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Natura 2000 Managementpläne (MaP) des Regierungspräsidium Freiburg

Natura 2000-Managementplan
Westlicher Hegau und Vogelschutzgebiet "Hohentwiel / Hohenkrähen"

Das aus 25 Teilflächen bestehende Natura 2000-Gebiet im Landkreis Konstanz ist ca. 1.887 ha groß und erstreckt sich auf einer Höhenlage zwischen 400 und 820 m über NN. Es befindet sich zwischen der Stadt Engen im Norden, der Stadt Singen im Süden, der Gemeinde Binningen im Westen und Wahlwies im Osten. Aufgrund der vielen, z.T. kleinen Teilflächen besitzt das Natura 2000-Gebiet Anteil an insgesamt elf Gemeinden.

Das FFH-Gebiet „Westlicher Hegau“ sowie das kleinflächige Vogelschutzgebiet „Hohentwiel/Hohenkrähen“ liegen im Naturraum des „voralpinen Hügel- und Moorlandes“ und weisen u.a. wegen der auf engstem Raum vorhandenen geologischen Unterschiede eine große Vielfalt auf. Dies belegt auch die hohe Anzahl von 13 Naturschutzgebieten, vier z.T. großflächigen Landschaftsschutzgebieten und einem Bannwald innerhalb der Gebietskulisse.

In der Kulturlandschaft des Hegaus gibt es eine Vielzahl seltener Lebensraumtypen, die für den Erhalt von gefährdeten Arten von Bedeutung sind: In den Tallagen sowie an den Hangfüßen der Hegauvulkane sind großflächige, artenreiche Grünlandbereiche ausgebildet, wobei Flachland-Mähwiesen als FFH-Lebensraumtyp im Offenland dominieren. Diese Mähwiesen sind eng verzahnt mit gut ausgebildeten Trocken- und Halbtrockenrasen z.T. mit bemerkenswerten Orchideen-Beständen. Des Weiteren bestehen mehrere Feuchtgebiete mit Pfeifengraswiesen sowie kalkreichen Niedermooren in der offenen Talebene. Hier gibt es bedeutende Vorkommen des Sumpf-Glanzkrauts und einer Vielzahl von Arten der Roten Liste. Insbesondere im Tal der Radolfzeller Aach finden sich die FFH-Lebensraumtypen der Fließ- und Stillgewässer und der Auenwälder. Sie stellen Lebensstätten von Steinkrebs, Kleiner Flussmuschel und deren Wirtsfischen, Groppe, Bachneunauge, Kammmolch, Gelbbauchunke sowie einer mannigfaltigen Feuchtgebietsfauna mit, seltenen Libellen- und Schmetterlingsarten dar. Auch der Biber lebt im Umfeld der Radolfzeller Aach.

Die markanten Vulkanberge mit ihren Basalt- und Phonolithgipfeln besitzen artenreiche Laub- und Schluchtwälder, Trockenrasen sowie offene Felsbildungen und Blockschutthalden. Insgesamt sind durch die glaziale Prägung zahlreiche Höhlen und Toteislöcher im Gebiet vorhanden. Bei Langenstein befindet sich ein einzigartiges glazialmorphologisches Durchbruchstal; eine weitere Besonderheit ist die Karstquelle des Aachtopfs. Das Vogelschutzgebiet „Hohentwiel/Hohenkrähen“ umfasst die beiden Hegauvulkane und bildet eines der wichtigsten Brutgebiete für Wanderfalke, Zipp- und Zaunammer in Baden-Württemberg.

Diese vielfältige, landschaftlich reizvolle Kulturlandschaft ist auf eine naturverträgliche Nutzung und Pflege angewiesen. Mit dem Managementplan soll in Zusammenarbeit mit den Nutzern die Grundlage dafür geschaffen werden, die Artenvielfalt im „Westlichen Hegau“ zu schützen, deren Rückgang zu stoppen und somit für zukünftige Generationen zu erhalten.

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Regierungspräsidium Freiburg
Abteilung 5
Referat 56
79083 Freiburg i. Br.


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Ernst Stegmaier
Telefon  0761 208-4142
ernst.stegmaier@rpf.bwl.de