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Natura 2000 Managementpläne (MaP) des Regierungspräsidium Freiburg

Natura 2000-Managementplan
Weidfelder bei Gersbach und an der Wehra

​Das insgesamt 2.012 ha große FFH-Gebiet 8313-341 „Weidfelder bei Gersbach und an der Wehra“ besteht aus zwölf Teilgebieten, wobei ca. 73% von Wald bedeckt sind. Es befindet sich am Ostrand des Landkreises Lörrach bzw. im Westen des Landkreises Waldshut auf Flächen der Gemeinden Schopfheim (Gemarkung Gersbach), Todtmoos, Herrischried und Wehr auf einer Höhenlage von ca. 1000 m bis 500 m.

Das FFH-Gebiet gehört zu den typischen Kulturlandschaften im Hochschwarzwald mit großflächig extensiv genutzten Weidfeldern, Steinriegeln, Bächen mit Wasserpflanzen und -moosen, moorige Bereiche, Gehölzen und kleinflächig ausgebildeten Heiden sowie blumenbunten Mähwiesen. Extensiv genutzte Borstgrasrasen sind Zeugnisse einer traditionellen Bewirtschaftungsweise mit der vom Aussterben bedrohten Nutztierrasse des Hinterwälder Rindes. Hervorzuheben sind auch die naturnahen, gut ausgeprägten Waldgesellschaften im Wehratal mit Buchenwäldern, Schlucht- und Hangmischwäldern, Auenwäldern und den seltenen montanen, bodensauren Fichtenwäldern. Das tief eingeschnittene, schluchtartige Tal der Wehra umrahmt von Silikatfelsen ist besonders eindrucksvoll. Bemerkenswert sind außerdem Silikatschutthalden und -felsen mit besonderer artenarmer Vegetation. Insgesamt konnten für das Gebiet sechszehn gemäß FFH-Richtlinie geschützte Lebensraumtypen nachgewiesen werden.

Neun Arten, die nach Anhang II der FFH-Richtlinie unter Schutz stehen, kommen im Natura 2000-Gebiet vor. Hierunter fällt der ausgesprochen seltene, nur in Südbaden vorkommende Dohlenkrebs, der in kleinen, von Wald umgebenden Zuflüssen der Wehra seine Lebensstätte hat. Die Dohlenkrebse im Hoch- und Oberrheingebiet sowie in niederen Lagen des Schwarzwaldes sind die einzigen bekannten Populationen östlich des Rheines, so dass Baden-Württemberg eine besondere Verantwortung für die Erhaltung dieser Art hat.

In einigen Waldbeständen wurde das Grüne Besenmoos und in felsigen Bereichen auf Silikat der Europäische Dünnfarn kartiert. Die Fledermausarten Großes Mausohr, Wimper- und Mopsfledermaus nutzen das Areal u. a. zur Nahrungssuche. Des Weiteren findet man in den Fließgewässern mit sehr guter Wasserqualität die Groppe.

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Regierungspräsidium Freiburg
Abteilung 5
Referat 56
79083 Freiburg i. Br.


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