweis gestellt werden.
Seitenanfang

Neubau der Hochwasserdämme IV, V und VI

 
Beschreibung der Maßnahme:
Den Kern der neuen Hochwasserdämme IV, V und VI bilden Innendichtungen aus feinkörnigem Bodenmaterial. Links und rechts der Dammkerne schließen sich Dränkörper aus gröberem Kies-Sand-Gemisch an, die bei einer schnellen Absenkung der Wasserspiegel die Standfestigkeit der Böschungen gewährleisten. Abschließend erfolgen die Überdeckung der Böschungen mit Oberboden aus den Rückbaubereichen der alten Hochwasserdämme sowie eine Ansaat mit samenhaltigem Heudruschmaterial. Hierdurch ist die Entwicklung ökologisch hochwertiger Wiesenstandorte, wie sie auf den vorhandenen Dämmen bestehen, gewährleistet.
 
Um eine schädliche Durchwurzelung der neuen Dämme zu verhindern, wird beidseitig ein gehölzfreier Streifen mit Durchwurzelungssperre angelegt. Landseitig wird ein Dammbegleitweg zum Zugang für Unterhaltungsarbeiten und bei Hochwasser hergestellt. Die Dammhöhe ist für ein 200jährliches Hochwasser ausgelegt und beinhaltet einen Sicherheitszuschlag (Freibord) von 80 cm.
 
Bauzeit:
ab 04/2008 bis ca. 10/2009

Mit dem Neubau des Hochwasserdammes IV erfolgt eine Trennung zwischen rheinseitigem Gewässersystem und binnenseitigem System. Ein Wasserfluss aus dem Überschwemmungsgebiet des Rheins bei Hochwasser über den Mühlkanal zum Mühlbach und weiter zum Inneren Rhein wird unterbunden. Der Mühlkanal wird durch den neuen Hochwasserdamm IV unterbrochen, verliert seine bisherige Funktion und wird verfüllt. (siehe Leopoldskanaldamm).
 
Hinweis: Die gewässerökologische Funktion des Mühlkanals wird der renaturierte Breitgießen übernehmen.
Seitenanfang

Abtrag der Hochwasserdämme

 
Beschreibung der Maßnahme:
Nach Fertigstellung der neuen Dammlinie und Anschluss an das Pumpwerk am Inneren Rhein erfolgt in Teilbereichen der Abtrag der heutigen Hochwasserdämme, so dass die Durchströmung des Gebietes gewährleistet wird. Für Tiere und Pflanzen hochwertige Dammabschnitte werden belassen und in Abstimmung mit der Naturschutzverwaltung weiter gepflegt.
 
Der Oberboden aus den Rückbaubereichen wird mit der Vegetation zur Andeckung der neuen Dämme genutzt. Ein Teil des restlichen Erdmaterials aus den abzutragenden Dammabschnitten wird für die Sanierung des linken Leopoldskanaldammes wieder verwendet. Zusätzlich erfolgt im Zuge des Abtrags eine Renaturierung des Stückergrabens durch Abflachung von ausgewählten Uferabschnitten.
 
Mit Abschluss der Bauarbeiten wird innerhalb der Rückbauflächen die Wegeführung wieder auf der bestehenden Trasse angelegt.
 
Bauzeit:
ab ca. 08/2008 bis ca. 07/2010
Seitenanfang

Sanierung bestehender Dämme

 
Beschreibung der Maßnahme:
Hochwasserdamm IV auf Gemarkung Weisweil
Der Hochwasserdamm IV wird südlich an den Neubau auf 500 m Länge saniert. Hierbei wird die Dammkrone auf  den Wasserstand eines 200 jährlichen Hochwassers mit einem Sicherheitszuschlag (Freibord) von 80 cm erhöht. Landseitig wird ein Dammbegleitweg zum Zugang für Unterhaltungsarbeiten und bei Hochwasser hergestellt.
 
Unmittelbar neben dem Damm verläuft auf der Westseite ein Gewässer mit einem zu erhaltenden Ufergehölzstreifen. Um dieses zu erhalten kann der Damm nur begrenzt verbreitert werden. Damit der Damm dennoch künftig seine Funktion erfüllen kann, wird eine Spundwand als Dichtelement eingebaut. Die Andeckung und die Ansaat der Dammböschungen erfolgen entsprechend dem Vorgehen beim Neubau der HWD IV und V.
 
