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Natura 2000 Managementpläne (MaP) des Regierungspräsidium Freiburg

Natura 2000-Managementplan
Bodanrück und westl. Bodensee

Das FFH-Gebiet „Bodanrück“ liegt zwischen Überlinger See und Untersee

Das ca. 14.300 ha große Natura 2000-Gebiet umfasst das FFH-Gebiet „Bodanrück“ und die fünf Vogelschutzgebiete „Bodanrück“, „Mindelsee“, „Konstanzer Bucht“ sowie Teile des „Überlinger Sees“ und des „Untersees“. Insgesamt nehmen zwanzig Naturschutzgebiete über 2.000 ha der Fläche ein. Zwei Landschaftsschutzgebiete und zehn Flächenhafte Naturdenkmale runden das Bild ab. Die Städte Konstanz, Radolfzell und die Gemeinden Allensbach, Reichenau sowie Bodman-Ludwigshafen im Landkreis Konstanz haben Gemarkungsanteile am Gebiet.

Der Bodanrück beherbergt einen typischen glazialen Formenschatz mit feuchten Senken, Mooren, Toteislöchern, Drumlins und Moränenrücken.
Sowohl große Feuchtgebiete und Verlandungsriede mit ausgeprägten Uferzonen, wie sie der Mindelsee aufweist, als auch die Flachwasserzone des Bodensees mit Teilen des Untersees und Überlinger Sees sind bedeutende Landschaftselemente am Bodanrück.
Die Stillgewässer von nährstoffarm bis natürlich nährstoffreich nehmen einen wesentlichen Flächenanteil im Natura 2000-Gebiet ein. Hervorzuheben sind hier die ausgedehnten Flachwasserbereiche des Bodensees mit dichten Armleuchteralgenbeständen und die europaweit einmaligen Strandrasen mit dem Bodensee-Vergissmeinnicht, das im Frühling hellblaue Bestände am Bodenseeufer ausbildet.

Flächenmäßig die größte Ausdehnung besitzen die Buchenwälder, die Mageren Flachlandmähwiesen und die Pfeifengraswiesen. Die Besonderheiten des Gebietes sind Kalkreiche Niedermoore, Sümpfe und Schlucht- und Hangmischwälder an den Molassehängen des Überlinger Sees.
Waldmeister-Buchenwälder und Auenwälder, kleinflächiger Hainsimsen- und orchideenreiche Buchenwälder sind die Waldlebensraumtypen, die das Landschaftsbild am Bodanrück prägen.
Die Fließ- und Stillgewässer sowie die feuchten bis frischen Lebensräume am Bodanrück tragen zum Artenreichtum im Gebiet bei. Sie sind Lebensstätte von Steinkrebs, Kleiner Flussmuschel und deren Wirtsfischen, Kammmolch und Gelbbauchunke sowie verschiedenen seltenen Libellen- und Schmetterlingsarten.

Das sehr seltene Sumpf-Siegwurz kommt nur in kurz überschwemmten, nährstoffarmen Böden des Wollmatinger Rieds vor.
Die altholzreichen Wälder beherbergen Grünes Besenmoos, Bechsteinfledermaus, Eremit und Hirschkäfer.
Die Vogelschutzgebiete am Bodanrück zählen zu den wichtigsten Vogelregionen Deutschlands. Vor allem die Verlandungsflächen von Mindelsee und Bodensee stellen Brut-, Nahrungs- und Aufenthaltsräume für eine Vielzahl von Wasservögeln zur Verfügung. Hinzu kommt die internationale Bedeutung des Bodensees als Überwinterungsgebiet vieler Zug- und Rastvögel.
Insgesamt finden sich in den fünf Vogelschutzgebieten 48 nach europäischem Recht geschützte Brutvogelarten und zahlreiche Wintergäste. Davon werden allein am Untersee 30 brütende Arten und 24 Rast- und Zugvogelarten beobachtet.
Die extrem seltene Moorente findet in den Vogelschutzgebieten geeignete Brutbereiche: Sie baut ihr Nest stets in Wassernähe auf Seggenbulten.
Die großen zusammenhängenden Laubmischwälder mit zahlreichen alten Buchen sind ideal für Höhlenbrüter wie den Schwarzspecht. Alte, knorrige Bäume bieten außerdem Brutmöglichkeiten für Schwarzmilan, Wespenbussard und Baumfalke.

Biodiversität erhalten
Die veränderten landwirtschaftlichen Produktionsbedingungen - Nutzungsintensivierung aber auch Nutzungsaufgabe - führen zu einem starken Rückgang des pflanzlichen Artenspektrums, in dessen Folge an spezielle Pflanzen gebundene Tierarten ebenfalls verschwinden.
Um die meisten Lebensräume des Offenlandes mit ihrem Artenreichtum zu erhalten, sind eine extensive Bewirtschaftung oder Pflegemaßnahmen (z. B. Entbuschung) ebenso erforderlich wie das Zurückdrängen von nicht einheimischen Hochstaudenfluren.

Ein weiterer Schwerpunkt im Natura 2000-Gebiet ist es, dem wachsenden Nutzungsdruck, der auf der Uferzone des Bodenseeufers liegt, mit angemessenen Maßnahmen zu begegnen.
Mit dem Managementplan soll die Grundlage dafür geschaffen werden, die Artenvielfalt am Bodanrück zu schützen und deren Rückgang zu stoppen.
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Regierungspräsidium Freiburg
Abteilung 5
Referat 56
79083 Freiburg i. Br.


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Ernst Stegmaier
Telefon  0761 208-4142
ernst.stegmaier@rpf.bwl.de