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Natura 2000 Managementpläne (MaP) des Regierungspräsidium Freiburg

Natura 2000-Managementplan
Oberer Hotzenwald

Der „Obere Hotzenwald“ ist eine nach Südosten abgedachte, wald- und moorreiche Mittelgebirgslandschaft im südlichen Hochschwarzwald zwischen den tief eingeschnittenen Tälern der Alb im Osten und der Wehra im Westen. Prägend ist der strukturreiche Weidfeldgürtel an den Hängen der Gemeinde Ibach sowie der Dachsberger Gemarkungen Urberg und Wittenschwand. Ausgedehnte alte, strukturreiche Wälder mit eingestreuten Mooren und abgeschiedenen Bachauen haben bereichsweise den Charakter einer unberührten, abwechslungsreichen Naturlandschaft.

Das waldreiche, rd. 2100 ha große, gleichnamige Natura 2000-Gebiet zeichnet sich durch eine hohe Struktur- und Artenvielfalt aus.  20 verschiedene, kleinräumig miteinander verzahnte Lebensraumtypen nach FFH-Richtlinie, 4 Tierarten der FFH-Richtlinie Anhang II, 14 Brutvogelarten der europäischen Vogelschutzrichtlinie und 144 Pflanzenarten der „Roten Liste“ für gefährdete Arten in Baden-Württemberg sowie die Vorkommen zahlreicher weiterer gefährdeter Wirbeltier- und Insektenarten machen das Gebiet zu einem  „Brennpunkt“ (hotspot) der Artenvielfalt mit zum Teil europaweiter Bedeutung. Rund ein Drittel des Natura 2000-Gebiets stehen auch unter Naturschutz.

Der „Obere Hotzenwald“ war deshalb schon mehrfach ein Modellgebiet: in den 1990er Jahren für eine großräumige Naturschutzkonzeption,  von 2005 bis 2011 im Rahmen eines EU-LIFE-Natur-Projekts zur Entwicklung von Natura 2000-Gebieten im Südschwarzwald. Die Hälfte der knapp 1,7 Mio Euro Projektkosten stellte die Europäischen Union aus Fördermitteln des LIFE-Programms bereit, rund 36 % Prozent das Regierungspräsidium Freiburg mit den Referaten 56 (Naturschutz) und 82 (Forstpolitik). Die weiteren Mittel steuerten die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA), die Stiftung Naturschutzfonds, das Landratsamt Waldshut sowie die Gemeinden Dachsberg und Ibach bei.

Im Rahmen des LIFE-Natur-Projekts "Oberer Hotzenwald" wurde auch der Managementplan für das Gebiet erstellt. Die bereitgestellten Fördergelder konnten dazu verwendet werden, die meisten Maßnahmenempfehlungen sehr zeitnah zu realisieren. Viele europaweit stark beeinträchtigen Lebensräume konnten hier durch ein ganzes Bündel von Maßnahmen deutlich aufgewertet, erweitert und miteinander verbunden werden. Dazu kam ein verstärktes lokales Bildungsangebot und die Berücksichtigung des Tourismus. Dies beinhaltete die intensive Einbindung örtlicher Akteure bei Erstpflegemaßnahmen sowie Angebote zum Erfahrungsaustausch und die Ausbildung von „Naturführern“. Für Kinder und Jugendliche besteht seit 2007 das Angebot, im "Natura 2000-Klassenzimmer" die Natur erleben und kennen zu lernen. Im Jahr 2015 erhielt das Natura 2000-Klassenzimmer die Auszeichnung als vorbildliches Projekt der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“. Auch zahlreiche andere Aktivitäten werden fortlaufend weitergeführt.
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Regierungspräsidium Freiburg
Abteilung 5
Referat 56
79083 Freiburg i. Br.


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Friederike Tribukait
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friederike.tribukait@rpf.bwl.de