Bauzeit:
ab 4/2008 bis ca. 7/2008
 
Linker Leopoldskanaldamm
Der linke Hochwasserdamm des Leopoldskanals und in Verlängerung der Leitdeich in Richtung Mündung des Leopoldskanals wird auf 1,62 km Länge saniert und die Dammkrone auf die erforderliche Höhe gebracht. Für die Erhöhung des Dammes und die Anlage eines neuen Weges muß der Mühlkanal verfüllt werden. Auf der Böschungsseite zum Leopoldskanal hin ist zur Herstellung der erforderlichen Dammsicherheit in Teilbereichen ein Bodenaustausch erforderlich.
Seitenanfang

Errichtung des Pumpwerks Rheinhausen

 

Beschreibung der Maßnahme:
Beim Pumpwerk kann zukünftig die Lücke zwischen den Dämmen V und VI durch ein Verschlussorgan (Schütz) im Durchlass verschlossen und damit der Rückstau vom Rhein her in das Gebiet östlich des neuen Hochwasserdammes V verhindert werden. Bei Rheinhochwasser wird mit dem Pumpwerk das durch den Inneren Rhein zufließende Wasser (Ortsentwässerung Rheinhausen, Mühlbach und zulaufendes Grundwasser) über den Damm gefördert.
 
Schnitt durch eine Pumpenkammer: Die Tauchmotorpropellerpumpen heben das Wasser über eine feste Überfallkante in das überschwemmte Gebiet rheinseitig des neuen Hochwasserdamms V.
 
Die sechs Pumpen können in unterschiedlichen Kombinationen in Betrieb gehen, je nach Erfordernis können zwischen 1,4 m³/s und 12 m³/s gefördert werden.
 
Technische Daten:
 
Max. Förderleistung: 12 m³/s
Propellerpumpen:  2 × 1,4 m³/s und 4 × 2,3 m³/s
Förderhöhe:   3,78 m
Schützabmessungen: Breite:  8,00 m Höhe: 2,60 m 
 
Die Maßnahme befindet sich im Bau.
 
Bauzeit:
10.05.2007 – voraussichtlich Sommer 2008
Seitenanfang

Verlegung des Stückerwassers mit Neubau einer Brücke über das verlegte Gewässer (Stückerwasserbrücke)

 
Beschreibung der Maßnahmen:
Der Hochwasserdamm IV südlich des Leopoldskanals wird im Rahmen des Projektes zurückverlegt. Das derzeit dort als landseitiger Graben am Deichfuß verlaufende Stückerwasser befindet sich im Bereich der neuen Dammtrasse und wird durch den neu zu errichtenden Damm überschüttet.
Der Verlauf des Stückerwassers wird in diesem Bereich umgestaltet und das Gewässer etwas weiter auf die Landseite verlegt. Somit steht es weiterhin als Vorflut für die Flächen östlich des Hochwasserdamms IV zur Verfügung.
 
Um auch künftig einen Zugang zu den Flächen westlich des Stückerwassers und des Hochwasserdammes IV zu gewährleisten, wird der bisherige Wirtschaftsweg durch den Neubau der Stückerwasserbrücke erhalten.
 
Beide Maßnahmen sind fertig gestellt.
 
Bauzeiten und Galerie:
Verlegung Stückerwasser: 23.11.2006 bis 18.04.2007
Seitenanfang

Bau von Fischaufstiegen und Renaturierung Breitgießen

Beschreibung der Maßnahme:
Durch den Bau von Fischaufstiegen werden Wanderungshindernisse in den Gewässern beseitigt und deren Durchgängigkeit verbessert. Die Herstellung der Durchgängikeit zwischen den folgenden Gewässerbereichen ist vorgesehen:
vom Stückergraben (Rheinvorland nördlich Leopoldskanal) in das Gewässer Weiher/Halbmond
vom Weiher/Halbmond (Rheinvorland nördlich Leopoldskanal) in den Leopoldskanal
vom Leopoldskanal/Rhein in die Stückerkehle (Rheinvorland südlich Leopoldskanal)
 
Der Breitgießen südlich des Leopoldskanals wird renaturiert: Stark verlandete Abschnitte werden entschlammt und Abflusshindernisse und Aufschüttungen innerhalb des Gewässers beseitigt. Grundwasser kann wieder zufließen, der Gießencharakter wird wieder hergestellt. In Abstimmung mit der Forstverwaltung wird in Teilbereichen durch Auflichtung ein besonnter Gewässerrand entwickelt. Der Breitgießen wird die gewässerökologische Funktion des entfallenden Mühlkanals übernehmen.
Seitenanfang

Spatenstich

Der Spatenstich für das Projekt fand am 10.05.2007 an der Baustelle des Pumpwerks am Inneren Rhein statt. Auf Einladung des Regierungspräsidiums Freiburg wurde der Beginn der Baumaßnahmen feierlich mit Vertretern des Umweltministeriums, Mitgliedern des Landtages, der Gemeinden Rheinhausen und Weisweil, des Landratsamtes Emmendingen und der Wasser- und Schifffahrtsdirektion eingeleitet.

Ansprechpartner


Anke Kollmer
Referat 53.3
Telefon  0761 208-4279
EMail anke.kollmer@rpf.bwl.de

Joachim Misselwitz
Referat 53.3
Telefon  0761 208-4292
EMail joachim.misselwitz@rpf.bwl.de