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Natura 2000 Managementpläne (MaP) des Regierungspräsidium Freiburg

Natura 2000-Managementplan
Wiesen bei Waldshut

Das im Süden des Landkreises Waldshut gelegene Fauna-Flora-Habitat-Gebiet „Wiesen bei Waldshut“ umfasst eine Fläche von 764 ha und erstreckt sich auf Flächen der Gemeinden Albbruck, Dogern und Weilheim sowie der Großen Kreisstadt Waldshut-Tiengen.

Das Wiesengebiet gehört den Naturräumen Schwarzwald, Neckar- und Tauberland und Hochrheingebiet an. Es liegt innerhalb des Naturparks „Südschwarzwald“ und umfasst den Großteil des Landschaftsschutzgebiets (LSG) „Stubenberg-Estelberg“ sowie Teile des LSG „Bügelrain-Liederbach“.

Das in malerischer Landschaft gelegene, aus mehreren Teilgebieten bestehende Schutzgebiet zeichnet sich durch ausgedehnte Wiesenflächen aus, die zu einem beachtlichen Anteil den Lebensraumtypen der Mageren Flachland-Mähwiesen und Kalk-Magerrasen zuzuordnen sind. Die extensiv bewirtschafteten bunt blühenden, artenreichen Mageren Flachland-Mähwiesen, welche europaweit ein Schwerpunktvorkommen in Südwestdeutschland besitzen, weisen im Planungsgebiet den größten Flächenanteil unter den FFH-Lebensraumtypen auf. Ebenso wie diese Mähwiesen, sind auch die Kalk-Magerrasen durch extensive Nutzung entstanden. Auf ihnen wachsen zum Teil seltene und optisch sehr reizvolle Pflanzen, zu denen u. a. Orchideen zählen. Die wertvollen, mannigfaltigen Grünländer bieten einer Vielzahl an Tierarten, z. B. seltenen Schmetterlingsarten, hochwertigen Lebensraum.

Wenn auch nur kleinflächig und an wenigen Stellen des FFH-Gebiets ausgebildet, finden sich im offenlanddominierten FFH-Gebiet doch auch Waldlebensraumtypen im Sinne der FFH-Richtlinie. Zu ihnen zählen Waldmeister-Buchenwälder, Orchideen-Kalk-Buchenwälder, Schlucht- und Hangmischwälder sowie Auenwälder.

In den Abendstunden lassen sich in den Wäldern, auf den Wiesen und an Fließgewässern des FFH-Gebiets lebhafte Fledermäuse bei der Jagd nach Beutetieren beobachten.
Mehrere Fledermausarten haben seit vielen Jahren Quartier in der Mühlsteingrube „Bleiche“ im Süden des FFH-Gebiets bei Waldshut-Tiengen bezogen.
Das Große Mausohr hingegen, welches über ganz Baden-Württemberg verbreitet ist, sucht innerhalb des FFH-Gebiets zur Geburt und Aufzucht der Jungtiere jährlich seine Wochenstube in der kulturhistorisch bedeutenden Kirche in Waldkirch auf. Dem Schutz des Wochenstubenquartiers kommt eine hohe Bedeutung zu. Erwähnt sei, dass Baden-Württemberg und Bayern eine besondere Verantwortung für die Vorkommen der Art tragen.

Den hohen Wert des Gebiets verdeutlicht nicht zuletzt das Vorkommen des Steinkrebses, da diese kleinste heimische Flusskrebsart auf naturnahe, unverschmutzte und sommerkühle Bäche angewiesen ist. Nicht schwer zu erraten ist, wo der nachtaktive Steinkrebs in den Gewässern Unterschlupf sucht und findet: Es sind v. a. Steine in den Gewässern, die ihm Schutz bieten.

Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Landnutzern das besondere europäische Naturerbe des FFH-Gebiets für die nachfolgenden Generationen zu sichern
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Regierungspräsidium Freiburg
Abteilung 5
Referat 56
79083 Freiburg i. Br.


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friederike.tribukait@rpf.bwl.de